Die Uefa hat die Tornetzfarben getauscht!:
Glosse: Schwarz und Weiß
26. Jun 2008 15:57, ergänzt 28. Jun 2008 11:18
 |  Ein Tor, wie von Rehhagel gemalt: Ganz in weiß! | Foto: AP |
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Die Uefa hat massiv ins laufende Turnier eingegriffen! Und Griechenland massiv geschadet!
Martin Krauß und Otto Rehhagel finden es nicht richtig, dass die Tornetze wieder schwarz sind!
Trüge Jogi Löw einen Schnäuzer, wir wüssten es. Ein Jens Lehmann mit Dauerwelle? Wär’ uns aufgefallen. Poldi mit blauen Haaren, Gerhard Mayer-Vorfelder mit gesunder Gesichtsfarbe oder Torsten Frings mit Glatze – all das wäre uns nie und nimmer verborgen geblieben. Aber auf eins musste uns erst das Online-Fußballmagazin «Rund» aufmerksam machen: In der Vorrunde waren die Tornetze schwarz, in der Finalrunde sind sie weiß. Und diese Begründung hätten wir nie herausgefunden: «Es gab keinen speziellen Grund für den Farbwechsel der Tornetze», ließ die Uefa verlauten, «es war ein interner Beschluss.»
Weiß-Grün-Schwarz
Tornetze waren im Fußball, soweit man zurückdenken kann, immer weiß. Außer auf Dorfplätzen. Da werden sie, darin Gardinen nicht unähnlich, über die Jahre eher grau als weiß. Wer sich allerdings etwas näher mit so etwas wie Tornetzfarben beschäftigt, weiß allerdings, dass die blöden Dinger in den Ligen, in denen sie auch oft ungeflickte Löcher haben, am häufigsten grün sind.Schwarz jedenfalls waren die Netze erstmals vor vier Jahren, bei der EM in Portugal. Das war damals eigentlich allen egal, außer Otto Rehhagel. Der Trainer der griechischen Nationalelf beschwerte sich massiv, aber ohne Erfolg. Zur Strafe musste er Europameister werden.
Schwarz sieht man besser
Damit Rehhagel so etwas nicht wieder passiert, beschwerte er sich vor diesem Turnier wieder. Siegesgewiss bestellte er für die Trainingsplätze des griechischen Teams Tore mit weißen Netzen. Schließlich, so das Kalkül des erfahrenen Fußballlehrers, hatte man ihm seinen Wunsch vor vier Jahren nur deswegen abgeschlagen, weil sein Team damals als Außenseiter galt. Aber heuer, als Titelverteidiger, da hätte er auch verlangen können, dass die Netze von seiner Frau Beate persönlich gehäkelt werden, und die Bosse hätten es gemacht. Da hat sich der Otto aber verrechnet. Die Uefa wollte sich von dem hellenischen Emporkömmling im blauen Trainingsanzug nichts sagen lassen und verhängte die Tore alle wieder mit schwarz. Angeblich, so argumentiert zumindest die Firma, die die Netze liefert, sieht man besser durch schwarze Netze. Die Zuschauer hinter den Toren hätten sonst Probleme, das Geschehen im Fünfmeterraum zu verfolgen.
Die Wahrheit aber liegt auf dem Platz, wissen Trainer wie Otto Rehhagel, und das Netz ist schließlich nicht zum Durchgucken da, sondern zum Draufballern: Was soll der Scheiß, wir brauchen weiß!
Ein antigriechischer Affront
Otto Rehhagels Wunderstürmer hatten daher alle auf weiß geübt. Sie wollten ja ihr Ziel sehen und nicht durch es hindurchgucken. Kein Wunder also, dass der griechische Sturm sich mit am schlechtesten des Turniers präsentierte: Gerade mal ein Mal in der Vorrunde. Das kann ja wohl nicht alleine an Unvermögen, an Verteidigern oder an der Noppenoberfläche des Balles liegen!Schwarze Netze in der Vorrunde, das war schon sehr gemein von der Uefa! Aber noch gemeiner war, dass sie ohne eine anständige Begründung die Netze einfach austauschte, kaum dass sich Otto die Spiele von zu Hause aus anschauen muss. Vielleicht hofft die Uefa darauf, dass es bei Rehhagels zu Hause nur einen Schwarzweiß-Fernseher gibt und er es nicht merkt!
Nochmal, so darf vermutet werden, wird sich Otto Rehhagel mit seiner griechischen Mannschaft keine schwarzen Tornetze mehr bieten lassen! Sollen sie doch ihr Turnier alleine machen!
Die nächste spannende Frage ist, ob es jemand auffällt, wenn die nächste Europameisterschaft tatsächlich ohne die griechischen Weißnetzspezialisten stattfände.