Vor der WM 2010 und der EM 2012: 

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Den Fußball im Griff, die Welt noch nicht so ganz: Michel Platini (l.) und Sepp Blatter (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Den Fußball im Griff, die Welt noch nicht so ganz: Michel Platini (l.) und Sepp Blatter
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Südafrika sowie Polen und die Ukraine sind Gastgeber der nächsten Fußballgroßereignisse. Doch Fifa und Uefa sind skeptisch, ob die Länder das stemmen können. Schließlich sind Fußballfeste eine sehr teure Ware.

Fifa-Boss Joseph Blatter und Uefa-Chef Michel Platini marschieren gerne gemeinsam im Gleichschritt voran. Derzeit können sich die mächtigsten Fußball-Funktionäre der Welt dabei gegenseitig ein Klagelied singen. Ihre wichtigsten Projekte der kommenden Jahre, die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika und die Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine kommen aus den Negativschlagzeilen einfach nicht heraus. Auch bei der laufenden EM in Österreich und der Schweiz wird der Blick auf die nächsten großen Turniere von Zweifeln statt von Vorfreude bestimmt.

Fifa und Uefa bekommen kalte Füße
Angesichts der sonst hochprofessionellen Arbeitsweise der Mega-Verbände mutet es merkwürdig an, dass ausgerechnet die Fifa und ihr europäischer Kontinentalpartner Uefa sich durch präsidial gewollte (Südafrika) und völlig überraschende (Polen/Ukraine) Vergabe-Politik selbst Probleme bereiteten. Zumal die Turniere mit Milliarden-Umsätzen ihre wichtigsten Einnahmequellen sind. Druck der Sponsoren, die um eine der lukrativsten Werbeplattformen fürchten, ist fast zwangsläufig.

Erklärungen der Verbands-Offiziellen aus den kritisierten Gastgeberländern klingen derzeit wie selbstermutigende Beschwörungsformeln. «Wir nehmen die Sorgen wahr. Aber wir haben ein gutes Sicherheitskonzept. Südafrika wird bereit sein», sagte WM-OK-Chef Irvin Khoza bei einer Podiumsdiskussion zum 2010-Turnier in Wien. Auch aus Polen und der Ukraine kommen durchweg Durchhalteparolen. Eine Inspektionsreise der Uefa in der kommenden Woche sei «kein Grund, Angst zu haben», sagte der ukrainische Turnierorganisator Evhen Scherwonenko.

Ersatzkandidat Spanien 2012
Die Signale aus der Uefa-Administration klingen anders. Längst ist nicht mehr ausgeschlossen, dass das von Platini im Januar gestellte Ultimatum an die Osteuropäer viel mehr als ein Warnschuss war. Spanien wird hinter vorgehaltener Hand längst als Ersatzkandidat gehandelt. Platini hat sich und seinem Personal ein Schweigegelübde bis nach der laufenden EM auferlegt. Danach müssen die EM-Gastgeber eine Lösung der gravierenden Infrastrukturprobleme in Sachen Stadionbau, Verkehrswege und Hotelkapazitäten präsentieren.

Praktisch seit der WM-Vergabe im Mai 2004 kämpfen die Südafrikaner gegen Gerüchte über eine Aberkennung der Gastgeberrolle. Einem Dutzend Ländern wurde diese Funktion schon zugeschrieben. Inklusive Deutschland. Doch Franz Beckenbauer lehnt dies kategorisch ab. «Die WM in Südafrika muss ein Erfolg werden», schrieb das Fifa-Exekutivmitglied in einer Hochglanzbroschüre des WM-OK. «Jeder weiß, dass Afrika viele Probleme hat, wie Armut, Krieg, Verbrechen und schlechte Gesundheitsversorgung. Ich glaube, dass nur der Fußball die Menschen zusammenbringen kann und zu Träumen und Hoffnungen inspiriert», so der «Kaiser».

Durchhalteparolen für Südafrika
Trotz der Gewaltwelle gegen afrikanische Ausländer im Kap-Staat vor einigen Wochen scheint eine Neuvergabe im Gegensatz zum Euro-Turnier derzeit ausgeschlossen. Zu sehr hat Blatter die erste Fußball-WM auf afrikanischem Boden zu seinem Prestigeobjekt gemacht. Und die größten organisatorischen Kinderkrankheiten wie Schwierigkeiten beim Stadionbau scheinen tatsächlich behoben. Bleiben nur die Sorgen um die Sicherheit der erwarteten 450 000 WM-Touristen angesichts der offenbar unkontrollierbaren Kriminalität. «Wir haben elf Großereignisse in den letzen 14 Jahren organisiert und hatten keinen einzigen Zwischenfall», beschwichtigt WM-Geschäftsführer Danny Jordaan. (dpa)