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Trotz Verletzung und Formtief: 

Metzelder und Schneider fahren zur EM

23. Apr 2008 11:40, ergänzt 12:28
Sollen auch bei der EM zusammenspielen: Metzelder (r.) und Mertesacker
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Bundestrainer Joachim Löw vertraut bei der EM 2008 auf erfahrene Kräfte. Mit Bernd Schneider und Christoph Metzelder werden zwei Spieler «auf jeden Fall in der Vorbereitung dabei sein», die im Moment gar nicht, bzw. außer Form spielen.

Bundestrainer Joachim Löw hat dem seit Monaten verletzten Abwehrspieler Christoph Metzelder und dem im Formtief steckenden Routinier Bernd Schneider einen Freifahrtschein bei der Nominierung für die Fußball-Europameisterschaft erteilt. «Sie werden auf jeden Fall in der Vorbereitung dabei sein», sagte Löw in einem Interview mit mehreren deutschen Tageszeitungen, das am Mittwoch veröffentlicht wurde. Der DFB-Chefcoach ermöglicht damit zwei weiteren WM-Stammkräften von 2006 einen Sonderstatus, nachdem bereits Torhüter Jens Lehmann trotz seiner Reservistenrolle beim FC Arsenal London die Position als Nummer 1 behaupten konnte.

Keine Spielpraxis nötig

Löw traut dem in Leverkusen nach seiner Form suchenden Schneider (34) einen «Sprung» in der EM-Vorbereitung zu, die am 19. Mai mit dem Trainingslager auf Mallorca beginnt. Bei Metzelder, der nach einer Operation an der Fußsohle im Februar im Aufbautraining ist und in diesem Jahr noch keine Partie bestreiten konnte, hofft Löw auf einen ähnlichen Effekt wie vor der WM 2006, als der Innenverteidiger ebenfalls verletzt ins Trainingslager reiste und dann Stammkraft beim Turnier war. «Es gibt nicht viele Spieler, die nach einer Verletzung so schnell wieder in Form kommen können wie er», betonte Löw.

Der Bundestrainer fordert vor der Nominierung seines 23-köpfigen EM-Kaders am 16. Mai auf der Zugspitze nicht einmal einen Spielnachweis von Metzelder bei Real Madrid. «Es wäre von Vorteil, wenn er noch ein, zwei Spiele absolvieren würde, ist aber nicht unabdingbare Voraussetzung für eine Nominierung», erklärte Löw. Den endgültigen EM-Kader muss der DFB-Chefcoach der UEFA allerdings erst am 28. Mai melden - bis dahin könnte er noch personell reagieren.

Überraschung à la Odonkor wieder möglich

Den ausgebooteten Spielern wird Löw kurz vor der Bekanntgabe des EM-Kaders die enttäuschende Nachricht persönlich übermitteln. «Solche Dinge spricht man nicht auf den Anrufbeantworter oder verschickt sie per SMS. Das macht man persönlich», sagte der 48-Jährige. Eine Absage erwartet unter anderem drei der vier Sturm-Kandidaten Mike Hanke (Hannover 96), Stefan Kießling (Bayer Leverkusen), Oliver Neuville (Borussia Mönchengladbach) und Patrick Helmes (1. FC Köln). Denn aus diesem Quartett will Löw den fünften Angreifer neben den gesetzten Miroslav Klose, Lukas Podolski (beide Bayern München), Mario Gomez (VfB Stuttgart) und Kevin Kuranyi (Schalke 04) auswählen. Dabei könne es «auch eine Art Bauchentscheidung geben», kündigte Löw an.

Spannend bleibt die Frage, ob es erneut eine Überraschung geben könne wie 2006 bei der WM-Nominierung von David Odonkor. «Es kann schon sein, dass ein Spieler mitkommt, von dem klar ist, dass er der Mannschaft nur in ganz bestimmten Situationen helfen kann», sagte Löw. Das Bayern-Talent Toni Kroos sei «im Moment aber kein Thema». Bei den Torhütern kündigte Löw eine Entscheidung nach dem vorletzten Bundesliga-Spieltag am 10. Mai an; neben Lehmann sind Timo Hildebrand (FC Valencia) und Robert Enke (Hannover 96) weiterhin favorisiert.

Der Bundestrainer erwartet vom 7. bis 29. Juni in Österreich und der Schweiz ein Turnier auf «unheimlich hohem Niveau». Er ist sogar der Ansicht, dass der EM-Titel schwieriger zu erringen sein wird als der WM-Sieg 2006: «Ich erwarte das schwerste Turnier aller Zeiten.» (Klaus Bergmann, dpa)

 
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