Löw vor Zypern-Spiel auf Stürmersuche
08.11.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Auf der letzten Länderspiel-Reise des Jahres könnte Joachim Löw einen weiteren Nationalmannschafts-Neuling präsentieren. Nach dem Ausfall von Stamm-Angreifer Lukas Podolski suchte der Bundestrainer am Mittwoch noch einen vierten Stürmer für das vierte EM-Qualifikationsspiel am kommenden Mittwoch auf Zypern.
Auch die Berufung von Neuling Mario Gomez (VfB Stuttgart) oder Stefan Kießling (Leverkusen) ist möglich. «Ausschließen möchte ich nichts», sagte Löw, der schon verriet: «Wir werden mit einem relativ kleinen Kader nach Zypern fliegen. Große Experimente wird es nicht geben.» Wahrscheinlich wird der Bremer Per Mertesacker, der letztmals im WM-Halbfinale gegen Italien (0:2) für Deutschland gespielt und danach eine längere Verletzungspause eingelegt hatte, wieder dabei sein, wenn sich das Team am Sonntag in Frankfurt versammelt.
«Ich werde aber erst nochmals mit dem Spieler selbst sprechen», bemerkte Löw. Mertesacker, der zuletzt vom Bundestrainer für Georgien und die Partie in der Slowakei (4:1) noch eine Aufbau-Pause erhalten hatte, spielt beim Bundesliga-Spitzenreiter Bremen wieder regelmäßig.
Löw will sich bis zur endgültigen Benennung seiner 19 oder 20 Spieler am Donnerstag Informationen über den Konflikt zwischen Trainer Frontzeck und Neu-Nationalspieler Schlaudraff (23) einholen. «Jan hat eine Denkpause bekommen. Die Internas kenne ich noch nicht», sagte der Bundestrainer, der um die Gefahren für seine jungen, schnell nach oben geschossenen Jung-Stars weiß. «Für uns ist auch klar, dass junge Spieler irgendwann einen Rückschlag erleiden. Das war auch bei Podolski und Schweinsteiger im vergangenen Jahr so. Das ist ganz normal.»
Wie Löw mit Schlaudraff nach dessen Zwangspause in Aachen umgeht, will er auch von den Gesprächen abhängig machen: «Wir haben immer gesagt, dass wir unsere Entscheidungen nicht von einem Spiel abhängig machen, sondern langfristig denken.»
Am Kurs von Löw, der seine Perspektivkader um Gomez, Kießling, Aaron Hunt (Bremen), Gonzalo Castro (Leverkusen), Piotr Trochowski (HSV) und Malik Fathi (Hertha) unter besondere Beobachtung und Fürsorge gestellt hat, aber wird sich nichts ändern. Von rund einem Dutzend junger Spieler, denen der Bundestrainer noch bis zur EM 2008 den Sprung in neue Leistungsbereiche zutraut, hat der DFB-Trainerstab Dossiers erstellt. «Wir machen den Spielern deutlich, dass sie ihre Zukunft als Nationalspieler selbst mit in der Hand haben, das sie auch mehr dafür tun müssen», betonte Löw, der in seinen fünf Länderspielen als Chef schon sechs Debütanten präsentiert hat. (dpa)

