Grand Prix in der Türkei: 

netzeitung.deJensen Button siegt vor Webber und Vettel

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Gute Freunde: Jenson Button und der Champagner (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Gute Freunde: Jenson Button und der Champagner
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Sebastian Vettel konnte seine Pole Position nicht zum Sieg nutzen. Erneut war Jenson Button schneller. Der BrawnGP-Pilot hat in dieser Saison bereits sechs von sieben Rennen gewonnen. Weltmeister Hamilton landete abgeschlagen auf Rang 13.

Ein fataler Fahrfehler hat Sebastian Vettel alle Siegchancen geraubt, schon nach wenigen Metern konnte Jenson Button vorbeiziehen. Der Brite gab seine Position nicht mehr her und fuhr beim Großen Preis der Türkei als erster über die Ziellinie.

Die deutsche WM-Hoffnung fuhr in der berüchtigten 'Kurve 10' aufs Gras und musste nach einem sehr guten Start von der Pole Position aus den BrawnGP-Piloten passieren lassen. Eine Dreistopp-Strategie kostete Vettel dann auch noch Rang zwei: So feierte der Brite Button im siebten Saisonlauf seinen sechsten Sieg vor Vettels Teamkollege Mark Webber und machte fast im Schongang vor beinahe leeren Rängen im türkischen Niemandsland den nächsten Schritt auf den WM-Thron.

«Was soll ich sagen, Jungs...»
«Was soll ich sagen, Jungs, was soll ich sagen Jungs. Danke, danke», sagte Button via Boxen-Funk. «Das Auto war von einer anderen Welt», meinte er kurz vor der Siegerehrung. Vettel musste sich dagegen auch noch dem Australier Webber im zweiten Red Bull geschlagen geben.

Fünfter wurde in Istanbul der Wiesbadener Williams-Mann Nico Rosberg. Timo Glock aus Wersau rettete im Toyota noch einen Punkt als Achter, der Mönchengladbacher Nick Heidfeld konnte seinen Miseren-Kurs im BMW-Sauber mit Rang 11 nicht verlassen.

Ehemalige Weltmeister als Statisten
Adrian Sutil kam im Force India mit Mercedes-Motor nicht über Platz 17 hinaus. Weltmeister Lewis Hamilton dürfte es im McLaren-Mercedes Rang 13 die Laune noch mehr verhagelt haben, die Ferraris mit Ex-Champion Kimi Räikkönen und Felipe Massa spielten im sonnigen Istanbul ebenfalls nur eine Statistenrolle mit den Rängen sechs und neun.

Buttons Kollege Rubens Barrichello blieb am Start fast stehen und wurde nach Runde eins auf Rang 12 registriert. Zehn Runden vor Schluss musste er dann sein Auto in der Garage abstellen. Rosberg, der neben Vettel zu den begehrtesten Fahrern auf dem Markt gehört, betrieb weitere Werbung in eigener Sache und raste mit seinem Williams-Toyota vom 9. Startrang erstmal auf Platz fünf vor.

24 Runden in Lauerstellung
Als erster zum Nachtanken an die Box kam Vettel in der 15. Runde - nicht überraschend, sein Auto war nach dem Qualifying am Samstag das zweitleichteste. Button kam einen Umlauf danach zum Pitstop. Vettels Strategie, sich mit einem erneut leichteren Auto an den BrawnGP ranzupirschen, ging erstmal auf. Nach 24 Runden saß Vettel Button im Nacken. Nur kam der Hesse an dem 29-Jährigen einfach nicht vorbei, im 28. Durchgang musste er dann die Verfolgungsjagd wieder aufgeben und erneut an die Box zum Tanken.

Vor seinem finalen Stopp musste sich Vettel wieder einen Vosprung gegenüber Webber herausfahren. Während Button ungefährdet seinem Sieg in 1:26:24,848 Stunden über die Gesamtdistanz von 309,396 Kilometern entgegenfuhr, kam Vettel nach seinem dritten Halt hinter Webber zurück auf die Strecke. «Sebastian, schon dein Auto», so die Anweisung fünf Runden vor Schluss über den Funk an Vettel, «Mark ist schneller». Im Ziel war aber auch der Australier um über sechs Sekunden langsamer als «Boost»-Button.

In der WM-Wertung führt Button mit 61 Punkten vor Teamkollege Barrichello (35). Vettel folgt mit 29 Zählern und büßte weitere vier Punkte auf Button ein. In der Teamwertung holte das Red-Bull-Duo dagegen etwas auf: Brawn führt dennoch mit 96 Zählern immer noch klar vor Vettel und Webber (56,5 Punkte).

Grand Prix der Türkei (58 Runden à 5,338 km/309,396 km):
1. Jenson Button (Großbritannien) Brawn GP 1:26:24,848 Std. (Schnitt: 214,823 km/h); 2. Mark Webber (Australien) Red Bull + 0:06,714 Min.; 3. Sebastian Vettel (Heppenheim) Red Bull + 0:07,461; 4. Jarno Trulli (Italien) Toyota + 0:27,843; 5. Nico Rosberg (Wiesbaden) Williams + 0:31,539; 6. Felipe Massa (Brasilien) Ferrari + 0:39,996; 7. Robert Kubica (Polen) BMW-Sauber + 0:46,247; 8. Timo Glock (Wersau) Toyota + 0:46,959; 9. Kimi Räikkönen (Finnland) Ferrari + 0:50,246; 10. Fernando Alonso (Spanien) Renault + 1:02,420; 11. Nick Heidfeld (Mönchengladbach) BMW-Sauber + 1:04,327; 12. Kazuki Nakajima (Japan) Williams + 1:06,376; 13. Lewis Hamilton (Großbritannien) McLaren-Mercedes + 1:20,454; 14. Heikki Kovalainen (Finnland) McLaren-Mercedes + 1 Runde; 15. Sébastien Buemi (Schweiz) Toro Rosso + 1 Runde; 16. Nelson Piquet Jr. (Brasilien) Renault + 1 Runde; 17. Adrian Sutil (Gräfelfing) Force India + 1 Runde; 18. Sébastien Bourdais (Frankreich) Toro Rosso + 1 Runde

Ausfälle:
Giancarlo Fisichella (Italien) Force India (5. Runde/Defekt);
Rubens Barrichello (Brasilien) Brawn GP (48. Runde/Defekt)
Schnellste Rennrunde:
Jenson Button (Brawn GP) 1:27,579 Min.
Pole Position:
Sebastian Vettel (Red Bull) 1:28,316 Min.
Nächstes Rennen:
GP Großbritannien am 21. Juni in Silverstone

(dpa/nz)