27.04.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Der Ex-Stuttgarter Viorel Ganea möchte für Rumänien treffen.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Das Länderspiel gegen Deutschland ist für die rumänische Fußball-Nationalmannschaft ein «historisches Event». Trainer Anghel Iordanescu spricht sogar von einem Sieg.
Die rumänische Fußball-Nationalmannschaft gehörte in den 90er-Jahren zu den Topteams bei Welt- und Europameisterschaften. Stars wie Gheorghe Hagi oder Gheorghe Popescu machten sich im internationalen Fußball einen Namen als «Balkan-Brasilianer». Diesen Zeiten trauern die Fans aus dem osteuropäischen Land hinterher.
In Portugal nicht dabeiDie rumänische Nationalmannschaft ist nach der verpassten Teilnahme an der WM 2002 auch bei der Euro 2004 in Portugal nur Zuschauer und befindet sich in einem personellen Umbruch. Entsprechende Bedeutung hat für Rumänien deshalb auch das Länderspiel am Mittwoch (19.00 Uhr/live im ZDF) in Bukarest gegen Vizeweltmeister Deutschland. Trainer Anghel Iordanescu spricht sogar von einem «historischen Event».
Trotz der jüngsten Enttäuschungen und trotz des Ausfalls von Stürmerstar Adrian Mutu vom FC Chelsea, der an einer Bänderdehnung im linken Knie laboriert, sieht Iordanescu sein Team durchaus in der Lage, «einen Sieg zu erreichen. Die Deutschen sind normalerweise zwar Favorit, aber wir haben das Potenzial, wenn wir intelligent spielen».
WM 2006 fest im BlickMit einem Erfolgserlebnis wollen die Rumänen vor allem im Hinblick auf die Qualifikation zur WM 2006 in Deutschland neues Selbstvertrauen tanken. Die Teilnahme wird trotz einer schweren Gruppe mit Tschechien, den Niederlanden, Finnland, Armenien, Mazedonien und Andorra erwartet.
Der Druck auf den umstrittenen Iordanescu ist entsprechend groß, nachdem in der rumänischen Öffentlichkeit bereits die Vertragsverlängerung mit dem «General» umstritten war. «Er ist der richtige Mann in diesem Augenblick», erklärte jedoch Verbandspräsident Mircea Sandu, obwohl Iordanescu sein Amt nach der missglückten EM-Qualifikation ursprünglich zur Verfügung stellen wollte.
Mutu und Chivu sind EckpfeilerEckpfeiler der neuen rumänischen Mannschaft sind der 25 Jahre alte Mutu und der 23 Jahre alte Abwehrspieler Cristian Chivu vom AS Rom. Aus besseren Tagen ist nur noch der 36 Jahre alte Torwart Bogdan Stelea von UD Salamanca und der Ex-Wolfsburger Dorinel Munteanu übrig geblieben.
Der 35-Jährige, der inzwischen bei Steaua Bukarest spielt und 119 Länderspiele absolviert hat, fehlt gegen Deutschland allerdings wegen eines Muskelfaserrisses. Dafür feiert der Ex-Stuttgarter Ioan Viorel Ganea ein Wiedersehen mit den alten Bekannten aus der Bundesliga. «Ich schätze die deutsche Mannschaft. Sie spielen sehr diszipliniert», sagte der Angreifer von den Wolverhampton Wanderers.
Ganea will gegen Kahn treffenGanea hat einen Wunsch: «Ich möchte gegen Oliver Kahn endlich ein Tor schießen. Einmal war mir das mit Stuttgart gelungen, der Treffer wurde aber wegen Abseits nicht anerkannt.» Ganea verdient wie ein Großteil seiner Nationalelf-Kollegen im Ausland sein Geld. Nicolae Mitea von Ajax Amsterdam, der als eines der größten Talente in Rumänien gilt, fehlt allerdings. Der 19-Jährige bekam vom gestrengen Coach eine Denkpause verordnet, weil Mitea angeblich so verliebt sei, dass er sich nicht mehr auf das Fußballspielen konzentrieren und seine Leistung stagnieren würde. (nz)