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Des Weltmeisters Angst vor dem EM-Aus: 

Italien in Sorge

12. Jun 2008 13:29
Trainer kämpferisch: Roberto Donadoni steht in Italien unter Druck
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Vorgeführt wurde Italien bei seiner 0:3-Niederlage gegen Holland. Nicht weil die Squadra Azzurra so schlecht war, sondern weil die Konkurrenz schlicht überlegen war. Im italienischen Lager geht die Angst um.

Mit Wut im Bauch und Edel-Joker Alessandro Del Piero im Sturm will Weltmeister Italien gegen Rumänien in Zürich sein drohendes EM-Aus verhindern. Nach der 0:3-Auftaktniederlage gegen die Niederlande muss der verunsicherte Titelfavorit am Freitagabend im Letzigrund-Stadion den frühen EM-K.o. und Trainer Roberto Donadoni den Rauswurf fürchten. «Noch ist es nicht vorbei, wir können das besser», kündigte Donadoni das Comeback der «Azzurri» an. «Wir werden für Italien und Donadoni siegen», versprach Stürmerstar Luca Toni. Aber Italiens Schicksalsspiel gegen den selbstbewussten EM-Geheimfavoriten wird ein heißer Tanz. «Wir werden Euch die Hölle auf Erden bereiten», tönte Rumäniens Kapitän Cristian Chivu.

Rumänien macht sich Hoffnung

Der Druck auf den viermaligen Weltmeister ist riesig. «Uns steht das Wasser bis zum Hals», gab Gianluca Zambrotta zu und versicherte, dass die «Azzurri» alles oder nichts spielen werden. «Wir gehen mit richtig Wut im Bauch in die Partie», versprach Toni den «Tifosi» den unbedingten Siegeswillen, den sie zum EM-Auftakt vermissen ließen. «Wir sind immer noch die Weltmeister und werden das beweisen», erklärte der Bayern-Star das Duell gegen Rumänien zu einer Frage der Ehre. «In der Krise sind wir am stärksten», beruhigte Gennaro Gattuso. In der Heimat aber ist man nervös: «Wir haben Angst», titelte «Tuttosport».

Treibt Italien die Angst vor der großen EM-Blamage zum Comeback oder zum Kofferpacken? Die Frage stellen sich auch die Rumänen, die auf das Abschlusstraining in Zürich verzichteten, um ihre Kräfte zu schonen. «Italien ist nach der Niederlage viel gefährlicher», fürchtet Cosim Contra. Italien-Legionär Cristian Chivu wittert dagegen die große Chance: «Sie müssen jetzt Risiken eingehen», hofft der Mittelfeldspieler von Inter Mailand auf Konterchancen. «Deshalb müssen wir offensiver spielen als beim 0:0 gegen Frankreich», forderte Rumäniens Star Adrian Mutu. Sehr zum Ärger von Trainer Victor Piturca, der auf den Stuttgarter Stürmer Ciprian Marica wegen einer Gehirnerschütterung verzichten muss und nur widerwillig mehr Offensive wagt. Mutu nahms locker und ärgerte lieber seinen Freund und früheren Florentiner Teamkollegen Toni: «Ich habe ihn angerufen, um ihm ein bisschen Angst zu machen», scherzte Mutu.

Italiens Presse: «Katastrophe»

Im Lager der Italiener ist keinem zum Scherzen zumute. «Rumänien ist ein starker Gegner», sagt der von Italiens Presse als «Katastrophe» beschimpfte Trainer Donadoni. Es gilt als sicher, dass er das Team auf vier Position umstellen wird, was die «La Gazzetta dello Sport» als «längst überfällige Revolution» bejubelte. In der Not klammert sich Italien an seinen Edel-Jocker. Serie A- Torschützenkönig Alessandro Del Piero soll anstelle von Antonio Di Natale neben Toni stürmen und die Kapitänsbinde des verletzten Fabio Cannavaro tragen. Spät eingewechselt, gehörte der Juve-Kapitän gegen die Holländer noch zu den Besten. «Ich war noch nie so gut», traut sich der 33-Jährige die Rolle des EM-Helden zu.

Im Mittelfeld soll Daniele De Rossi neben Regisseur Andrea Pirlo für den schwachen Gennaro Gattuso ins Team kommen. In der Abwehr ersetzt Fabio Grosso den Römer Christian Panucci und Giorgio Chiellini den gegen Holland indiskutablen Marco Materazzi auf der Position des verletzten Abwehrchefs Cannavaro. Einen gleichwertigen Ersatz für den Kapitän aber findet Donadoni nicht. Doch auch mit wackeliger Abwehr gaben sich die Weltmeister nicht auf. «Wir kommen wieder ins Turnier zurück», versprach Fabio Grosso. (dpa/Bernhard Krieger und Andreas Schirmer)

 
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