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Fußball EM 2008 Historie

EM 1984: 

Oh la la, Platini!

19. Mai 2008 12:14
Michel Platini: Champagner-Fußballer
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Ein Mittelfeld, das so prickelt wie Champagner, berauscht ein ganzes Volk. Angeführt vom großen Michel Platini holt sich Frankreich den Pokal, während Deutschland durch einen Kopfball auf den Boden der Tatsachen geholt wird.

Ein Name überstrahlt die Erinnerung an die 7. EM-Endrunde in Frankreich: Michel Platini. Der heutige Uefa-Präsident war der unumstrittene Star des Turniers, erzielte in nur fünf Partien neun Treffer, ein Rekord für die Ewigkeit. Gemeinsam mit seinen Mitstreitern Alain Giresse, Jean Tigana und Luis Fernandez bildete er ein geniales Mittelfeld-Quartett, dass in den achtziger Jahren den den sogenannten «Champagner-Fußball» zelebrierte.

Packendes Halbfinale

Nachdem die «Equipe Tricolore» schon bei der WM 1982 in Spanien kurz vor dem Titelgewinn stand, dann aber auf dramatische Weise gegen Deutschland im Halbfinale ausschied, wollte es die Mannschaft von Trainer Michel Hidalgo im eigenen Land besser machen. Sie taten es und bescherten der «Grande Nation» den ersten großen Titel. Unvergessen bleibt der grobe Patzer von Spaniens Keeper Luis Arconada, der im Endspiel im Pariser Prinzenpark (das Stade de France wurde erst für die WM 198 errichtet) einen Freistoß von Platini durch die Hosenträger rutschen ließ und Frankreich damit auf die Siegerstraße brachte.

Während die Franzosen im Endspiel eher berechnend spielte, berauschten sie das Publikum in den Vorrundenspielen gegen Belgien (5:0) und Jugoslawien (3:2). Das absolute Highlight war jedoch das packende Halbfinale gegen Portugal. Nachdem Frankreich in der Verlängerung in Rückstand geriet, war es natürlich Platini, dem in letzter Minute der denkwürdige Siegtreffer gelang.

Derwalls letztes Turnier

Für die deutsche Nationalmannschaft war die EM 1984 eine einzige Enttäuschung. Während die DDR in der Qualifikation deutlich an Belgien gescheitert war, fuhr die DFB-Auswahl als Titelverteidiger und Vizeweltmeister mit breiter Brust nach Frankreich (Weltmeister Italien scheiterte kläglich in der Qualifikation). Nach einem torlosen Remis im Auftaktspiel gegen Portugal besiegte die Mannschaft von Bundestrainer Jupp Derwall Rumänien. In der abschließenden Partie gegen Spanien hätte ein Unentschieden zum Erreichen des Halbfinales gereicht, doch ein Kopfball von Maceda in der 90. Minute zerstörte alle Hoffnungen und stürzte die Deutschen in ein Tal der Tränen. Jupp Derwall, dem die Hauptschuld am Ausscheiden gegeben wurde, trat nach dem Turnier zurück. Es begann die Ära von Teamchef Franz Beckenbauer.

Die Endrunden-Teilnehmer der EM 1984:

Gruppe 1: Frankreich, Dänemark, Belgien, Jugoslawien
Gruppe 2: Spanien, Portugal, Deutschland, Rumänien

Die Mannschaft des Turniers:

Toni Schumacher – Joao Pinto (Portugal), Karl-Heinz Förster, Andreas Brehme, Morten Olsen (Dänemark) – Fernando Chalana (Portugal), Alain Giresse, Jean Tigana (beide Frankreich) – Frank Arnesen (Dänemark), Michel Platini (Frankreich), Rudi Völler




 
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