Hamilton rechnet mit Rosberg
03.11.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Obwohl der schwäbische Weltkonzern nach den knapp verpassten Titeln in der Formel 1 und im Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) sowie dem juristischen Knockout im Spionage-Skandal keinen großen Grund zum Feiern hatte, jubelten schätzungsweise 50.000 Besucher auf dem Gelände rund um das Mercedes-Benz-Museum den Fahrern, allen voran Senkrechtstarter Hamilton, und den Verantwortlichen zu. Allerdings herrschte keine so ausgelassene Stimmung wie in früheren Jahren.
«In diesem Jahr ist die Begeisterung bei mir nicht ganz ungetrübt», räumte der Daimler-Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche «einige Tiefschläge» ein. Trotz «super Ergebnissen» in Formel 1 und DTM seien die Silberpfeile knapp an Gold vorbeigeflogen. Zetsche gab sich dennoch kämpferisch: «Ich riskiere die Aussage: Wir wollen 2008 in beiden Serien einen Platz besser werden.»
Der eigentlich schon geschlagene Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen hatte durch grobe Patzer seiner beiden Konkurrenten Hamilton und Alonso mit einem Punkt Vorsprung sensationell noch den Titel geholt. «Wir sagen dem amtierenden Weltmeister einen fairen, aber knallharten Kampf an», kündigte Zetsche für die am 16. März in Melbourne beginnende Saison Revanche an. Der neue McLaren-Mercedes soll laut Teamchef Ron Dennis «in der zweiten Januarwoche» erstmals getestet werden. Dann kehrt möglicherweise auch Hamilton ins Cockpit zurück.
Den Titel hat der Brite abgehakt, obwohl die endgültige Entscheidung erst am 15. November vor dem Berufungsgericht fällt. «Die WM ist für mich vorbei. Ich will nicht so Weltmeister werden», sagte Hamilton. Wegen eines beim Saisonfinale in Sao Paulo angeblich zu stark abgekühlten Benzins könnten die beiden BMW-Sauber-Piloten Nick Heidfeld (Mönchengladbach) und Robert Kubica (Polen) sowie Williams-Toyota-Vertreter Rosberg nachträglich zurückgestuft werden. (Elmar Dreher, dpa)

