Netzeitung Logo
 
Aktuelles  »  Sport  »  Formel 1
DruckenVersenden
 

Formel 1: 

Super Aguri steigt aus

06. Mai 2008 10:21, ergänzt 13:36
Anthony Davidson (l.) und Takuma Sato müssen sich einen neuen Job suchen
Bild vergrößern
Der japanische Rennstall muss angesichts leerer Kassen sein Engagement in der Formel 1 beenden. Schon beim nächsten WM-Lauf in Istanbul sind somit nur noch zehn Teams am Start.

Rotes Licht für Super Aguri: Der finanziell angeschlagene Rennstall hat seinen monatelangen Überlebenskampf verloren und zieht sich sofort aus der Formel 1 zurück. 26 Monate nach dem Debüt am 12. März 2006 in Bahrain, nach 39 Grand Prix und vier WM-Punkten verkündete Teamchef Aguri Suzuki am Dienstag das Ende der Hinterbänkler-Truppe. «Mit Bedauern muss ich mitteilen, dass das Team heute seine Rennaktivitäten stoppt», sagte der Japaner. Damit sind ab sofort nur noch zehn Teams in der «Königsklasse» vertreten. Schon beim Großen Preis der Türkei in Istanbul am kommenden Sonntag wird Super Aguri mit seinen Piloten Anthony Davidson und Takuma Sato nicht mehr dabei sein.

Verkauf an deutsche Investoren abgelehnt

Noch am Dienstag hatte der Vorstand des japanischen Automobil-Herstellers und Formel-1-Konkurrenten Honda über das Übernahmeangebot einer deutschen Unternehmensgruppe (Weigl-Gruppe) beraten, stimmte aber dem Verkauf an den potenziellen Investor nicht zu. Hondas Formel-1-Verantwortlicher Nick Fry hatte schon in den vergangenen Wochen nur noch wenig Interesse gezeigt, das Team mit Chassis, Motor und vor allem finanziell zu unterstützen. Angeblich soll auf sein Geheiß hin den Lkws von Super Aguri, mit denen Ersatzteile und das Motorhome in die Türkei gebracht worden waren, am vergangenen Sonntag die Zufahrt zum Istanbul Speed Park verweigert worden sein.

Die Krise war ausgelöst worden, nachdem ein Großsponsor im vergangenen Jahr nicht wie vereinbart gezahlt haben soll. «Der Vertragsbruch durch unseren Partner SS United hat zum Verlust der finanziellen Unterstützung geführt und das Team in finanzielle Schwierigkeiten gebracht», sagte der 47-jährige Suzuki, der selbst von 1988 bis 1995 64 Grand Prix bestritten hat. Die Notlage verschärfte sich, als im vergangenen Monat eine Investoren-Gruppe (Magma) ihr Interesse an einem Kauf zurückzog.

Sponsoren lassen Super Aguri im Stich

Erschwerend wirkte für den Rennstall, dass künftig Kundenautos verboten werden sollen. So hätte Super Aguri einen eigenen Wagen entwickeln müssen, was wiederum sehr kostspielig ist. Die veränderten Rahmenbedingungen für das Team hatten sich negativ auf die Möglichkeit ausgewirkt, Partner zu finden. «Wir haben es mit Hilfe von Honda irgendwie geschafft, das Team am Laufen zu halten, aber wir finden es schwer, einen Weg zu finden, um unsere Tätigkeiten in Zukunft innerhalb der Formel 1 fortzusetzen», meinte Suzuki.

Super Aguri war trotz der Geldnöte in den ersten vier Rennen 2008 an den Start gegangen. Die Präsentation des neuen Wagens hatte vor der Saison wegen der fehlenden Mittel abgesagt werden müssen, Suzuki war fast ausschließlich mit der Suche nach Sponsoren beschäftigt.

Super Aguri ist das vorerst letzte in einer langen Reihe von Teams, die im Milliarden-Zirkus Formel 1 mangels Geld nicht mehr auftreten können. Nachdem immer mehr Automobil-Hersteller eigene Teams in der Formel 1 unterhalten, ist es für private Rennställe immer schwieriger, finanziell mitzuhalten. Rund 100 Millionen Dollar pro Saison muss man aufbringen, um bei dem PS-Spektakel dabei zu sein. Etliche Rennställe wie Prost, Jordan, Jaguar oder Arrows zogen sich in den vergangenen Jahren zurück oder wurden übernommen. (dpa)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Sportschauen
Zu weiteren Sportschauen
Fahrer, Strecken, Wertung
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.