28.04.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Kovalainens McLaren-Mercedes unter Reifen begraben
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Ungebremst rast Heikki Kovalainen auf dem Circuit de Catalunya in einen Reifenstapel - doch der McLaren-Mercedes-Pilot hat offenbar einen Schutzengel.
Heikki Kovalainen kam trotz eines Einschlags in die Reifenbarriere mit 230 Stundenkilometern mit dem Schrecken und verhältnismäßig leichten Blessuren davon. Knapp drei Stunden nach seinem Horror-Unfall beim Grand Prix von Spanien gab Kovalainen dem besorgten Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug telefonisch Entwarnung. «Ich fühle mich durchgeschüttelt», teilte der Finne vom Krankenbett aus einer Klinik in Barcelona mit.
Ganz Formel-1-Pilot, gratulierte er auch gleich noch seinem McLaren-Mercedes- Teamkollegen Lewis Hamilton zum dritten Platz beim Großen Preis von Spanien am Sonntag: «Glückwunsch für das tolle Rennen an Lewis.» Haug fiel angesichts Kovalainens erfreulich guten Zustands ein Stein vom Herzen: «Im ersten Moment war das natürlich ein Schock.»
Defekte FelgeNach ersten Analysen führte ein Defekt an der Felge des linken Vorderrades zu dem Unfall. «Die Felge war erst 20 Kilometer im Einsatz», sagte Haug. Durch einen Riss im Reifen könnte die Luft entwichen sein. «Wir können nichts ausschließen», plädierte der Mercedes-Mann dafür, die endgültige technische Überprüfung durch das Team, Reifenlieferant Bridgestone und den Internationalen Automobil-Verband FIA abzuwarten.
«Ein Auto in der Mauer»Hamilton schossen Gedanken an seinen spektakulären Crash vor zehn Monaten auf dem Nürburgring durch den Kopf. Der Brite war im Qualifying zum Großen Preis von Deutschland nach einem Schaden am rechten Vorderreifen in einem ähnlichen Winkel in die Reifenstapel geknallt. «Ich erinnerte mich sofort an meinen Unfall auf dem Nürburgring», sagte der der Vizechampion. Während des Rennens habe er zunächst nur «ein Auto in der Mauer» gesehen. Dennis habe ihm dann über den Boxenfunk mitgeteilt, dass Kovalainen okay sei. Hamilton erklärte, es habe keine Diskussion darüber gegeben, ob er aus Sicherheitsgründen den Grand Prix abbrechen solle. «Unser Auto ist zuverlässig», sagte er.
Erleichterung im FahrerlagerIm gesamten Fahrerlager herrschte nach den ersten Entwarnungen Erleichterung. Der ungefährdete Ferrari-Doppelerfolg durch Kimi Räikkönen und Felipe Massa auf dem Circuit de Catalunya rückte in den Hintergrund. Jeder sorgte sich um den sympathischen Kovalainen. Spanien-Sieger Räikkönen betonte: «Das Wichtigste ist, dass Heikki okay ist.» Der Unfall habe vielleicht schlimmer ausgesehen, als er gewesen sei. BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen war «froh», dass Kovalainen den Einschlag einigermaßen heil überstanden hatte.
Heikki kommt glimpflich davonKovalainen knallte in der 22. von 66 Runden in die Reifenbarriere. Dabei bohrte sich die Nase seines MP 4-23 tief in die Absperrung. Formel-1-Arzt Gary Hartstein und Sanitäter eilten sofort an die Unfallstelle in Kurve 9. Als der 26 Jahre alte Finne auf einer Trage abtransportiert wurde, winkte er mit der rechten Hand und signalisierte so Entwarnung. Nach einer ersten Untersuchung im Streckenhospital wurde er mit dem Hubschrauber in eine Klinik nach Barcelona geflogen. Dort konstatierte Teamarzt Aki Hintsa unter anderem eine Gehirnerschütterung und eine Verletzung am Ellbogen. Der Finne wollte seinen Landsmann aber noch einmal genauer untersuchen. (nz/dpa)