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Fußball EM 2008 Historie

EM 1980: 

Der blonde Engel und das Kopfball-Ungeheuer

28. Mai 2008 22:27
Der
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Mit der ersten EM-Endrunde im neuen Jahrzehnt näherte sich die Uefa dem WM-Modus an: mehr Teilnehmer, eine Gruppenphase und ein gesetzter Gastgeber. Stimmung und spielerische Qualität waren in Italien jedoch nicht erstklassig.

Zum zweiten Mal durfte Italien ein Endrundenturnier ausrichten. Die Kriterien, die der italienische Uefa-Präsident Artemio Franchi ansetzte, ließen praktisch keine andere Wahl zu. Um das Turnier attraktiver zu gestalten, verdoppelte der europäische Fußballverband die Teilnehmerzahl auf acht Teams und ließ den Ausrichter ohne Qualifikation teilnehmen. Der richtige Weg, die falsche Wahl. Der italienische Fußball hatte mit einem Manipulationsskandal zu kämpfen, der auch die Besetzung des Nationalteams beeinflusste und zudem die Tifosi wütend machte.

Eine Nummer zu groß

Mit den Stadien in Mailand (San Siro, 80.000 Plätze), Neapel (Stadio Sao Paolo, 85.000), Rom (Stadio Olimpico, 79.000) und Turin (Stadio Communale, 71.000) hatte man beste Voraussetzungen. Doch die Endrunde vom 11. Juni bis 22. Juni 1980 war mit einem Zuschauerschnitt von gut 24.000 alles andere als ein Publikumserfolg. Konnte die Squadra Azzurra 1968 noch vom Heimvorteil profitieren, mussten sich die Italiener diesmal mit Platz vier begnügen.

Der Uefa lagen mit dem Gastgeber 32 Meldungen vor, so dass in sieben Gruppen die Endrundenteilnehmer ermittelt wurden. Während sich das DFB-Team abermals qualifizieren konnte, war die DDR unter den sieben Vorrundensiegern nicht zu finden. Vor dem «Endspiel» der Gruppe 4 waren die Spieler von Nationaltrainer Georg Buschner punktgleich mit dem Oranje-Team. Vor 100.000 Zuschauern in Leipzig führte die DFV-Auswahl schon 2:0, musste sich am Ende aber nach drei niederländischen Toren knapp geschlagen geben.

Italienisches Desinteresse

Die Endrunde wurde in zwei Viererstaffeln ausgetragen. Die Gruppensieger durften im Endspiel um den Titel streiten, während die Zweiten im kleinen Finale aufeinandertrafen. Das Eröffnungsspiel zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Tschechoslowaken, war eine Neuauflage des 76er Endspiels. Nur 11.000 Zuschauer verfolgten die gelungene Revanche des deutschen Teams, in dem nur noch Kapitän Bernard Dietz vom damaligen Vize-Europameister auf dem Feld stand.

Im entscheidenden Spiel um den Finaleinzug trafen die Schützlinge von Bundestrainer Jupp Derwall auf die Niederländer. Mit einem Hattrick brachte Klaus Allofs das deutsche Team auf die Siegerstraße und wurde am Ende auch Torschützenkönig. Die Partie endete letztlich 3:2, auch weil ein 19-jähriger Debütant namens Lothar Matthäus einen Foulelfmeter verursachte.

Und schon wieder Europameister

In der Gruppe zwei setzte sich überraschend Belgien durch. Überschattet wurden die Spiele jedoch von erheblichen Ausschreitungen. Während sich die Teams aus England und Belgien auf dem Platz gegenüber standen, mischten auf den Rängen zusätzlich noch italienische Hooligans mit. Das von der Polizei eingesetzte Tränengas machte wiederum den Spielern zu schaffen. Für den Gruppensieg reichte den Belgiern im letzten Spiel ein torloses Unentschieden gegen Italien. Somit traf der Gastgeber im kleinen Finale auf die Tschechoslowaken. Da nach einem Remis in der regulären Spielzeit keine Verlängerung vorgesehen war, bewies der Titelverteidiger wie im Endspiel vor vier Jahren seine Nervenstärke im Elfmeterschießen und verwies die Italiener auf Platz vier.

Wie schon im gesamten Turnier, zog auch im Finale ein blonder Engel die Fäden im deutschen Spiel. Den Pass des erst 20-jährigen Spielmachers Bernd Schuster verwertete Horst Hrubesch in der 10. Minute zum 1:0. Vor 48.000 Zuschauern im Stadio Olimpico kamen die Belgier eine Viertelstunde vor Schluss zum Ausgleich. Doch dann machte das Hamburger Kopfball-Ungeheuer seinem Namen alle Ehre. In der 88. Minute wuchtete Hrubesch den Ball nach einer Ecke in das von Jean-Marie Pfaff gehütete Tor. Das DFB-Team war Europameister und gewann den Titel zum zweiten Mal - im dritten EM-Endspiel in Folge.


Die Endrunden-Teilnehmer der EM 1980

Gruppe 1: Niederlande, Tschechoslowakei, Deutschland, Griechenland
Gruppe 2: Belgien, Italien, England, Spanien

Die Mannschaft des Turniers

Dino Zoff – Claudio Gentile, Gaetano Scirea (alle Italien), Karl-Heinz Förster, Hans-Peter Briegel – Bernd Schuster, Hansi Müller (alle Deutschland), Marco Tardelli (Italien), Jan Ceulemans (Belgien) – Karl-Heinz Rummenigge, Horst Hrubesch (beide Deutschland)




 
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