EM-Spezial Teil 9 - Niederlande:
Hup Holland!
24. Apr 2008 12:59
 |  Fans des PSV Eindhoven | Foto: AP |
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16 Länder nehmen an der Europameisterschaft im Juni in der Schweiz und in Österreich teil. Wir stellen jedes Land vor: seine fußballerischen Fähigkeiten, seine Fans, seine Helden und seine Stadien.
Im Juni findet es statt, das Schaulaufen der europäischen Nationen in kurzen Hosen und auf grünem Rasen. Die Netzeitung stellt die Teilnehmer der Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz vor.Dieses Mal: Immer-wieder-Favorit Niederlande (Gruppe C zusammen mit Weltmeister Italien, Geheimfavorit Rumänien und Vizeweltmeister Frankreich).
Die Niederlande in der Fußballwelt
Schaut man auf die Fifa-Weltrangliste, stehen die Niederlande gut da: Platz zehn ist für ein Team, das zuletzt bei der Weltmeisterschaft im Achtelfinale ausschied, nicht schlecht. Hört man sich im Land um, steht die noch von Marco van Basten trainierte Elftal ganz schlecht da: Etwa 60 Prozent der niederländischen Fußballfans rechnen mit einem vorzeitigen Ausscheiden. Das liegt auch an der schweren Gruppe: Weltmeister Italien, Vizeweltmeister Frankreich und die schon in der Qualifikation stärker als die Niederländer aufspielenden Rumänen.
Nach der EM wird Marco van Basten von seinem Amt als Bondscoach zurücktreten, sein Nachfolger wird Bert van Marwijk, der in der Bundesliga von seiner Dortmunder Zeit her bekannt ist. Van Basten scheiterte an den Projekt, den Niederlanden die großen Zeiten wiederzubringen: Als die Elftal 1974 und 1978 Vizeweltmeister wurde und später, als die Auswahl 1988 den Europameistertitel gewann.
Klubs
Demnächst-Nationaltrainer van Marwijk kommt von Feyenoord Rotterdam, Noch-Nationaltrainer van Basten geht zu Ajax Amsterdam – das sind immer noch die bekanntesten Klubs der niederländischen Ehrendivision. Obwohl der Meister der vergangenen drei Jahre stets PSV Eindhoven hieß. Seit 1981 gab es keinen anderen niederländischen Fußballmeister als einen dieser drei Vereine. Der PSV, ursprünglich die Sportvereinigung des Elektronikkonzerns Philips, stellt allerdings im aktuellen Kader Nationalelf nur zwei Spieler.
Die Stars der Elftal kicken im Ausland: Ruud van Nistelrooy bei Real Madrid, Robin van Persie beim FC Arsenal, Clarence Seedorf beim AC Mailand. Auch die Bundesliga hat gute Niederländer unter Vertrag: Rafael van der Vaart vom Hamburger SV dürfte der bekannteste sein. Mark van Bommel von Bayern München weigert sich, unter van Basten zu spielen, aber wenn sein Schwiegervater van Marwijk trainiert, dürfte er zurück in die Auswahl kommen.Zu den Aufsteigerklubs der letzten Jahre muss man Twente Enschede rechnen, den Klub, von dem der künftige Schalke-Trainer Fred Rutten kommt.
Helden
Die Zeit der ganz großen niederländischen Spieler ist vorbei. In den Siebzigern war das vor allem einer: Johan Cruyff, Spielerlegende, Trainerlegende und neuerdings bei seinem alten Verein Ajax Amsterdam dabei, zur Beraterlegende aufzusteigen.In den Achtzigern dominierten Ruud Gullit, Frank Rijkard und Marco van Basten den niederländischen Fußball. Zu den großen Zeiten der aktuellen Zeit gehört noch der 1,97-Meter-Torwart Edwin van der Saar, der bei Manchester United spielt. Mit 123 Einsätzen ist der 37-jährige van der Saar der Rekordnationalspieler.
Ruud van Nistelrooy, der sein Geld bei Real Madrid verdient, wird erst seit Sommer 2007 wieder von Bondscoach van Basten eingesetzt.
Fans
Seit 2000 gibt es einen Zusammenschluss der niederländischen Fanorganisationen, den SOVS. In ihm sind 30 Fanclubs zusammengeschlossen, er spricht nach eigenen Angaben für 160.000 Fans. Daneben gibt es das Comité Echte Fans, abgekürzt CEF. Der lose Zusammenschluss kämpft dagegen, dass „alle Fußballfans über einen Kamm geschoren werden“. Er tritt, wie der SOVS auch, gegen Stadionverbote aus dubiosen Gründen, gegen die Behandlung von Fans als Kriminelle und brutale Polizeieinsätze aus.
Die großen Fanprobleme, etwa mit den Anhängern von Feyenoord Rotterdam oder auch der Nationalelf, haben die Niederlande weitgehend im Griff, aber immer wieder erlebt man Ausbrüche.
Stadien
Die niederländische erste Liga, die Ehrendivision, besteht aus drei Spitzenklubs und dem Rest. Das merkt man auch der Stadienlandschaft an. Während Ajax Amsterdam eine hochmoderne Arena hat, in die über 50.000 Zuschauer passen, kickt Ligakonkurrent SC Heerenveen vor nur 14.000 Zuschauern.
Auch ins „De Kuip“ von Feyenoord passen über 50.000 Fans, während fürs Philips Stadion des PSV nur 36.000 Zuschauer zugelassen sind.
Für das Web ediert von Martin Krauss