netzeitung.deMertesacker wechselt nach Bremen

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Per Mertesacker (M.) mit Werder-Trainer Thomas Schaaf (l.) und Geschäftsführer Klaus Allofs (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Per Mertesacker (M.) mit Werder-Trainer Thomas Schaaf (l.) und Geschäftsführer Klaus Allofs
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Fußball-Nationalspieler Per Mertesacker wird in der kommenden Saison für Werder Bremen spielen. Die Hanseaten einigten sich mit Hannover 96 auf ein Tauschgeschäft.

Von Peter Hübner

Das zähe Feilschen um Fußball- Nationalspieler Per Mertesacker hat ein Ende. Der 21-jährige WM- Teilnehmer wechselt mit sofortiger Wirkung von Hannover 96 zum Bundesliga-Rivalen Werder Bremen. Beim Ligapokalsieger wird der Abwehrspieler einen Vierjahresvertrag unterzeichnen. Im Gegenzug erhält Hannover 96 neben einer Ablösesumme von knapp fünf Millionen Euro den Bremer Abwehrspieler Frank Fahrenhorst. Beide Vereine einigten sich nach einem monatelangen Transferpoker auf ein Tauschgeschäft.

Abfindung für Fahrenhorst
«Ich bin sehr, sehr erleichtert. Es störte schon ein Stück weit, dass es immer neue Szenarien gab», kommentierte Mertesacker am Dienstag bei seiner Vorstellung vor zahlreichen Medienvertretern in Bremen das rekordverdächtige Tauziehen um seine Person. Der derzeit verletzte Profi, der danach dem Termin in Bremen zurück in die Reha-Klinik nach Donaustauf fuhr, hatte stets seine Wechsel-Absichten betont.

Während Mertesacker eindeutig für seinen Wechsel nach Bremen plädierte, wollte Fahrenhorst den Vizemeister eigentlich nicht verlassen. Erst nach mehreren Gesprächsrunden seines Beraters mit beiden Clubs willigte der 28-Jährige in das Geschäft ein - gegen eine Abfindung von geschätzten 500.000 Euro.

«Es war trotz unseres Wunsches, Per Mertesacker zu verpflichten, nie unser Interesse, dass Frank Fahrenhorst uns verlässt. Hannover 96 hat aber bei ihm sehr um seine Dienste geworben. Wir geben ihn nur ungern ab», sagte Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs.

Zurück zu Neururer
«Es gibt nur Gewinner und es wurde der Markt bestätigt. Fußball besteht aus dem Transfergeschäft», kommentierte 96-Clubchef Martin Kind wie gewohnt nüchtern den Deal. «Fahrenhorst hätte ja auch 'nein' sagen können», fügte er hinzu. Der Verteidiger sagte aber «ja» und kehrt damit zu seinem früheren Trainer Peter Neururer zurück. Beide kennen sich aus gemeinsamen Bochumer Zeiten.

Fahrenhorst, den Neururer als «adäquaten Ersatz» für Mertesacker unbedingt haben wollte, erhält bei Hannover 96 einen Dreijahreskontrakt bis zum 30. Juni 2009. Pikanterweise könnte er sein erstes Match für «96» am Sonntag gegen seinen bisherigen Club Werder Bremen bestreiten.

Mertesacker in der Reha
Dagegen steht Mertesacker den Bremern beim Bundesligastart wegen nicht zur Verfügung. Er will aber im Stadion sein. «Dann schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Aber ich drücke natürlich Werder im ersten Spiel die Daumen», sagte der Innenverteidiger, der nach seiner Fersenoperation noch für unbestimmte Zeit außer Gefecht gesetzt ist.

«Ich habe erste Laufversuche gemacht. Wann ich wieder spielen kann, ist schwer zu sagen», sagte Mertesacker, der in drei Jahren 74 Bundesligaspiele für Hannover 96 absolvierte: «Ich will in Bremen meinen Entwicklungsprozess fortsetzen.»

Zukunftsinvestition
Die Bremer betrachten die Verpflichtung des 29-maligen Nationalspielers als Investition in die Zukunft. Mertesacker kann auch in der Champions League eingesetzt werden.

«Wer in so jungen Jahren ein so starkes WM- Turnier spielt, kann für uns von Beginn an eine Verstärkung sein. Er hat großes Potenzial», freute sich Trainer Thomas Schaaf. «Wir sind sicher, dass er bei uns genau die richtigen Bedingungen vorfindet, um noch weiter nach vorn zu kommen», unterstützte ihn Allofs.

Stillschweigen vereinbart
Offiziell vereinbarten Werder Bremen und Hannover 96 bei dem komplizierten Tauschgeschäft Stillschweigen über die Transfer- Konditionen. Die Interessen von zwei Vereinen, zwei Profis und insgesamt drei Spielerberatern mussten unter einem Hut gebracht werden.

Zuletzt drohte nach einem wochenlangen Hick-Hack der Transfer zu scheitern, weil Mertesacker laut Medienberichten eine Abfindung von Hannover 96 forderte. Sie soll teilweise für die 96- Jugendabteilung verwendet. Der Vertrag des Nationalspielers bei Hannover 96 war bis 2008 datiert. Im nächsten Jahr hätte er den Club für etwas mehr als eine Million Euro verlassen können. (dpa)