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Skandal um Sex-Video: 

Mosley sieht sich als Verschwörungsopfer

02. Apr 2008 15:07
Mit diesen Prostituierten soll Mosley deutsch gesprochen haben
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Der Fia-Präsident glaubt, «eine Gruppe, die in solchen Dingen spezialisiert ist», wolle ihm Böses. In einem Brief beklagt er sich über Nachstellungen. Verantwortliche raten ihm ab, sich bei Formel-1-Rennen zu zeigen.

Max Mosley, der Präsident des Internationalen Automobilverbandes, wehrt sich gegen den Vorwurf, ein Sex-Video, das ihn zeigen soll, spiele mit Nazi-Symbolik. Er wittert eine Verschwörung gegen seine Person: Er habe Informationen aus einer hochrangigen und unangreifbaren Quelle, die der britischen Polizei und den Sicherheitsbehörden nahe stehe, «dass eine Gruppe, die in solchen Dingen spezialisiert ist, in den vergangenen zwei Wochen oder so eine verdeckte Untersuchung meines Privatlebens und Hintergrundes unternommen hat – aus bisher noch unbekannten Gründen und für einen bisher noch unbekannten Arbeitgeber», schrieb Mosley in einem Brief an hochrangige Fia-Gremien.

Auch aus Frankreich habe er ähnlich Information, wenngleich diese aus einer weniger guten Quelle stammen würden, meinte Mosley. In dem Schreiben, das am Mittwoch die Zeitung «Die Welt» auf ihrer Internetseite dokumentierte, entschuldigte sich der 67-Jährige für die «Ergebnisse dieser verdeckten Untersuchung». Von Seiten des Weltverbandes habe er eine Vielzahl von Sympathiebekundungen und Unterstützung erhalten, schrieb Mosley in dem Brief, der hochrangigen Fia-Gremien am Dienstag zugegangen war. Er werde dem Rat folgen und sein Amt weiter ausüben, sagte Mosley.

«Unbefugter Eingriff» in die Privatsphäre

Zugleich stellte der Oxford-Absolvent klar, rechtlich gegen die Zeitung «News of the World» vorzugehen, die am Sonntag mit ihrem Bericht über das Sex-Video, in dem angeblich Mosley die Hauptrolle spielen soll, den Fia-Chef in arge Bedrängnis gebracht hat. Mosley sprach von einem «völlig unbefugten Eingriff» in seine Privatsphäre. «Aber vor allem muss ich den Schaden beheben, der meiner direkten Familie - den unschuldig nichtsahnenden Opfern dieser absichtlichen, kalkulierten Attacke auf meine Person - entstanden ist», meinte Mosley weiter. Der Fia-Chef ist seit 1960 verheiratet und hat zwei Söhne. Der Brite dementierte in dem Brief allerdings nicht, die Person in dem Video zu sein, die sexuelle Handlungen mit fünf Prostituierten ausübt.

Mosley widersprach aber der Darstellung der Zeitung, dass es eine Nazi-Verbindung bei dem sexuellen Rollenspiel gegeben habe. «Das ist völlig falsch», so der Brite. Die Zeitung, die den vermeintlichen Skandal um den Chef des Weltverbandes aufgedeckt hatte, bleibt bei ihrer Darstellung: «Die News of the World steht zu ihrer Geschichte.»

Druck wird größer

Von einem Rücktritt will Mosley offenkundig nichts wissen, obwohl der Druck von Außen groß ist. Neben jüdischen Organisationen in Großbritannien forderten auch ehemalige Formel-1-Größen wie Sir Stirling Moss, Jody Scheckter und Martin Brundle den Rücktritt Mosleys. Die unmittelbar Beteiligten wie aktuelle Piloten oder auch Hersteller hielten sich bislang jedoch noch zurück. Offenbar wagt sich keiner der Mächtigen aus der Deckung.

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone riet seinem Landsmann zumindest ab, am Wochenende wie eigentlich geplant, zum dritten WM-Lauf ins Königreich Bahrain zu reisen. Noch herrscht Unklarheit, ob Mosley an den Persischen Golf kommen wird. (dpa)


 
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