Podolski droht gegen Irland die Ersatzbank
Mit 23 Treffern in bislang 40 Länderspielen ist Podolski noch vor Kuranyi (19) der erfolgreichste Torschütze im 19-köpfigen Kader, aber aktuell hat der ehemalige Kölner vor allem ein großes Handicap. «Er hat noch nicht die erhoffte Anzahl an Spielen und keinen Rhythmus», bemerkte Löw, der weiß, dass eine Nichtberücksichtigung Podolskis für die Startelf einen weiteren Rückschlag für den Jungstar bedeuten würde. Erst recht, nachdem sich Podolski am Donnerstag im «kicker» sehr kämpferisch zu seiner schwierigen Situation in München äußerte: «Ich werde mich durchsetzen. Bayern ist die richtige Adresse.»
Gomez brennt ebenfalls auf einen Einsatz, zumal er sein körperliches Tief vom vergangenen Wochenende überwunden glaubt: «Im Prinzip bin ich wieder topfit.» Drei Länderspiele, drei Treffer stehen für den 22-jährigen Stuttgarter im DFB-Team bislang zu Buche.
Der 25-jährige Rolfes, der am Donnerstag seinen Vertrag bei Bayer Leverkusen bis 2010 verlängerte, hat offenbar gute Chancen. Löw lobte die «enorm hohe Passsicherheit» des großen Blonden, der zudem zweikampfstärker ist als der kleine HSV-Wirbler Trochowski.
Abwehrkraft wird besonders gefragt sein gegen die Iren, die als Tabellendritter unbedingt gewinnen müssen, um ihre letzte Chance auf ein EM-Ticket zu wahren. «Wir werden an die Grenzen gehen müssen», prophezeite Löw, der die Iren spielerisch im Moment sogar für «besser als die Engländer» hält. Und obwohl in Michael Ballack, Miroslav Klose, Bernd Schneider und Philipp Lahm «das Herzstück» der DFB- Auswahl in Dublin fehlen wird, glaubt der Bundestrainer fest daran, den noch fehlenden Punkt für die Qualifikation für die EM 2008 zu holen. «Wir konnten die Ausfälle bislang immer kompensieren - und das werden wir dieses Mal wieder schaffen», erklärte Löw.
Dazu soll gerade die Abwehr beitragen, die in den bislang 14 Länderspielen unter dem Klinsmann-Nachfolger nie mehr als ein Tor zuließ. Maßgeblich für diese Stabilität sind die Innenverteidiger Per Mertesacker und Christoph Metzelder, die in Dublin zusammen mit Arne Friedrich und Marcell Jansen die Viererkette bilden werden. «Sie sind unglaublich souverän, abgeklärt, zweikampfstark und spielen taktisch sehr gut», lobte Löw das WM-Duo. Rückendeckung erhält - zumindest vorerst - auch weiterhin Jens Lehmann. Noch steht Löw fest zu seiner Nummer 1, die fünf Wochen nach dem 2:0 in Wales erstmals wieder im Tor stehen wird. Die Verletzung am Ellbogen ist auskuriert. «Jens fordert sich im Training bis zum Äußerten», berichtete Löw. (Klaus Bergmann und Jens Mende, dpa)

