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Anstoß zur Finalrunde: 

Die Gröler aus der ersten Reihe

19. Jun 2008 10:20
Gemeinsam ist Fußballgucken immer noch am schönsten.
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Ohne einen guten Reporter macht selbst Public Viewing keinen Spaß. Die Netzeitung zeigt, welche TV-Sender in Sachen Torjubel die beste Stimmung verbreiten - und dass selbst China besser abschneidet als wir. Mit Video

Nach ihrem 1:0-Sieg gegen Österreich steht die deutsche Nationalmannschaft an diesem Donnerstag im Viertelfinale gegen Portugal. Mal sehen, ob sie diesmal nettere Kommentare erntet als zuletzt von ARD-Reporter Tom Bartels.

Schon bei Michael Ballacks Tor am Montag hätte sich so mancher mitfiebernde Zuschauer mehr Euphorie gewünscht, als ein schlichtes «Ja - so muss das sein von einem Kapitän». Wer emotionalere Kommentatoren sucht, braucht eigentlich nur einen Blick auf ausländische TV-Sender zu werfen.


International wurde Ballacks genial verwandelter Freistoß an vielen Orten mit unverhohlenem Jubel gefeiert. Mit Zweier-Teams, die nicht isoliert in einer Sprecher-Kabine, sondern nah am grölenden Fan-Block moderieren, schwappt die Stadion-Atmosphäre leicht auf den heimischen Bildschirm über. Die Netzeitung zeigt Beispiele von China bis Südafrika.

England

Die Briten fühlen sich dem deutschen Team von Hause aus verbunden: Die anfängliche Skepsis gegenüber Michael Ballack, der bei Chelsea London unter Vertrag steht, hat sich in Zuneigung gewandelt.

Der deutsche Kapitän glänzte in England zuletzt mit guten Leistungen, auch wenn es in der Premier-League nicht gegen Manchester gereicht hat. Entsprechend positiv sind die Reaktionen der BBC auf sein Tor gegen den EM-Gastgeber: «Absolutely brilliant», dieser «marvellous free-kick».


0-1 Austria vs. Germany Goal by Ballack - MyVideo

Portugal

Die beiden Herren vom portugiesischen Sender Sport TV platzen überrascht heraus: «Ballack! Was für ein großartiges Tor!» Dann versuchen sie dem Rätsel analytisch auf die Spur kommen: «Wie hat der es nur geschafft, hinter diese Mauer zu kommen?» Mal sehen was sie sagen, wenn die Deutschen an diesem Donnerstag gegen Portugal punkten sollten.

Frankreich

Die Kommentatoren des französischen Senders M6 beginnen mit nüchternem Optimismus: «25 Meter, eine exzellente Distanz für Michael Ballack - kein Grund sich zu raufen». Doch als er tatsächlich trifft, können sie es kaum fassen.

Einen Moment lang fehlen ihnen die Worte, dann grölen sie: «Wow! Oh la la!» und fragen sich, was ihre Kollegen vom Sender Canal Plus wohl zu diesem Tor sagen. So hört sich echte Begeisterung an. Vielleicht werden ja auch die Franzosen Fans von Poldi & Co - jetzt, wo die Blauen heim fahren müssen.

Südafrika

Auch beim südafrikanischen Sender Supersport freut man sich über die «Kraft und Präzision» Ballacks: «Das ist genau das, was Deutschland brauchte», meint der Kommentator. Genauso laut wie seine Stimme sind im Hintergrund die Fangesänge aus dem Stadion zu hören.

China

CCTV, die größte nationale und frei empfangbare TV-Station in China, welche über 350 Millionen Haushalte erreicht, hat die Live-Übertragungsrechte an allen 31 Spielen der Euro 2008 erworben. Dank Youtube können auch wir sehen, wie die Chinesen das Spiel der Deutschen kommentieren.

Und siehe da, auch wenn man nicht versteht, was gesagt wird, so ist die Hysterie in der Reporterstimme doch unverkennbar. Der Text geht sowieso im Jubel (oder auch Schreckens-Aufschrei) des Stadions unter, wodurch das Mikrofon der Chinesen völlig übersteuert klingt.

Al Dschasira

Auch der Reporter des arabischen Senders wird richtig laut, als Ballack den Ball in die rechte Torecke donnert. Schade, dass man ihn nicht versteht, denn er scheint richtig mitzugehen - so auch bei einer Torchance für die Österreicher. Ein studentischer Blogger aus Nepal hat die Al Dschasira-Videos verlinkt.


Die Fans

Die authentischste Atmosphäre vermittelt ein Privatvideo aus dem deutschen Fanblock direkt hinter dem österreichischen Tor. Als Ballack zum Freistoß ansetzt schwillt das Summen einer Laola-Welle an, die in ein ohrenbetäubendes Jubelgeschrei übergeht.

Da reißt es die Kamera auch mal etwas unsanft durch die Gegend. Bleibt abzuwarten, wie lange diese Bilder noch im Netz zu sehen sind - durch den Urheberrechtsstreit mit der Uefa sind bereits einige Videos bei Youtube nicht mehr abrufbar.


 
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