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Löw mit Masterplan für EM-Titel

01. Jan 2008 13:45
Bundestrainer Löw hat einen Masterplan für den EM-Sieg
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Fußball-Bundestrainer Löw will während der Vorbereitung auf die Europameisterschaft nichts dem Zufall überlassen. Er schließt bei der Nominierung der Spieler auch «Härtefälle» nicht aus.

Noch sind es 159 Tage bis zum Ernstfall gegen Polen, aber für Joachim Löw hat die Fußball-Europameisterschaft praktisch bereits mit dem Start ins neue Jahr begonnen. «Es gibt schon einen Masterplan für die EM. Wir haben durch den Confed-Cup 2005 und die Weltmeisterschaft 2006 die Erfahrung, wie man eine Mannschaft auf den Tag X vorbereitet», sagte der Bundestrainer der dpa bei einem Ausblick auf 2008.

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  • Das neue Jahr steht für ihn ganz im Zeichen der Endrunde (7. bis zum 29. Juni) in Österreich und der Schweiz, bei dem er Deutschland zum vierten EM-Titel nach 1972, 1980 und 1996 führen will. «Ein Turnier ist für Spieler wie Trainer das Maß aller Dinge. Eine EM oder WM ist mit nichts zu vergleichen», hob der 47-Jährige hervor.

    Vorbereitung auf Mallorca

    Seit der Auslosung der EM-Gruppen, die Deutschland lösbare Vorrundenpartien gegen Polen (8. Juni), Kroatien (12. Juni) und Gastgeber Österreich (16. Juni) bescherte, arbeitet Löw mit seinem Stab akribisch am EM-Unternehmen. «Wir wollen uns europameisterlich vorbereiten», betonte der Bundestrainer. Die nur noch vier Vorbereitungsspiele gegen Österreich (6. Februar/Wien), Schweiz (26. März/Basel), Weißrussland (27. Mai/Kaiserslautern) und Serbien (31. Mai/ Gelsenkirchen) sind terminiert, ebenso das Trainingslager auf Mallorca (19. bis 30. Mai). Das EM-Quartier in Ascona im Schweizer Kanton Tessin, das Teammanager Oliver Bierhoff als «Nonplusultra» bezeichnet, wird am 3. Juni bezogen. Im Trainingszentrum in Tenero stehen dem DFB-Kader drei der sechs Fußballplätze exklusiv zur Verfügung. «Wir haben einen Glückstreffer gelandet», so Bierhoff.

    Mitte Januar will Löw mit seinen wichtigsten Mitarbeitern wie Bierhoff, Co-Trainer Hansi Flick, Torwartcoach Andreas Köpke, Chefscout Urs Siegenthaler, Psychologe Hans-Dieter Hermann und dem Fitness-Stab noch einmal in Klausur gehen, um den Ablauf der unmittelbaren EM-Vorbereitung exakt festzulegen. «Was passiert an Tag zwei, was an Tag vier? Es bedarf Gefühl, wann man welche Reize setzt. Wir werden minutiös den Ablauf festlegen», verriet Löw vorab.

    Gespräche mit Spielern in den nächsten Tagen

    Der Bundestrainer vertraut dabei voll und ganz seinen bei der WM 2006 erprobten Spitzenkräften wie dem US-Fitnessexperten Mark Verstegen. «Auf ihn können wir uns im individuellen Fitness-Bereich der Spieler absolut verlassen.» Die ersten EM-Tickets hat Löw darum schon zu Neujahr an den über 20-köpfigen Betreuerstab vergeben: «Beim Team ums Team wird es keine Veränderungen geben», kündigte er an.

    Mit einigen der über 30 Spieler, die sich Hoffnungen auf die 23 Plätze im EM-Kader machen können, will der Bundestrainer bereits in den kommenden Tagen Kontakt aufnehmen, «wenn sie wieder ins Training einsteigen». Insbesondere bei zuletzt verletzten Akteuren wie Torsten Frings will sich Löw genau über den Gesundheitszustand erkundigen, während Michael Ballack gar als Kapitän schon wieder den FC Chelsea führte: «Wir hoffen, dass wichtige Spieler wie Michael Ballack, Torsten Frings und Bernd Schneider 2008 Spielpraxis kriegen.» Spielpraxis könnte auch Torhüter Jens Lehmann wieder bekommen, falls der spekulierte Wechsel von Arsenal London zu Borussia Dortmund wirklich über die Bühne gehen sollte.

    «Wir wollen die Qual der Wahl haben»

    Zu Jahresbeginn heizt der DFB-Chefcoach den Konkurrenzkampf noch einmal an. «Einsatzgarantien ein halbes Jahr vor einem Turnier kann niemand geben», betonte Löw und erinnerte angesichts der zeitweiligen Ausfälle von Ballack, Frings, Schneider und Schweinsteiger in der EM- Qualifikation daran, «dass wir plötzlich ohne unser gesamtes Mittelfeld dastanden». Vor schweren Personalentscheidungen will Löw sich nicht drücken, im Gegenteil: «Wir wollen die Qual der Wahl haben. Wir scheuen uns nicht vor Entscheidungen und Härtefällen.»

    Bei der Nominierung für die WM 2006 erwischte es Kevin Kuranyi. Statt des Schalker Angreifers fand sich völlig überraschend David Odonkor im Aufgebot wieder. Gibt es wieder einen Überraschungs-Joker? Löw: «Odonkor war damals eine Gefühlssache. Die Frage könnte wieder sein: Wo brauchen wir noch eine Waffe?» Die EM-Tür soll bis Mitte Mai offen bleiben, auch Neulinge wie die bereits 2007 zu Länderspielen eingeladenen Jermaine Jones (Schalke 04) oder Serdar Tasci (VfB Stuttgart) stehen weiter auf der Kandidatenliste. «Alle Spieler unterliegen dem Leistungskriterium», erklärte Löw: «Es geht nur darum, wer der Mannschaft hundert Prozent geben kann.» (dpa)

     
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