Grand Prix in Magny-Cours:
Roter Jubel im Qualifying
21. Jun 2008 21:50, ergänzt 22. Jun 2008 13:36
 |  Cool und schnell: Kimi Räikkönen | Foto: dpa |
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Roter Jubel, silberne Enttäuschung und weiß-blauer Dämpfer. 200. Pole Position für Ferrari, die deutschen Fahrer hingegen enttäuschen in Frankreich.
Der Iceman auf Pole: «Bis jetzt ist es ein großartiges Wochenende», sagte Räikkönen nach seiner souveränen Vorstellung am Samstag. In 1:16,449 Minuten fuhr er im letzten Qualifikationsdurchgang die schnellste Runde und sorgte damit für das Pole-Jubiläum der Scuderia. Felipe Massa komplettierte als Zweiter das perfekte Resultat des Teams, das in der Konstrukteurswertung mit 73 Punkten nur drei Zähler vor BMW-Sauber liegt, gefolgt von McLaren-Mercedes mit 53 Punkten.
Hamilton strafversetzt
Die Silbernen hingegen stehen im Rennen vor einer kaum lösbaren Aufgabe. Auf dem 4,411 Kilometer langen Circuit Nevers gilt Überholen als sehr schwierig. Für Vize-Weltmeister Hamilton ist von Startplatz 13 daher höchstens Schadensbegrenzung angesagt. «Es war ziemlich enttäuschend für mich», sagte der Brite, der mehrere Fehler in der Qualifikation einräumte. Nach seinem Boxengassen-Auffahrunfall mit dem Ferrari von Räikkönen war er mit dem Startplatz-Handicap von zehn Rängen belegt worden.
Teamkollege Heikki Kovalainen wird hinter dem zweimaligen Weltmeister Fernando Alonso im überraschend starken Renault sowie Toyota-Mann Jarno Trulli als Fünfter starten. «Wir müssen versuchen, Punkte zu machen und unser Handicap nach Lewis' Rückversetzung so gut wie möglich zu kompensieren», sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.
BMW-Sauber geerdet
Wieder auf dem harten Boden der Tatsachen landete das BMW-Sauber-Team. Nach dem umjubelten Premierensieg durch Kubica in Kanada fuhr der Pole in Frankreich bislang der WM-Konkurrenz hinterher. Die WM-Führung des 23-Jährigen, der mit 42 Punkten vier Zähler vor Hamilton und Massa und sieben vor Räikkönen liegt, ist akut in Gefahr. Noch größer war die Enttäuschung bei Nick Heidfeld. In letzter Minute konnte er zwar noch das Aus schon im ersten Durchgang verhindern, im zweiten Qualifikations-Abschnitt war dann aber Schluss. Die wegen seiner Qualifying-Probleme kurzfristig angesetzten Übungsschichten der vergangenen Woche blieben somit vorerst wirkungslos.
Eher zufrieden konnten hingegen Toyota-Mann Timo Glock und Toro-Rosso-Fahrer Sebastian Vettel sein. Glock darf am Sonntag als Neunter starten. Vettel zeigte schon im Training starke Leistungen, verpasste nur knapp das Qualifying der Top Zehn und geht als Zwölfter auf die Strecke. «Wir waren nah dran, aber es hat nicht sollen sein. Ich kann mit meiner Leistung zufrieden sein», sagte der Heppenheimer, für den sich ein Wechsel zum Mutterteam Red Bull zur kommenden Saison anbahnt.
Als Letzter muss am Sonntag Williams-Mann Nico Rosberg ins Rennen gehen. Der Wiesbadener wurde im Qualifying 15., wird nach seiner Verwicklung in den Boxengassen-Unfall von Montréal aber ebenso wie Hamilton um zehn Plätze nach hinten versetzt. «Es ist eine Katastrophe. Es ist schon grausam, wie weit wir zurück sind», schimpfte Rosberg. Direkt neben dem Williams-Fahrer geht Adrian Sutil als 19. ins Rennen. «Es ist nicht mehr drin im Auto. Ankommen - das ist leider das Einzige, worauf wir hoffen können», sagte Sutil.
Barichello ans Ende
Rubens Barrichello muss wegen eines Getriebewechsels vom letzten Platz starten. Die Rennkommissare versetzten den ursprünglich als 17. qualifizierten Honda-Fahrer kurz vor dem Grand Prix in Magny-Cours ans Ende des Feldes von 20 Piloten. Von der Strafe für den Brasilianer profitierten Adrian Sutil und Nico Rosberg. Der Gräfelfinger Sutil geht nun als 18. auf die Strecke, der zuvor ebenfalls strafversetzte Wiesbadener Rosberg rückt auf Rang 19 vor. (nz/dpa)