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Löw: «Die erste Halbzeit war imponierend»

12. Okt 2006 10:06
Bundestrainer Joachim Löw (hinten) mit Lukas Podolski
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Bundestrainer Joachim Löw hat auch das fünfte Spiel mit der Fußball- Nationalmannschaft gewonnen. Im Interview spricht er über eine imponierende erste Halbzeit, einen verstimmten Lukas Podolski und deutsche Randalierer.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat auch das fünfte Spiel unter Bundestrainer Joachim Löw gewonnen. In Bratislava setzte sich die Auswahl mit 4:1 (3:0) durch und feierte damit ihren ersten Auswärtssieg nach der Weltmeisterschaft gegen einen ernst zunehmenden Gegner. Zuvor hatte es einen 13:0-Sieg gegen San Marino gegeben.

Frage: Fünfter Sieg im fünften Spiel, wie fällt Ihr Fazit aus?

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  • Joachim Löw: Wichtig war für uns, dass wir nach der WM den Beweis angetreten haben, auch auswärts eine Klasseleistung abzurufen. Es war erforderlich, gerade auswärts gegen die Slowaken ein gutes Ergebnis zu erzielen und ein gutes Spiel zu zeigen. Das ist uns eindrucksvoll gelungen.

    Frage: Würden sie die Leistung in der ersten Hälfte als nahezu perfekt bezeichnen?

    Löw: Die erste Halbzeit war auf jeden Fall sehr, sehr gut. Wir haben mit der gesamten Mannschaft unglaublich gut gestanden und haben nach Ballgewinn nahezu perfekt nach vorne gespielt. Wir haben unsere Angriffe sehr schnell, sehr zielstrebig vorgetragen und auch die Tore klasse herausgespielt. Die erste Halbzeit war imponierend, was das Spielerische betrifft.

    Noch keine Vorentscheidung

    Frage: Geht es in der EM-Qualifikation nur noch um einen Zweikampf mit Tschechien um Platz eins und zwei?

    Löw: Nein, nein. Ich denke, dass die Qualifikation schon noch ein ganzes Stück weg ist. Aber wir haben einen wichtigen Schritt gemacht, indem wir auswärts gegen eine Mannschaft gewonnen haben, die ein Wort mitreden will und kann. Von einer Vorentscheidung zu sprechen, wäre zu früh.

    Frage: Was hatten Sie Lukas Podolski mit auf den Weg gegeben?

    Löw: Ich habe ihm gesagt, er soll sich seiner Stärken bewusst sein und an seine Fähigkeiten glauben. Er sollte sich auch nicht verrückt machen lassen wegen der Kritik nach seiner Roten Karte. Er hat einfach diese Fähigkeiten: Torabschluss, Zielstrebigkeit, einen sehr guten Schuss, sehr gute Technik.

    Es gibt keinen Konflikt

    Frage: Lukas Podolski hat sich nach dem Spiel etwas verstimmt gezeigt, dass Michael Ballack sich öffentlich über ihn geäußert hat, aber ihn nicht direkt angesprochen hat. Befürchten Sie, dass sich da ein Konflikt zwischen den beiden hochschaukelt?

    Löw: Ich habe mit Lukas und auch mit Michael darüber gesprochen. Was Michael gesagt hat, sehe ich nicht unbedingt als eine Kritik an einem Spieler. Er hat sich geäußert, dass junge Spieler konsequent ihren Weg weitergehen müssen. Lukas hat sich im ersten Moment geärgert, aber letztendlich gibt es zwischen diesen Spielern keinen Konflikt. Heute Abend ist das kein Thema.

    Frage: Hat sich Clemens Fritz als Stammspieler-Alternative auf der rechten Abwehrseite empfohlen?

    Löw: Er hat sich hervorragend eingefügt in die Mannschaft. Er hat sehr stark in der Defensive und mit guten Bällen nach vorne agiert. Die gesamte Abwehr hat sehr gut gespielt, im Zweikampf und im Stellungsspiel, das war toll. Und der Clemens hat eine tolle Leistung gezeigt, das kann man schon so sagen.

    Keine Selbstzufriedenheit

    Frage: Michael Ballack hatte vor Selbstzufriedenheit gewarnt. Sind Sie überrascht gewesen, wie selbstbewusst die Mannschaft im Spiel aufgetreten ist?

    Löw: Als Trainer ist man sehr sensibilisiert und aufmerksam, gerade wenn man einige Spiele gewonnen hat. Aber ich konnte im Training und bei der Einstellung nicht feststellen, dass da ein Stück weit Überheblichkeit vorhanden ist. Die Mannschaft hat sehr konzentriert trainiert, die Spannung war vor dem Spiel zu spüren. Da konnte man nicht im Ansatz Selbstzufriedenheit spüren.

    Frage: Wie sehr beeinflussen die Ausschreitungen auf den Rängen die gute Stimmung nach dem Sieg?

    Löw: Wir können nicht mehr tun, als an die Vernunft zu appellieren. Es sind einige wenige, die den Fußball nicht im Mittelpunkt sehen. Sie kommen, um zu provozieren. Das ist unschön. Es ist schwer zu sagen, wie man das eliminieren könnte. Ich finde es schade, wenn es einige wenige gibt, die versuchen, Unruhe und Randale zu stiften.

    Das Interview wurde aufgezeichnet von Klaus Bergmann.

    (dpa)

     
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