Den ausgebooteten Spielern wird Löw kurz vor der Bekanntgabe des EM-Kaders die enttäuschende Nachricht persönlich übermitteln. «Solche Dinge spricht man nicht auf den Anrufbeantworter oder verschickt sie per SMS. Das macht man persönlich», sagte der 48-Jährige. Eine Absage erwartet unter anderem drei der vier Sturm-Kandidaten Mike Hanke (Hannover 96), Stefan Kießling (Bayer Leverkusen), Oliver Neuville (Borussia Mönchengladbach) und Patrick Helmes (1. FC Köln). Denn aus diesem Quartett will Löw den fünften Angreifer neben den gesetzten Miroslav Klose, Lukas Podolski (beide Bayern München), Mario Gomez (VfB Stuttgart) und Kevin Kuranyi (Schalke 04) auswählen. Dabei könne es «auch eine Art Bauchentscheidung geben», kündigte Löw an.Spannend bleibt die Frage, ob es erneut eine Überraschung geben könne wie 2006 bei der WM-Nominierung von David Odonkor. «Es kann schon sein, dass ein Spieler mitkommt, von dem klar ist, dass er der Mannschaft nur in ganz bestimmten Situationen helfen kann», sagte Löw. Das Bayern-Talent Toni Kroos sei «im Moment aber kein Thema». Bei den Torhütern kündigte Löw eine Entscheidung nach dem vorletzten Bundesliga-Spieltag am 10. Mai an; neben Lehmann sind Timo Hildebrand (FC Valencia) und Robert Enke (Hannover 96) weiterhin favorisiert.
Der Bundestrainer erwartet vom 7. bis 29. Juni in Österreich und der Schweiz ein Turnier auf «unheimlich hohem Niveau». Er ist sogar der Ansicht, dass der EM-Titel schwieriger zu erringen sein wird als der WM-Sieg 2006: «Ich erwarte das schwerste Turnier aller Zeiten.» (Klaus Bergmann, dpa)