Netzeitung Logo
 
Aktuelles  »  Sport  »  EM 2008
DruckenVersenden
 

Gegelt, gepierct und tätowiert - die EM-Trends : 

«Mario braucht ne halbe Stunde für's Haar»

19. Jun 2008 11:26
Der Jogi taktiert, der Mario überlegt: Sitzt das Haar?
Bild vergrößern
Trikot und Taktik müssen sitzen: Nie waren Europas Fußballer so modisch versiert wie bei dieser EM. Dumm nur, dass bei einigen der Stars die Leistung auf der Strecke bleibt.

Das halblange gegelte Haar mit einem schmalen Gummiband gebändigt, die Trikots eng am Körper anliegend, die großzügig geschnittenen Hosen lässig auf der Hüfte, die Kickstiefel klassisch schwarz oder mit grellbunten Einsätzen. Und aus dem Trikot blitzt am Arm ein Tattoo hervor. Selten haben die Fußball-Stars auf dem Platz so viel Wert auf ihr Outfit gelegt - und sich dabei so stilsicher gezeigt wie bei der Europameisterschaft. Auch die Trainer werfen sich in Schale: Anzug und Krawatte am Spielfeldrand sind längst en vogue, auch wenn sich die älteren Herren wie Griechen-Coach Otto Rehhagel und Portugals Luiz Felipe Scolari im Trainingsanzug anscheinend jünger fühlen.

Sieg der schlichten Eleganz?

Italiens Roberto Donadoni bevorzugt edlen grauen Zwirn, Bundestrainer Joachim Löw tailliert geschnittene Hemden in Weiß, Braun oder sogar Hellrosa direkt auf der Haut. Dabei hat er die Ärmel derart akribisch nach oben gekrempelt, dass der Verdacht aufkommt, er sei danach noch mit dem Bügeleisen drübergefahren. Das passt auch zum eher klassisch gehaltenen Design der Spielkleidung von Löws Kicker: schwarze Hose, weißes Trikot mit einem schlichten schwarzen Balken und den üblichen drei Streifen auf der Schulter. «Modisch hat die deutsche Nationalmannschaft gewonnen», kommentierte die «Süddeutsche Zeitung» und titelte: «Der Sieg der schlichten Eleganz».

Die Zeit der Riesenhemden, die um die Körper der Spieler schlotterten, und wilden Rautenmuster sind zum Glück passé. Das gilt auch für die meisten anderen Teams: Die Grundfarbe - blau bei den Italienern, weiß bei den Griechen, orange bei den Niederländern, Rot bei den Türken - steht im Vordergrund. Dennoch beweisen die Modeschöpfer viel Liebe zum Detail: goldene oder gerasterte Rückennummern, kleine Pumas, die auf der Schulter und Brust sitzen, feine weiße Streifen in den Stutzen Bündchen in den Nationalfarben und Namenszüge in Kleinschreibung, die Landesflagge - wie bei Lukas Podolski - auf dem Schuh. Die neue Lieblingsfarbe der Torhüter ist übrigens schwarz; die Schiedsrichter stehen derweil in Hemden in Leuchtstiftfarbe oder Anthrazit mit bunten Einsätzen ihren Mann.

Das Spiel? Leider ungeordnet

Viel Gel im Haar, aber wenig Erfolg auf dem Platz: Mario Gomez
Bild vergrößern
Da nicht nur das Trikot und die Taktik sitzen müssen, sondern auch die Frisur, sind die Haarbänder für viele Profis mehr als ein Accessoire. Denn kahlgeschorene Köpfe - wie der von Schwedens Starkicker und Unterhosenmodel Freddie Ljungberg - sieht man nicht mehr viele. Die meisten EM-Teilnehmer klatschen sich zudem in der Kabine ordentlich Gel ins Haar, damit nichts flattert während der 90 Minuten. Der Schweizer Nationalspieler Ludovic Magnin hat über seinen Stuttgarter Teamkollegen Mario Gomez mal verraten: «Der Mario braucht immer mindestens eine halbe Stunde für seine Haare.» Bei der EM griff auch Gomez zum schwarzen Gummiband. «Ich hatte in den letzten Spielen zu viel mit meinen Haaren zu tun. Sie fielen mir immer ins Gesicht. Das hat mich genervt», sagte er. Sein Spiel wirkte dennoch völlig ungeordnet.

Auch sein Stürmerkollege Kevin Kuranyi hat unpraktisch lange Haare, weil er seinen glatzköpfigen Vater vor Augen hat und bevor ihn das gleiche Schicksal ereilt, «alles mal ausprobieren muss». Einen eigenen Kopf hat auch Torsten Frings, der haarigste deutsche Nationalspieler. «Lieber Torsten Frings», hieß es kürzlich in einem Leserbrief von «Sportbild», «ich freue mich, dass sie wieder gesund sind. Beim Friseur waren sie allerdings noch immer nicht. Ich würde mich freuen, wenn sie bei der EM durch gute Leistungen und nicht wegen dieser desaströsen Mähne auffallen würden.»

Wer ist Mr. Tattoo?

Stets modisch: Thorsten Frings
Bild vergrößern
Der Mittelfeldspieler von Werder Bremen gilt auch als «Mr. Tattoo» im deutschen Team: Frings hat sich teilweise großflächige Kunstwerke auf die Haut stechen lassen. Das gibt auch anderen Fußballern einen Kick: Portugals Spielmacher Deco hat eine japanische Geisha auf dem Rücken, Spaniens Stürmerstar Fernando Torres seine Rückennummer «9» am Unterarm, Kroatiens Trainer Slaven Bilic dummerweise den Namen seiner Frau Adrijana, von der er sich gerade scheiden lässt.

Luca Toni, der Bundesliga-Torschützenkönig und Weltmeister vom FC Bayern, hat auf dem Arm «Berlino. 09.07.06», das Datum des WM-Finals, tätowiert, Marco Materazzi gar einen 18 Zentimeter großen WM-Pokal auf dem Oberschenkel. Seinen Body - unter anderem mit riesigen Engelsflügeln auf dem Rücken - zeigte der Italiener vor allem in der Zeitschrift «Vanity Fair»: Das Spielfeld durfte er bisher nur 54 Minuten lang als Laufsteg nutzen. (Von Ulrike John, dpa)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren EM Bilderschauen
Zu weiteren EM Bilderschauen
Fakten, Fakten, Fakten
EURO 2008 Live-Ticker
EM-QUIZ
Schweiz Tschechien Portugal Türkei Österreich Kroatien Deutschland Polen Niederlande Italien Rumänien Frankreich Griechenland Schweden Spanien Russland
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.