netzeitung.deLöw will keinen Rentenvertrag beim DFB

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Joachim Löw (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Joachim Löw
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Beim DFB drängt insbesondere Teammanager Bierhoff auf eine frühzeitige Klärung der Trainerzukunft. Einen Schwebezustand wie vor und während der WM 2006 soll es nie mehr geben.

Joachim Löw will mit der personell arg gebeutelten Fußball-Nationalmannschaft zunächst gegen Irland und Tschechien die EM-Qualifikation perfekt machen und anschließend seinen Vertrag als Bundestrainer bis zur Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika verlängern. «Bei einem Verband ist es klar, dass man immer von Turnier zu Turnier plant. Das wäre demnach bis 2010», sagte der 47-Jährige am Sonntag der dpa. Eine langfristige Ausweitung seines Vertrages um gleich vier Jahre bis zur übernächsten Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine kommt für den Nachfolger von Jürgen Klinsmann dagegen nicht in Frage, wie er bereits zuvor in der «Bild am Sonntag» erklärte.

«Es war der Wunsch des DFB, dass man sich nach der geschafften Qualifikation zusammensetzt», sagte Löw am Sonntag und erläuterte seine Vorstellungen für die noch nicht fest terminierte erste Verhandlungsrunde mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB). Zunächst, betonte Löw, müsse grundsätzlich über «Bedingungen, Inhalte und Wünsche» beider Seiten für eine weitere gemeinsame Zukunft gesprochen werden. Eine Bindung über die WM 2010 hinaus steht für ihn absolut nicht zur Debatte: «Für vier Jahre möchte ich mich grundsätzlich nie binden, egal, ob als Vereins- oder Bundestrainer», sagte Löw.

Bierhoff drängt
Eine Verlängerung seines bis zur EM laufenden Kontraktes nur um ein Jahr bis 2009 mache aber bei einem Nationaltrainer «keinen Sinn», ergänzte der Schwarzwälder: «Die Qualifikation für die WM geht ja zeitlich darüber hinaus.» Beim DFB drängt insbesondere Teammanager Oliver Bierhoff auf eine frühzeitige Klärung der Trainerzukunft, um einen Schwebezustand wie vor und während der Weltmeisterschaft 2006 bei Jürgen Klinsmann zu vermeiden. Löw hat mit einer imponierenden Bilanz von 12 Siegen, einem Unentschieden und nur einer Niederlage die Entscheidungsträger innerhalb des DFB von sich überzeugt.

Am Samstag könnte gegen Irland schon mit einem Punktgewinn das EM- Ticket gelöst werden. «So frühzeitig hat sich eine deutsche Mannschaft noch nie für ein Turnier qualifiziert», bemerkte Löw. Die Spiele des Spitzenreiters der Gruppe D (22 Punkte) gegen den Tabellendritten (14) in Dublin sowie vier Tage später gegen den Tabellenzweiten Tschechien (20) in München werden aber kein Selbstläufer. Löw muss nicht nur auf wichtige Stammkräfte wie Kapitän Michael Ballack und die Münchner Miroslav Klose sowie Philipp Lahm verzichten. Einige Akteure sind zudem angeschlagen oder nach den jüngsten «englischen Wochen» ausgelaugt und außer Form, wie allen voran die Stuttgarter Mario Gomez und Roberto Hilbert.

Löw konnte sich am Samstag als Tribünengast beim Stuttgarter 0:2 gegen Hannover 96 selbst ein Bild von der schlechten Verfassung der beiden VfB-Spieler machen. Dennoch lehnte er einen vom deutschen Meister gewünschten Verzicht auf Stürmer Gomez («Mein Akku war leer») und den angeschlagenen Mittelfeldspieler Hilbert (Kapselbandriss am Sprunggelenk) kategorisch ab: «Beide Spieler sind bei uns dabei.» Mit individueller Trainingsdosierung werde man aber nicht nur bei Gomez und Hilbert «der hohen Belastung in den vergangenen Wochen» Rechnung tragen, versicherte der Bundestrainer.

Torhüter Jens Lehmann wird am Dienstag zwar ausgeruht, aber ohne Spielpraxis zum Treffpunkt des 22-köpfigen DFB-Kaders nach Berlin anreisen. Trotz überwundener Ellbogenverletzung und seiner Rückkehr ins Training zählte der 37-Jährige am Sonntag im Heimspiel des FC Arsenal in der Premier League gegen den FC Sunderland nicht einmal zum Kader der «Gunners». Im Tor stand erneut Manuel Almunia, auf der Bank saß als Ersatztorhüter der Pole Lukasz Fabianski. «Dass Trainer Arsene Wenger nicht sofort wieder den Torhüter wechseln würde und Jens damit nicht spielt, war absehbar», kommentierte Löw. Er selbst plant jedoch fest mit Lehmann für Irland. «Jens hat uns ein ganz klares Signal gegeben, dass er zu hundert Prozent belastbar ist.» (dpa)