Kuranyi erhält von Löw zweite Chance
Kevin Kuranyi und Mario Gomez trennen drei Jahre, 35 Länderspiele und 14 Tore für Deutschland - und trotzdem sehen sich der Rückkehrer und der Nationalmannschafts-Neuling am gleichen Ausgangspunkt. «Ich muss mir alles neu erarbeiten, ich fange bei Null an», sagte der 24-jährige Schalker Kuranyi am Dienstag in Düsseldorf, wo er an diesem Mittwoch gegen die Schweiz nach 15 Monaten endlich sein lang ersehntes Comeback im Deutschland-Trikot feiern darf.
Dieses Mal hat es der große WM-Verlierer Kuranyi geschafft, in den deutschen Elitekreis zurückzukommen. Und einen besseren Gegner für sein Comeback in der Fußball-Nationalmannschaft hätte sich der achtfache Saisontorschütze kaum wünschen können. «Beim letzten Länderspiel gegen die Schweiz habe ich zwei Mal getroffen», sagte Kuranyi in der noch guten Erinnerung an den 2. Juni 2004, als ihm beim deutschen 2:0-Erfolg an der Seite von Miroslav Klose sein erster von bislang zwei «Doppelpacks» im Nationaltrikot gelungen war.
Kuranyi könnte mit seinem 36. Länderspiel den ersehnten Schlusspunkt unter die bitterste Zeit seiner bisherigen Fußball-Karriere setzen - allerdings ohne öffentlich nachzukarten: «Was war, ist Vergangenheit. Ich denke nicht, dass ich auf jemanden sauer sein muss», versicherte Kuranyi, den Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann und dessen damaliger Assistent Löw im vergangenen Sommer in letzter Minute aus dem WM-Kader gestrichen hatten.
Die Ansprüche des Bundestrainers an Gomez sind vorerst deutlich geringer. «Mario steht am Anfang», sagte Löw, der dem Stürmer mit der Kuranyi-Statur eine große Dynamik und Zug zum Tor attestiert. «Jetzt wird sich zeigen, wie er mit dem steigenden Leistungsdruck umgeht.»
Vorerst schwebt Gomez nach seinem «Doppelpack» gegen Bielefeld, der Nationalmannschafts-Nominierung und dem Siegtor am Wochenende beim Stuttgarter 1:0-Sieg in Dortmund auf Wolke sieben. «Sportlich gesehen war es die beste Woche in meinem Leben. Es passt eigentlich alles», sagte der elffache Saisontorschütze. Auch dieses Wohlbefinden hat er mit Bundesliga-Tabellenführer Kuranyi derzeit gemeinsam. (dpa)

