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Nationalspieler peilen Rekordsieg an

05. Sep 2006 14:11, ergänzt 15:15
Tim Borowski
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Eine Umstellung hat Joachim Löw vor der Partie in San Marino schon bekannt gegeben. Der Bundestrainer erwartet von seinen Spielern gegen den Fußball-Zwerg «einen gewissen Torhunger».

Bundestrainer Joachim Löw wird die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am Mittwoch im EM-Qualifikationsspiel gegen San Marino im Vergleich zum Irland-Spiel auf mindestens einer Position verändern. Der Bremer Tim Borowski werde im Mittelfeld von Anfang an zum Einsatz kommen, kündigte Löw am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Rimini an. Wer für Borowski aus der Startelf weichen muss, ließ Löw offen.

Löw: Einstellung muss stimmen

Der Bundestrainer forderte einen klaren Sieg gegen San Marino: «Ich erwarte einen gewissen Torhunger.» Selbst in der Mannschaft wird vor der Partie am Mittwoch (20.45 Uhr, live im ZDF) nur über die Höhe des Ergebnisses diskutiert. Der mit 16:0 höchste Sieg einer DFB-Elf von 1912 gegen Russland dürfte zwar beim Auftritt des Löw-Teams vor 5000 Zuschauern auf dem Sportplatz von Serravalle nicht in Gefahr kommen. Doch den Auswärts-Rekord, der seit März 1934 bei einem 9:1 in Luxemburg steht, könnten WM- Torschützenkönig Miroslav Klose und Lukas Podolski durchaus ins Visier nehmen. «Da werden wir keine Gnade zeigen», erklärte Bastian Schweinsteiger vor dem ungleichen Duell gegen die Amateure.

Löw wies trotz der klar verteilten Rollen auch auf Probleme hin: «Es ist nicht ganz so einfach, die Mannschaft emotional auf das Spiel einzustimmen.» Vor der Haustür des Teamhotels «Des Bains» in Riccione tobt bei 30 Grad und Sonnenschein das Strandleben, mit den Namen der Konkurrenten können die deutschen Spieler nichts anfangen. Der Bundestrainer bat deshalb einige Akteure zum Einzelgespräch, um herauszufinden, ob die Motivation stimmt. «Es ist wichtig, dass wir von Beginn an die richtige Einstellung finden. Wenn wir Probleme bekommen, dann nur durch unsere eigenen Nachlässigkeiten», machte Löw deutlich.

Löw hält an Spielsystem fest

Der 46-jährige Chefcoach will vor allem die bei der berauschenden WM entstandene Identifikation der Fans mit den Nationalspielern nicht gefährden. «Im Stadion sind nur 5000. Aber wir spielen im TV vor einem Millionen-Publikum. Vom bewährten 4-4-2-System will Löw nicht abrücken. Drei Stürmer würden sich gegen den Abwehrriegel der Gastgeber gegenseitig den Platz nehmen. Und in der Abwehr sollen die beiden Außenverteidiger «einfach vor ins Mittelfeld rücken», um die Angreifer Klose/Podolski mit Flanken in Position zu bringen.

Der Bremer Klose und Kapitän Michael Ballack könnten ihre jeweils erzielten 31 Länderspiel-Treffer gegen den Fußball-Zwerg aufstocken und damit in die «ewigen» Top Ten der Nationalmannschafts-Torjäger aufrücken. Allerdings sind sich die deutschen Spieler der Kampfkraft des Fußball-Zwerges durchaus bewusst. «Wir alle haben früher mal in kleinen Vereinen gespielt und wissen, wie motiviert man da gegen Große ist», erinnerte sich der Gladbacher Marcell Jansen. «Wir haben auch keinen Grund, lässig an die Sache heran zu gehen», ergänzte Ballack. Das DFB-Team will den Widerstand schon in der Startphase brechen. «Wir wollen so schnell wie möglich den Sack zumachen», erklärte Schweinsteiger.

Wichtigstes Spiel der Geschichte

Die Amateure aus der Zwergenrepublik, gegen die der WM-Dritte Deutschland zum ersten Mal antritt, fürchten im «Stadio Olimpico» von Serravalle ohnehin eine deftige Packung, die es in der letzten WM- Qualifikation schon gegen Belgien (0:8) und Spanien (0:6) gegeben hatte. «Wir haben schon gegen viele starke Mannschaften gespielt, aber Deutschland ist die bislang stärkste. Es ist das wichtigste Spiel in der Geschichte unseres Landes», sagte San Marinos Nationalcoach Giampaolo Mazza. Er weiß, was den Feierabend-Kickern blüht: «Es wartet ein schwieriger Tag auf uns.» (nz)

 
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