Mertesacker wechselt nach Bremen
08.08.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Das zähe Feilschen um Fußball- Nationalspieler Per Mertesacker hat ein Ende. Der 21-jährige WM- Teilnehmer wechselt mit sofortiger Wirkung von Hannover 96 zum Bundesliga-Rivalen Werder Bremen. Beim Ligapokalsieger wird der Abwehrspieler einen Vierjahresvertrag unterzeichnen. Im Gegenzug erhält Hannover 96 neben einer Ablösesumme von knapp fünf Millionen Euro den Bremer Abwehrspieler Frank Fahrenhorst. Beide Vereine einigten sich nach einem monatelangen Transferpoker auf ein Tauschgeschäft.
Während Mertesacker eindeutig für seinen Wechsel nach Bremen plädierte, wollte Fahrenhorst den Vizemeister eigentlich nicht verlassen. Erst nach mehreren Gesprächsrunden seines Beraters mit beiden Clubs willigte der 28-Jährige in das Geschäft ein - gegen eine Abfindung von geschätzten 500.000 Euro.
«Es war trotz unseres Wunsches, Per Mertesacker zu verpflichten, nie unser Interesse, dass Frank Fahrenhorst uns verlässt. Hannover 96 hat aber bei ihm sehr um seine Dienste geworben. Wir geben ihn nur ungern ab», sagte Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs.
Fahrenhorst, den Neururer als «adäquaten Ersatz» für Mertesacker unbedingt haben wollte, erhält bei Hannover 96 einen Dreijahreskontrakt bis zum 30. Juni 2009. Pikanterweise könnte er sein erstes Match für «96» am Sonntag gegen seinen bisherigen Club Werder Bremen bestreiten.
«Ich habe erste Laufversuche gemacht. Wann ich wieder spielen kann, ist schwer zu sagen», sagte Mertesacker, der in drei Jahren 74 Bundesligaspiele für Hannover 96 absolvierte: «Ich will in Bremen meinen Entwicklungsprozess fortsetzen.»
«Wer in so jungen Jahren ein so starkes WM- Turnier spielt, kann für uns von Beginn an eine Verstärkung sein. Er hat großes Potenzial», freute sich Trainer Thomas Schaaf. «Wir sind sicher, dass er bei uns genau die richtigen Bedingungen vorfindet, um noch weiter nach vorn zu kommen», unterstützte ihn Allofs.
Zuletzt drohte nach einem wochenlangen Hick-Hack der Transfer zu scheitern, weil Mertesacker laut Medienberichten eine Abfindung von Hannover 96 forderte. Sie soll teilweise für die 96- Jugendabteilung verwendet. Der Vertrag des Nationalspielers bei Hannover 96 war bis 2008 datiert. Im nächsten Jahr hätte er den Club für etwas mehr als eine Million Euro verlassen können. (dpa)

