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Vor dem Nachtrennen in Singapur: 

Vettel trotzt der Hysterie

24. Sep 2008 13:26
Unbeeindruckt: Sebastian Vettel beim Training
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Der Medienrummel um seine Person lässt den Shootingstar der Formel 1 kalt. Während die Experten dem Heppenheimer Titel und Millionen prophezeien, konzentriert sich der Sieger von Monza auf den nächsten Grand Prix.

Der Konkurrenz konnte Sebastian Vettel in Monza davonrasen, doch gegen den Alltag hatte der Formel-1-Aufsteiger keine Chance. «Letzte Woche war ich schon wieder in Jerez beim Testen und diese Woche ist schon das nächste Rennen», sagte der 21 Jahre alte Toro-Rosso-Pilot der Deutschen Presse-Agentur dpa vor dem ersten Nacht-Grand-Prix in der Formel-1-Geschichte am Sonntag in Singapur. «Der Alltag holt einen ganz schnell wieder ein!»

Nach seinem Sensations-Triumph beim Großen Preis von Italien vor anderthalb Wochen begann ein Hype um das Ausnahme-Talent, wie er in Deutschland nur aus den besten Tagen von Rekordweltmeister Michael Schumacher bekannt war. Von allen Seiten wurden Lobeshymnen auf Vettel gesungen. Auch Schumacher stimmte mit ein: «Er hat die Dinge kontinuierlich und konsequent durchgezogen. Da kann man nur sagen: genial!» sagte er dem Fachmagazin «auto, motor und sport».

100 Millionen in zehn Jahren

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug zählt Vettel für Singapur zu den «Top-5-Kandidaten». Andere sehen in ihn sogar schon den Champion der Zukunft. Das Interesse der Top-Teams an dem jüngsten Grand-Prix-Sieger der Formel-1-Geschichte ist längst geweckt. Schumacher-Manager Willi Weber rechnete schon einmal hoch, dass der Jungspund aus Hessen in den nächsten zehn Jahren 100 Millionen Euro verdienen könnte. Vettels Leben wurde ausgeleuchtet, sein Heimatort Heppenheim samt Schule von einer Medienkarawane heimgesucht.

Nur Vettel selbst lässt das alles scheinbar unbeeindruckt. «Durch den Sieg in Monza fühle ich mich nicht anders. Es bedeutet mir zwar sehr viel und ich werde diesen Tag wohl so schnell nicht vergessen, aber es geht ja immer weiter», sagte er.

Titel als Ziel

Auch das gesteigerte Interesse der Öffentlichkeit und der Medien nimmt der Hochgelobte gelassen. «So lange mir keiner die Tür einrennt?! Nein, im Ernst: Ich versuche, mich dadurch nicht aus der Ruhe zu bringen», meinte Vettel. «Ich werde weiterhin mein Bestes geben. Nicht weil jetzt mehr Leute herschauen, sondern weil ich eines Tages Weltmeister werden will.»

In der Millionen-Metropole Singapur steht für ihn und den Rest der Formel-1-Fahrergemeinschaft mit dem ersten Nachtrennen die nächste Herausforderung bevor. Einzige - nicht ganz ernstgemeinte Sorge - von Vettel: «Das größte Problem wird sein, wenn das Licht ausgeht. Das wäre nicht wirklich gut für uns alle.» (dpa)

 
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