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Formel 1 im Umbruch: 

Einheitsantrieb stößt auf einheitliche Ablehnung

10. Okt 2008 15:46
Überzeugt von ihrer Idee: Ecclestone (l.) und Mosley
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Die neuen Ideen aus der Führungsetage der Königsklasse des Motorsports sind wie erartet nicht jedermanns Sache. Nicht nur BMW-Motorsportchef Mario Theissen spricht sich gegen einen standardisierten Motor für die Formel-1-Flitzer aus.

Viel Lärm um die Motoren: Die mögliche Einführung eines Einheitsantriebs ab 2010 droht die Formel 1 in einen neuen Machtkampf zu stürzen. «Der Motor ist das Herz eines Autos», betonte Honda-Geschäftsführer Nick Fry am Freitag bei der Pressekonferenz des Internationalen Automobilverbandes Fia im japanischen Fuji.

«Allen Teams ist klar, dass wir etwas machen müssen», meinte BMW-Motorsportchef Mario Theissen, doch einen standardisierten Motor lehnt auch er ab. «Das würde es für Hersteller schwierig machen, ein Engagement zu rechtfertigen.»

Die Suche nach dem Nadelöhr

Nachdem die Entwicklung der Antriebe im vergangenen Jahr bis 2012 eingefroren wurde, um die Ausgaben zu drücken, sorgen die neuen Pläne vor dem Großen Preis von Japan an diesem Sonntag für Verwunderung und Verärgerung. «Ich erinnere in diesem Zusammenhang nur an die selbst gesteckten Rahmenbedingungen - nämlich Langfristigkeit und Planbarkeit und nicht ad-hoc-Entscheidungen», sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Spontaneität sei in diesem Falle nicht angebracht. Von einem Kampf zwischen Herstellern und der Fia als Regelhüter sowie Bernie Ecclestone als kommerzieller Rechte-Mitinhaber wollte Haug aber nicht sprechen. «Man ist im Moment auf der Suche nach dem Nadelöhr, um die Sache einzufädeln», meinte er.

Mosley und Ecclestone einig und entschlossen

Ecclestone und Fia-Chef Max Mosley sollen fest entschlossen sein, ihre Pläne durchzusetzen, berichtete jüngst die Londoner «Times». Nach dem China-Rennen, das am 19. Oktober in Shanghai stattfindet, wird sich die Teamvereinigung Fota mit Mosley an einen Tisch setzen, um den neuen (Spar-)Kurs zu diskutieren.

«Ironischerweise» werde ausgerechnet nun über derartige Einsparungen gesprochen, wo durch die Einführung des Energie-Rückgewinnungssystems Kers und der Rückkehr der profillosen Reifen sowie drastischer Aerodynamik-Reformen im neuen Jahr auf die Teams neue Kosten zugekommen seien, meinte John Howett von Toyota.

Nordamerika außen vor

Einigkeit besteht, dass in der Formel 1 auch vor dem Hintergrund der weltweiten Finanzkrise gespart werden muss. Theissen erklärte, dass in der Fota einige Arbeitsgruppen an Lösungen arbeiten würden. «Botschaft Nummer eins: Es gibt keine Grund zu Panik», meinte er. Botschaft Nummer zwei laute: Nichts könne über Nacht verändert werden. Theissen hofft, dass in den kommenden Monaten entsprechende Pläne vorgelegt werden können.

Auf großes Unverständnis stößt auch die Streichung des einzigen noch verbliebenen Rennens auf nordamerikanischem Boden. «Wir sind nicht glücklich, nicht in Amerika zu sein», gab Theissen zu. Anstatt das Rennen in Montréal fallen zu lassen, hätte man es lieber gesehen, Kanada als Ausgangspunkt für ein weiteres Rennen in den USA zu nehmen. Nachdem Indianapolis für diese Saison aus dem Formel-1- Kalender genommen worden war, strich der Fia-Weltrat für 2009 auch Montréal. (dpa)

 
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