EM-Portrait Schweiz:
«Hopp Schwiiz!»
Dieses Mal: Gastgeber Schweiz (Gruppe A zusammen mit Tschechien, Portugal und der Türkei). Lesen sie am Montag, 31. März unser Porträt über Mitfavorit Tschechien: «Cesi, do toho!»
Doch die Statistik lügt: In der Rangliste steht die Schweiz nur deswegen so weit unten, weil die «Nati», wie die Nationalelf gerufen wird, zurzeit nur Freundschaftsspiele absolviert: als Euro-Gastgeber ist sie ja ohnehin qualifiziert.
Doch auch diese Tatsache lässt den Schweizer Fußball in einem zu schlechten Licht erscheinen. Die wichtigsten Spieler kicken im Ausland, allein in der deutschen Bundesliga finden sich acht aktuelle Schweizer Nationalspieler: Alexander Frei und Philipp Degen bei Borussia Dortmund zum Beispiel, oder Ludovic Tranquillo Barnetta von Bayer Leverkusen.
Auch Schweizer Trainer haben in der Bundesliga einen guten Ruf: Lucien Favre betreut Hertha BSC Berlin, Marcel Koller den VfL Bochum, und der Noch-Bayern-Coach und künftige Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld erlernte seinen Trainerberuf in der Schweiz.
Köbi Kuhn ist der noch bis zur Euro amtierende Nationaltrainer, danach wird der frühere Mittelfeldspieler und «Schweizer des Jahres 2006» von Ottmar Hitzfeld abgelöst.
Karl Rappan war zwar gebürtiger Österreicher, aber der viermalige Schweizer Nationaltrainer nahm später auch die eidgenössische Staatsbürgerschaft an. Er hat den «Rappanriegel» erfunden ein Fußballsystem, das man sich als eine Art Viererkette mit Libero vorstellen kann.
Kurt Röthlisberger war in den neunziger Jahren einer der bekanntesten Fifa-Schiedsrichter. Wegen versuchten Wettspielbetrugs bei einem Champions-League-Spiel wurde Röthlisberger aber 1997 lebenslang gesperrt. Nun steht der Exschiedsrichter wieder in den Schlagzeilen: Er soll unter falschen Namensangaben Euro-Tickets bestellt haben.
Sepp Blatter ist der seit gefühlten 123 Jahren amtierende Fifa-Präsident, in den hundert Jahren zuvor war der gebürtige Walliser Generalsekretär des Weltverbandes.
«Basler Fans stürmten den Rasen und prügelten wild drauflos», berichtet das Fanmagazin «Zwölf», und die «Neue Zürcher Zeitung» fasst zusammen: «Die Gewalt an Sportanlässen nimmt zu. Im Verlauf der Eishockey- und Fußballsaison 2004/2005 wurden rund 570 Personen festgenommen, die sich an Gewalt im Zusammenhang mit Sportanlässen beteiligten.»
Auch ein anderes berühmtes Schweizer Stadion wurde neu errichtet: Der Zürcher Letzigrund, neben den Fußballspielen auch berühmt durch das jährliche Leichtathletikmeeting wurde erst im September 2007 neu eingeweiht. (nz)

