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Formel 1 in Großbritannien: 

Duell der Supermächte in Silverstone

04. Jul 2008 17:44
Bleibt auf der Strecke: Der Kurs in Silverstone
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Während sich im freien Training für das neunte Saisonrennen die Piloten von McLaren-Mercedes und Ferrari beharken, werden hinter den Kulissen Entscheidungen getroffen. Davon ist auch der Kurs in England betroffen.

Der Lokalheld nicht an der Spitze und das Aus für Silverstone: Der Auftakt der Lewis-Hamilton-Festspiele lief für die britischen Formel-1-Fans nicht nach Wunsch. Während McLaren-Mercedes-Pilot Hamilton sich am Freitag in den ersten beiden Trainingseinheiten zum Großen Preis von Großbritannien zweimal mit Platz drei begnügen musste, verkündeten Formel-1-Boss Bernie Ecclestone und Automobil-Weltverbandschef Max Mosley das Ende für den Grand-Prix-Standort Silverstone im nächsten Jahr und den Wechsel ins nordenglische Donington Park ab 2010.

«Wir wollten eine Weltklasse-Strecke für die Formel 1 in Großbritannien. Etwas, auf das die Teams und die Fans stolz sein können», sagte der 77-jährige Ecclestone, der mit der Vertragsunterschrift das lange Tauziehen mit den Streckenbetreibern in Silverstone beendete. Die Verhandlungen über einen neuen Vertrag nach der kommenden Saison seien «fruchtlos» geblieben, meinte Automobil-Weltverbands-Chef Mosley.

Heftiger Regen ewartet

Für Silverstone, wo im Mai 1950 die Geburtsstunde der Formel 1 schlug, ist die Entscheidung zu diesem Zeitpunkt bitter. Dank Publikumsliebling Hamilton ist das «Motorsport-Mekka» an diesem Wochenende mit 240.000 Zuschauern ausverkauft. Sie hoffen darauf, dass am Sonntag (14.00 Uhr MESZ/RTL und Premiere) erstmals seit David Coulthard 2000 wieder ein Brite beim Heim-Grand Prix ganz oben dem Podium steht.

Den Wunsch will der 23-Jährige ihnen unbedingt erfüllen. In den ersten beiden Übungseinheiten deutete alles auf ein Duell Rot gegen Silber hin, auch wenn Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug einschränkte: «Für morgen und Sonntag ist heftiger Regen angesagt. Da sind die Erkenntnisse von heute nur bedingt aussagekräftig.»

Enges Duell der Etablierten

Am Freitagnachmittag hatte Haugs finnischer Pilot Heikki Kovalainen in 1:19,989 Minuten auf dem 5,141 Kilometer langen Kurs die beste Zeit erzielt. Am Vormittag lag der WM-Spitzenreiter Felipe Massa im Ferrari in 1:19,575 Minuten noch knapp vor Kovalainen, Hamilton und Weltmeister Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari.

Trotz der Tagesbestzeit lief für Massa, der als erster Brasilianer seit Ayrton Senna als WM-Erster bei einem Grand Prix startet, nicht alles nach Plan. Eine halbe Stunde vor Ende der ersten Einheit kam er von der Strecke ab und schlug rückwärts in einen Reifenstapel. Der 27-Jährige blieb unverletzt, sein Wagen wurde erheblich beschädigt. Grund für den Ausrutscher war eine Ölspur. Kurz zuvor hatte der Renault von Fernando Alonso an dieser Stelle einen Motorschaden.

Heidfeld sieht Ferrari vorn

Von den deutschen Fahrern konnten Sebastian Vettel im Toro Rosso und Nico Rosberg im Williams überzeugen. Die Plätze sieben und sechs waren Vettels Empfehlungsschreiben für die Nachfolge des zum Saisonende freiwerdenden Coulthard-Cockpits beim Mutter-Rennstall Red Bull. Rosberg wurde Zehnter und Fünfter. Timo Glock erreichte im Toyota die Ränge 12 und 14, Nick Heidfeld wurde im BMW-Sauber zweimal 13. und Adrian Sutil im Force India einmal 18. und einmal 19.

Mit dem Rennausgang am Sonntag (14.00 Uhr MESZ/RTL und Premiere) wird die deutsche Fahrer-Gemeinschaft voraussichtlich nichts zu tun haben. Williams-Pilot Rosberg hat keine Zweifel, wer siegt: «Es wird ein Ferrari-Wochenende, kein anderer wird eine Chance haben.» Und auch Landsmann Heidfeld tippt auf die Roten: «Wenn sie alles richtig machen und keine Probleme haben, erwarte ich sie vorne.» Vor dem neunten von 18 Saisonrennen führt Massa mit 48 Zählern die Fahrerwertung an. Zweiter ist der Pole Robert Kubica (46) im BMW- Sauber vor Räikkönen (43) und Silberpfeil-Pilot Hamilton (38).

Geheimtreffen von Mosley und Ecclestone

In den seit Monaten schwelenden Streit um die Formel-1-Zukunft scheint indes Bewegung zu kommen. Wie das Fachmagazin «auto, motor und sport» auf seiner Internetseite am Freitag berichtete, trafen sich die Kontrahenten Ecclestone und Mosley Anfang der Woche in London. Bei dem Gespräch war demnach auch Donald MacKenzie, Chef des Formel-1-Rechteinhabers CVC, dabei.

Nach der Annäherung ist endlich auch eine Einigung über das «Concorde Agreement» möglich. Bisher hatte Mosley die Unterzeichnung der Vereinbarung, die die Zusammenarbeit der Teams, der Fia als Regelhüterin und des Rechteinhabers regelt, abgelehnt. (dpa)

 
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