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EM-Aus für den Keeper: 

Schock für Timo Hildebrand

16. Mai 2008 16:15, ergänzt 16:43
Ausgeträumt: Timo Hildebrand
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Dass er bei der EM nicht dabei sein darf, hat den ausgebooteten Keeper hart getroffen. «Ich bin überrascht, geschockt, auch irritiert», sagte der beim FC Valencia unter Vertrag stehende Torwart.

Timo Hildebrand war schwer geschockt, René Adler hoch erfreut: 22 Tage vor dem EM-Auftakt hat Joachim Löw überraschend die Torhüter-Baustelle in der deutschen Nationalmannschaft neu aufgemacht. Statt der bisherigen Nummer 2 Hildebrand nimmt der Bundestrainer den Bundesliga-Shootingstar Adler mit zur Europameisterschaft.

«Wir haben das von allen Seiten beleuchtet», erklärte Torwart-Coach Andreas Köpke zur Entscheidung, die viel Zündstoff in sich birgt. Zwar wird Jens Lehmann, der in dieser Saison als Bankdrücker beim FC Arsenal auch schon für heftige Debatten gesorgt hatte, als Nummer 1 in das Turnier in Österreich und der Schweiz gehen. Doch mit der Neuordnung des auserlesenen Torwart- Trios erhöht sich der Druck auf alle DFB-Keeper.

Köpkes Entscheidungshilfe

Noch bis in den März hinein hatte der Bundestrainer in der «T- Frage» immer wieder davon gesprochen, dass «nach derzeitigem Stand» Lehmann, Hildebrand und Robert Enke seine drei EM-Fahrer seien. Doch offenbar hat die «Top-Analyse» (Löw) von Köpke, die der einstige Auswahl-Keeper in dieser Woche im engsten Trainerzirkel präsentiert hatte, das Bild gekippt.

«Aufgrund der hervorragenden Leistungen über ein Jahr in der Bundesliga und des Alters von Adler haben wir uns für einen Jung-Torhüter entschieden», sagte Köpke, ließ aber auch Platz für Spekulationen: «Ich werde jetzt nicht auf jede Einzelheit eingehen. Wir sind von dieser Konstellation absolut überzeugt.»

Von der Ersatzbank ins Abseits

Der Stuttgarter Meister Hildebrand hat nach seinem Wechsel vom VfB zum FC Valencia eine turbulente Saison erlebt: Erst kam er an der Legende Santiago Canizares nicht vorbei, nach dessen Suspendierung rückte er in die Stammelf, hatte einige herausragende Spiele, wurde Pokalsieger, kassierte jedoch auch ein paar mächtige Klatschen. Mit dem erneuten Trainerwechsel hin zu Salvador Gonzalez Marco kochte das Torwart-Thema erneut hoch.

Nach der Ersatzrolle bei der WM 2006 und der EM 2004 ist der ehemalige Stuttgarter nun ganz draußen. «Wir wissen, dass so eine Entscheidung an die Nieren geht», sagte Löw und schloss Richtung Hildebrand an: «Was es jetzt für die weitere Karriere bedeutet, muss man offen lassen.»

Schmerzhafte Überraschung

Hildebrands erste Reaktion dokumentiert sein Erstaunen: «Ich bin überrascht, geschockt, auch irritiert», erklärte der Torhüter des FC Valencia auf seiner offiziellen Homepage. Die Absage, die ihm Torwart-Bundestrainer Andreas Köpke am Freitagvormittag überbracht habe, sei «wie aus heiterem Himmel, ohne Vorzeichen» gekommen.

«Ich bin überzeugt davon, dass ich mich im letzten Jahr weiterentwickelt habe», erklärte Hildebrand, der die Nichtberücksichtigung hinnehmen und auch akzeptieren müsse. «Aber verstehen oder gar nachvollziehen kann ich sie nicht. Es schmerzt wie eine frische Fleischwunde.»

Teilerfolg mit Valencia

Hildebrand verweist zudem auf seine Leistungen in Spanien: «Nach dem Gewinn der Meisterschaft mit dem VfB Stuttgart bin ich nach Spanien gewechselt um weiter internationale Erfahrungen zu sammeln - auch hinsichtlich der Nationalmannschaft. Ich habe mich dann in Valencia recht schnell durchgesetzt, den Konkurrenzkampf gewonnen, ich habe knallhart gearbeitet und kontinuierlich meine Leistung gebracht.

Dass die Saison insgesamt für die hohen Ansprüche von Valencia nicht gut gelaufen ist, konnte jeder sehen. Aber wir haben trotzdem mit dem Pokalsieg einen Titel geholt, konnten uns international qualifizieren.»

Konkurrenzkampf eröffnet

Der erst 23 Jahre alte Adler könnte bei seinem ersten Turnier sofort zum Überflieger werden. Denn der Jungstar von Bayer Leverkusen, für den sich die geballte deutsche Fußball-Prominenz von Franz Beckenbauer über Lothar Matthäus bis Toni Schumacher stark gemacht hatte, könnte sofort in die Kronprinzen-Rolle rücken.

Im Moment gebe es zwar keinen Grund, von der Reihenfolge Lehmann (1), Enke (2), Adler (3) abzurücken, meinte Köpke, sagte jedoch auch: «Das wird jetzt das Training zeigen.» Löw hatte immer wieder betont, dass sich auch die 37 Jahre alte Nummer 1 in der direkten EM-Vorbereitung gerade aufgrund der zuletzt mangelnden Spielpraxis beweisen müsse. (dpa)

 
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