Streit um FIA-Chef Max Mosley:
«Er löst einen Krieg aus»
04. Jun 2008 12:05, ergänzt 14:35
 |  Max Mosley hört Kritik | Foto: dpa |
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Max Mosley darf bleiben. Trotz eines Skandals stärkte Automobilweltverband FIA seinem Präsidenten den Rücken. Doch das internationale Pressecho fällt verheerend aus.
Das Votum des Automobil-Weltverbandes (FIA) für den Verbleib von Max Mosley an der Spitze der FIA hat internationale Kritik ausgelöst. Mosley ziehe seinen Kopf aus der Schlinge, «aber er löst einen Krieg in der FIA aus», schrieb die spanische «Marca» am Mittwoch.
Das Konkurrenzblatt «As» bezeichnete die Abstimmung als «Farce». Für die britische «Daily Mail» war das Stimmenverhältnis von 103:55 ein «schaler Sieg». Die französische «L'Équipe» meinte: «Den ersten Satz hat er für sich entschieden, aber Mosley weiß, dass die Partie noch lange nicht gewonnen ist.»
Die FIA selbst bemüht sich derweil darum, zum Tagesgeschäft zurückzukehren. Der anstehende Große Preis von Kanada soll die peinliche Sex-Affäre des Präsidenten und die undurchsichtige Hinterzimmer-Diplomatie bei der FIA endlich aus den Schlagzeilen verdrängen. In Montreal soll allein gelten: Die Wahrheit liegt auf dem Asphalt. «Es ist nun wichtig, dass sich alle Beteiligten ab jetzt wieder ganz auf den Sport konzentrieren», mahnte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen direkt nach der von Mosley gewonnenen Vertrauensabstimmung «Business as usual» an.
Formel 1: McLaren vor Ferrari
Die Formel-1-Wahrheit heißt nach dem Monaco-Triumph von Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes und dem Ende der Siegesserie von Ferrari: Silber vor Rot. Doch trotz des Aufwinds der Silberpfeile gibt sich Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug vor dem einzigen Nordamerika-Rennen im Kalender zurückhaltend. «Jetzt zu sagen, das ist die Wende für Lewis, wäre so falsch wie vor einem Jahr», warnte er und prophezeite: «Ich denke, es wird weiter eng zugehen und dass es weiter einen Entwicklungswettlauf der Teams geben wird. Und wer am schnellsten und treffsichersten weiter entwickelt, wird am Ende vorn sein.» (dpa)
Während Hamilton (38 Punkte) vor dem siebten von 18 Saisonrennen in der Gesamtwertung knapp vor Weltmeister Kimi Räikkönen (35) und dessen Ferrari-Teamkollegen Felipe Massa (34) führt, ist die Scuderia zumindest dank ihrer vier Saisonsiege bei den Konstrukteuren mit 69 Zählern vor den Silbernen (53) und BMW-Sauber (52).
Großer Preis von Kanada
Doch vor dem Rennen auf dem 4,361 Kilometer langen Circuit Gilles Villeneuve spricht am Sonntag (19.00 Uhr MESZ/RTL und Premiere) auch die Statistik der jüngsten Vergangenheit für die britisch-schwäbische Renngemeinschaft. Seit Michael Schumachers Erfolg auf der Ile de Notre Dame 2004 wartet die Scuderia auf einen Erfolg in Kanada. Die Silberpfeile gewannen immerhin 2005 durch Räikkönen und 2007 durch Hamilton. Für den Briten war es vor einem Jahr der erste Höhepunkt seines Formel-1-Märchens. «Der Circuit Gilles Villeneuve gehört zu meinen Lieblingsstrecken und ist nach meinem Premierensieg dort vor einem Jahr ein besonderer Ort für mich», meinte Hamilton. (dpa)