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Tagesthema Afghanistan: 

Tore für Minenopfer

11. Jun 2008 12:14
Die humanitärsten EM-Teams findet man auf
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Am Roten Kreuz kommt dieser Tage kein Fußballfan vorbei. Gemeint ist aber nicht das Sanitäter-Zelt, sondern ein TV-Spot, der vor jedem übertragenen EM-Spiel über den Schirm flimmert. Mit Video

Der 30-sekündige Einspieler zeigt eine Horde Strichmännchen, die eine rote Kugel durch das Station kicken. «Mit Toren gewinnt man Spiele», sagt ein Sprecher. «Mit einem Tor kann man aber auch ein ganz anderes Ziel erreichen». Die Eins auf der Anzeigentafel im Film-Stadion fliegt einmal um den Globus und endet am Körper eines einbeinigen Strichmännchens.

Über die grafische Darstellung lässt sich streiten, aber der Zweck heiligt die Mittel: Anlässlich der Euro 2008 setzt sich die Fußballwelt dafür ein, dass Minenopfer in Afghanistan wieder gehen können.

Holland ist «humanitärstes Team»

Dafür hat die Vereinigung Europäischer Fussballverbände (Uefa) das Internationale Komitee vom Roten Kreuz zum offiziellen Wohltätigkeitspartner bestimmt und mit ihm gemeinsam eine Online-Spendenkampagne entwickelt. Botschafter der Aktion ist der portugiesische Fußballstar Cristiano Ronaldo.

Auf «Scorefortheredcross.org» können Internet-User virtuelle Tore kaufen. Ein Tor kostet einen Euro, es müssen mindestens sieben Tore gekauft werden. Sie werden dem Lieblingsteam des Spenders als Punkte und dem Rotkreuzprogramm seiner Heimat als reale Summe gutgeschrieben. Aktuell führen die Niederlande, dicht gefolgt von Deutschland mit 13745 Toren.

Auf diese Weise hilft man nicht nur den Minenopfern, sondern auch seinem Favoriten: Das Nationalteam, das bis zum sechsten Juli die meisten virtuellen Tore hat, bekommt den Titel „Humanitärstes Team“. Unter den Spendern werden jede Woche Tickets für die EM-Spiele ausgelost. Auch die dort geschossenen Tore zählen: Für jedes einzelne spendet die Uefa 4000 Euro an die Hilfsorganisation.
Mit der Hälfte der Spenden finanziert das Rote Kreuz Prothesen, Physiotherapie und eine Berufsausbildung für die Landminenopfer. Die andere Hälfte steht den nationalen Verbänden für ihre eigenen Projekte zur Verfügung. Das Benefiz-Projekt ist nicht das einzige anlässlich der EM: Die Kinderhilfe Afghanistan versteigert ein DFB-Trikot mit den Autogrammen aller Nationalspieler der WM 2006.

Klaus Eder, Physiotherapeut der deutschen Nationalmannschaft, schenkte der Hilfsorganisation das Shirt zu ihrem zehnjährigen Jubiläum. Mit dem Erlös sollen Fußball- und Volleyplätze an afghanischen Schulen gebaut werden. Das aktuelle Gebot liegt bei 219 Euro. Auch handsignierte Kunstdrucke von Künstlern wie Norbert Bisky oder Rosemarie Trockel stehen in der Auktion für den guten Zweck zum Verkauf.

Video: TV-Spot «Tore für das Rote Kreuz»



 
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