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Schneller Finne in Silverstone: 

Kovalainen stiehlt Hamilton die Schau

05. Jul 2008 15:12, ergänzt 16:02
Heikki Kovalainen in Silverstone
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In der letzten Runde des Qualifikationstrainings in Silverstone ging es hoch her. Neben einem Finnen dürfen vor dem Großen Preis von Großbritannien auch zwei deutsche Piloten zufrieden sein.

Heikki Kovalainen hat bei den Lewis-Hamilton- Festspielen von Silverstone seinem Teamkollegen die Schau gestohlen und sich erstmals in seiner Formel-1-Karriere die Pole Position gesichert. Während Vize-Weltmeister Hamilton in der Qualifikation zum Grand Prix von Großbritannien nach einigen Fehlern mit dem vierten Platz zufriedengeben musste, raste der Finne am Samstag im McLaren- Mercedes auf die Spitzenposition. «Hier habe ich viele Jahre meines Lebens verbracht. Es ist super, gerade hier zum ersten Mal auf der Pole zu stehen», sagte er.

Der 26-Jährige setzte sich im Final-Durchgang auf dem 5,141 Kilometer langen Traditionskurs in 1:21,049 Minuten im McLaren- und Hamilton-Heimatland gegen den überraschend starken Australier Mark Webber im Red Bull und Weltmeister Kimi Räikkönen im Ferrari durch. «Was für eine Runde von Heikki. Glückwunsch zu seiner ersten Pole, er hat sie sich verdient und hatte fast eine halbe Sekunde Vorsprung auf Platz zwei», lobte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug und machte Hamilton Mut: «Auch für ihn ist morgen alles drin.»

Grund zur Zufriedenheit gab es auch für die deutsche Formel-1- Fraktion: Mit Platz fünf schaffte Nick Heidfeld im BMW-Sauber zum ersten Mal seit dem Auftaktrennen in Melbourne wieder ein solch gutes Ergebnis. «Ich bin zufrieden, weil ich sehe, dass es langsam vorwärts geht», meinte der Gladbacher, dem BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen eine «starke Leistung» bescheinigte. Formel-1-Junior Sebastian Vettel erreichte im Toro Rosso mit dem achten Platz das beste Qualifikations-Resultat und ließ sogar den WM-Spitzenreiter Felipe Massa im zweiten Ferrari als Neunten alt aussehen.

Rosberg enttäuschend

Bei wechselhaften Wetterbedingungen lief es für die anderen Mitglieder der schwarz-rot-goldenen Fahrgemeinschaft durchwachsen. Timo Glock musste sich im Toyota mit dem zwölften Rang zufriedengeben, war aber immerhin zum zweiten Mal in diesem Jahr schneller als Teamkollege Jarno Trulli auf Platz 14. Eine Enttäuschung erlebte Nico Rosberg. Nach den Testfahrten in der vergangenen Woche in Silverstone hatte der Williams-Pilot mit einem besseren Resultat als noch vor zwei Wochen in Magny-Cours gerechnet. Doch am Ende verpasste der in Monaco lebende Wiesbadener als 18. die Runde der besten 15. Dagegen war das Ergebnis von Adrian Sutil wie gewohnt. Er kam in seinem unterlegenen Force India auf den 19. und vorletzten Rang.

Die 85.000 Zuschauer hatten vor allem auf den 23 Jahre alten Localhero Hamilton gesetzt. Doch der Superstar wollte im letzten Qualifikations-Abschnitt offenbar zu viel und schaffte es nicht, an die Zeit seines Teamkollegen heranzukommen. Auch für zwei andere Titelkandidaten lief es nicht optimal: Der Brasilianer Massa, der am Vortag im Training mit seinem Wagen in einen Reifenstapel gerutscht war, kam nicht über Platz neun hinaus und rundete das enttäuschende Ergebnis der Scuderia ab. «Wir waren heute nicht ganz da, wo wir hin wollen», stellte Räikkönen stellvertretend für die «Roten» fest.

Technische Probleme bei Kubica

BMW-Sauber-Pilot Robert Kubica, der erstmals in dieser Saison im Qualifying hinter seinem Teamkollegen Heidfeld lag, wurde wegen technischer Probleme nur Zehnter. «Es ist schade, dass Robert seine schnelle Runde abbrechen musste. Denn beide Fahrer waren heute gut unterwegs, wie der fünfte Platz von Nick dokumentiert», meinte Kubicas Chef Theissen.

Vor dem neunten von 18 WM-Rennen am Sonntag (14.00 Uhr MESZ/RTL und Premiere) liegt Massa mit 48 Punkten noch vor Kubica (46) und Räikkönen (43) in Führung. Hamilton (38) ist Vierter vor Heidfeld (28). In der Konstrukteurs-Wertung ist Ferrari (94) vor BMW- Sauber (74) und McLaren-Mercedes (58) Spitzenreiter. (Claas Hennig, dpa)

 
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