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Verdächtige Dominanz der «Roten» aus Maranello: 

Konkurrenz vermutet «PS-Doping» bei Ferrari

10. Mai 2008 13:10
Dominanz mit unerlaubten Mitteln? Die Ferrari-Piloten Felipe Massa (v.) und Kimi Räikkönen und (M.) vor McLarens Heikki Kovalainen
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Die Dominanz von Ferrari in der Formel 1 löst bei den Wettbewerbern nicht nur Bewunderung aus. Bei den Konkurrenz-Teams macht sich die branchentypische Paranoia breit.

Die Formel-1-Dominanz von Ferrari hat nicht nur Be-, sondern auch Verwunderung bei der Konkurrenz ausgelöst. Vor dem Großen Preis der Türkei am Sonntag in Istanbul steht die Scuderia im Verdacht, sich mit Tricks eine größere Motorleistung verschafft zu haben. Beweise gegen unerlaubtes «PS-Doping» gibt es aber nicht.

Die Überlegenheit von Weltmeister Kimi Räikkönen und Felipe Massa in den vergangenen Wochen hat zu der in der Szene üblichen Paranoia geführt. Wie so oft, wenn ein Team zu stark scheint, wurden hinter vorgehaltener Hand Mutmaßungen in Umlauf gebracht. Die Scuderia, die in Räikkönen den WM-Spitzenreiter stellt und auch die Konstrukteurswertung überlegen anführt, weist alle Schummel- Verdächtigungen zurück. Alles sei den Regeln entsprechend abgelaufen, heißt es bei den «Roten».

Das Fachmagazin» «auto, motor und sport» hatte berichtet, dass Ferrari beim Internationalen Automobilverband Fia vor der Saison den Antrag gestellt hatte, bestimmte Komponenten im Motor zu verändern. Offizielle Begründung: Die Standfestigkeit sollte verbessert werden. Dies verwundert, hatte doch Ferrari in der vergangenen Saison nicht einen Ausfall durch Motorschaden zu beklagen.

Genehmigte Veränderungen

Auch Renault und Mercedes waren bei der Fia vorstellig geworden und baten darum, an ihren Aggregaten zu schrauben. Während laut «auto, motor und sport» Mercedes nur Kleinteile abänderte, wurde bei Ferrari an den Kolben und am Ölkreislauf gearbeitet, bei Renault an den Kolben, am Lager und den Ventilen.

Renault und McLaren-Mercedes brachten die Modifikationen offenbar keine Leistungssteigerung - was regelkonform ist. In Bezug auf Ferrari wird indes vermutet, dass die Italiener noch ein paar Pferdestärken an Leistung gefunden haben. Die Steigerung liegt laut dem Fachmagazin im zweistelligen PS-Bereich. Im Schnitt haben die V8- Motoren rund 750 PS.

«…dann ist das ihr gutes Recht»

Der deutsche Williams-Toyota-Pilot Nico Rosberg meinte, von der Geschichte noch nichts gehört zu haben. «Aber das muss man machen - man muss die Grenzen ausloten, wenn man erfolgreich sein will. Wenn die das gemacht haben, dann ist das ihr gutes Recht. Ich habe großen Respekt vor den Leistungen, die Ferrari Jahr für Jahr bringt», wurde der Wiesbadener auf der Internetseite «motorsport-total.com» zitiert.

Eine Leistungssteigerung ist untersagt. Laut Reglement sind die Motoren bis 2012 in ihrer Entwicklung eingefroren. Eingriffe sind nur möglich, wenn dadurch die Standfestigkeit verbessert oder die Kosten gesenkt werden. Jeder, der Modifikationen vornimmt, muss ein genaues Protokoll anfertigen und dieses den konkurrierenden Motor-Herstellern zur Verfügung stellen. Über die Auswirkungen der Veränderungen wurde aber nicht berichtet und bisher wurden sie auch nicht kontrolliert. (Claas Hennig, dpa)

 
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