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Formel 1 - Grosser Preis von Europa: 

Massa sichert sich die Pole

23. Aug 2008 15:38, ergänzt 16:32
Neu und wunderschön: Formel-1-Stadtkurs am Mittelmeerhafen von Valencia
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Ferrari vor McLaren-Mercedes und BMW: Bei der Premiere auf dem Stadtkurs in Valencia steht der Brasilianer Felipe Massa am Sonntag ganz vorn an der Startlinie. Dahinter werden Lewis Hamilton und Robert Kubica für Druck sorgen.

Felipe Massa mit der Pole-Position und der krasse Außenseiter Sebastian Vettel als sensationeller Sechster haben dem Qualifying bei der Premiere in Valencia den Stempel aufgedrückt. «Das war absolut Felipe-like», lobte Rekord-Weltmeister Michael Schumacher als begeisterter Beobachter seinen einstigen Ferrari-Teamkollegen. Seinem Landsmann Vettel bescheinigte er eine «gigantische» Leistung. Der dreimalige Formel-1-Champion Niki Lauda zog «voller Hochachtung mein Kapperl» und stufte die Vorstellung des Jungspunds aus Heppenheim als «absolut atemberaubend» ein.

«Ein gelungener Tag»

«Ich werde sicher die ganze Nacht angrinsen», sagte Vettel nach seinem bislang besten Qualifikationsergebnis und strahlte über beide Backen. «Das war ein gelungener Tag. Es hat unheimlich Spaß gemacht.» Der 21 Jahre junge Toro-Rosso-Pilot überraschte bei seinem Coup auf dem 5,419 Kilometer langen Stadtkurs nicht nur die Konkurrenz, sondern auch sämtliche Experten und sein Team. «Jetzt haben wir realistische Chancen auf Punkte.»

WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton startet beim Großen Preis von Europa am Sonntag (Start: 14.00 Uhr/RTL und Premiere) als Zweiter im McLaren-Mercedes neben Massa in der ersten Startreihe. Dahinter stehen der Qualifikations-Dritte Robert Kubica im BMW-Sauber und Titelverteidiger Kimi Räikkönen im zweiten roten Renner. Damit ist beim zwölften Saisonlauf im Hafen der spanischen Mittelmeer-Metropole Spannung pur garantiert.

Schmutzige Strecke

«Die Strecke ist sehr schmutzig. Deshalb ist es schwierig, hier eine perfekte Runde hinzubekommen», berichtete Massa nach seiner Maßarbeit. «Ich hoffe, im Rennen läuft es ebenso gut.» Der Brasilianer benötigte unter den kritischen Blicken seines einstigen Lehrmeisters Schumacher 1:38,989 Minuten auf dem spektakulären Stadtkurs. Die vierte Pole-Position in diesem Jahr war für Massa zugleich ein später Trost für sein Riesenpech beim zurückliegenden Lauf in Ungarn, als er wegen eines Motorschadens den scheinbar sicheren Sieg drei Runden vor Schluss noch verpasste. «Es ist toll, dass ich nach der Enttäuschung von Budapest nun die Pole geholt habe», sagte er.

Hamilton war bei seiner Hafenrundfahrt 0,210 Sekunden länger unterwegs. «Ich bin mit meiner letzten Runde ganz zufrieden», sagte der Brite. «Das wird ein harter Kampf im Rennen.» Mercedes- Motorsportchef Norbert Haug meinte: «Das war spannend wie selten zuvor. Ich bin sicher, wir sind gut fürs Rennen gerüstet. Ein klasse Job von Sebastian Vettel und Toro Rosso, Kompliment!»

Heidfeld zuversichtlich

In Nick Heidfeld als Achtem und Nico Rosberg als Neuntem konnten sich zwei weitere Deutsche in den Top-Ten platzieren. Da der Trainings-Sechste Jarno Trulli (Italien) wegen eines Getriebetausches reglementsgemäß um fünf Plätze nach hinten versetzt wird, rückt das Duo in der Startaufstellung sogar noch jeweils einen Rang nach vorne. «Ich denke, dass ich den einen oder anderen Platz noch gut machen kann», zeigte sich BMW-Sauber-Pilot Heidfeld (Mönchengladbach) für den Grand Prix zuversichtlich. BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen bescheinigte Kubica «erneut ein hervorragendes Qualifying». Heidfeld habe sich vor allem in der zweiten Runde gesteigert.

Timo Glock, der Überraschungs-Zweite beim Ungarn-Grand-Prix, belegte den 13. Platz. Der Toyota-Pilot aus Wersau war wegen einer schweren fiebrigen Erkältung stark gehandicapt. Adrian Sutil (Gräfelfing) wurde im Force India 20. und damit Letzter. Nach elf WM- Läufen liegt Hamilton mit 62 Punkten an der WM-Spitze. Räikkönen (57) und Massa (54) folgen dahinter. Heidfeld ist mit 41 Zählern als Gesamtfünfter bester Deutscher.

Ergebnisse Qualifiaktion

1. Felipe Massa (Brasilien) Ferrari 1:38,989 Min.; 2. Lewis Hamilton (Großbritannien) McLaren-Mercedes 1:39,199; 3. Robert Kubica (Polen) BMW-Sauber 1:39,392; 4. Kimi Räikkönen (Finnland) Ferrari 1:39,488; 5. Heikki Kovalainen (Finnland) McLaren-Mercedes 1:39,937; 6. Sebastian Vettel (Heppenheim) Toro Rosso 1:40,142; 7. Jarno Trulli (Italien) Toyota 1:40,309; 8. Nick Heidfeld (Mönchengladbach) BMW- Sauber 1:40,631; 9. Nico Rosberg (Wiesbaden) Williams 1:40,721; 10. Sébastien Bourdais (Frankreich) Toro Rosso 1:40,750; 11. Kazuki Nakajima (Japan) Williams 1:38,428; 12. Fernando Alonso (Spanien) Renault 1:38:435; 13. Timo Glock (Wersau) Toyota 1:38,499; 14. Mark Webber (Australien) Red Bull 1:38,515; 15. Nelson Piquet Jr. (Brasilien) Renault 1:38,744; 16. Jenson Button (Großbritannien) Honda 1:38,880; 17. David Coulthard (Großbritannien) Red Bull 1:39,235; 18. Giancarlo Fisichella (Italien) Force India 1:39,268; 19. Rubens Barrichello (Brasilien) Honda 1:39,811; 20. Adrian Sutil (Gräfelfing) Force India 1:39,943. (dpa)

(dpa)

 
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