netzeitung.de1. FC Nürnberg stillt die Sehnsucht seiner Fans

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Die Nürnberger Kristiansen (l.) und Wolf (r.) nehmen Russ in die Zange. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die Nürnberger Kristiansen (l.) und Wolf (r.) nehmen Russ in die Zange.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Ein Vierteljahrhundert lang haben die Fans des 1. FC Nürnberg auf ein Pokal-Finale warten müssen. Nun räumten die Franken Vorjahresfinalist Eintracht Frankfurt souverän aus dem Weg. Bilderschau: Der "Club" schlägt zu

«25 Jahre ohne Finale – Erfüllt dieser Stadt ihren größten Traum» war auf einem riesigen Transparent im Nürnberger Frankenstadion zu lesen. Der 1. FCN tat wie ihm geheißen. Er spielte den Vorjahresfinalisten Eintracht Frankfurt am Dienstagabend im Halbfinale des DFB-Pokals an die Wand, siegte 4:0 (2:0) – und stillte die Sehnsucht seiner Fans.
Ein Treffer vom Abwehrchef
45 Jahre nach dem letzten Pokal-Erfolg fährt der «Club» unter der Führung von Hans Meyer, der in der DDR als Trainer drei Mal den FDGB-Pokal gewann, zum Endspiel am 26. Mai nach Berlin und darf sich außerdem ganz sicher auf einen Auftritt im Uefa-Pokal freuen. Die Tore für den derzeitigen Bundesliga-Fünften erzielten Marco Engelhardt (3.), Ivan Saenko (25.), Tomas Galasek (54.) und Chhunly Pagenburg (90.). Auf wen die Franken im Olympiastadion treffen, entscheidet sich am Mittwoch im Duell des VfL Wolfsburg gegen den VfB Stuttgart (20.30 Uhr/live ZDF).

Eintracht-Coach Friedhelm Funkel überraschte am Dienstagabend in seiner Startaufstellung damit, den zuletzt suspendierten Michael Thurk von Beginn an anstelle von Naohiro Takahara im Mittelfeld auflaufen zu lassen. Marcel Heller stürmte neben Ioannis Amanatidis. Beim 1. FC Nürnberg, der noch immer ohne seinen grippegeschwächten Toptorjäger Marek Mintal auskommen muss, stand Glauber wieder in der Innenverteidigung. Die einzige Spitze - Markus Schroth - sollten Ivan Saenko und Jan Polak mit Bällen versorgen.

Das erste Tor erzielte aber keiner der drei Nürnberger Offensivspieler, sondern Marco Engelhardt – und das bereits in der dritten Minute. Nachdem Frankfurts Keeper Oka Nikolov einen Schuss von Saenko aus spitzem Winkel nur nach vorne abklatschen konnte, fasste sich der Thüringer ein Herz und zog mit dem schwachen rechten Fuß aus etwa zwölf Metern ab.

Nach dem Führungstreffer für den «Club» entwickelte sich ein lebhaftes Pokalspiel. 45.000 Zuschauer im ausverkauften Frankenstadion sahen bei milden 20 Grad gleich zwei weitere Sturmläufe Saenkos gen Frankfurter Tor über Links, doch der Abschluss geriet zu lässig. Im dritten Anlauf machte es der Weißrusse nach Vorarbeit von Andreas Wolf besser – und er machte es von Rechts. Bei seinem Schuss aus etwa elf Metern Entfernung hatte Nikolov keine Chance.

Schäfer mit Super-Parade
Aber die Frankfurter, die in der Bundesliga im Abstiegskampf stecken, ließen sich das Spiel nicht so einfach aus der Hand nehmen. Eine halbe Stunde war verstrichen, da jagte Amanatidis Wolf den Ball ab und tauchte urplötzlich vor FCN-Keeper Raphael Schäfer auf. Der rettete seinem Verein mit einer tollen Parade die 2:0-Führung.

Wie es sich anfühlt, vor mehr als 60.000 Fans im Berliner Olympiastadion aufzulaufen, wissen fast alle Frankfurter Spieler. Erleben werden sie es in diesem Sommer aber nicht mehr. Gegen konzentrierte und hocheffiziente Nürnberger, die von mehr als 35.000 eigenen Fans angepeitscht nach vorne stürmten, hatte die Eintracht auch nach der Pause kaum eine Chance. Zwar beorderte Trainer Funkel Thurk in den Sturm und schickte auch noch Alexander Meier als Ideengeber aufs Feld, doch auch sie konnten den Umschwung nicht erzwingen.

Etwa zehn Minuten nach dem Wiederanpfiff machte Meyers «wichtigster Spieler» - Abwehrchef Galasek - den Sieg mit einem Freistoßtreffer perfekt. Der Kapitän der tschechischen Fußball-Nationalmannschaft zirkelte den Ball rechts um die Frankfurter Mauer und schoss ins linke Eck zum 3:0 ein. Die Kurve der Eintracht-Fans schwieg von diesem Moment an fast andächtig, kaum einer glaubte mehr an die Wende - und die Nürnberger machten keine Anstalten, den Sieg noch einmal aus der Hand zu geben. Im Gegenteil, nachdem Meyer Zuschauerliebling Mintal für die letzten Minuten eingewechselt hatte, gab es noch ein Zuckerl obendrauf. Der eingewechselte Chhunly Pagenburg erzielte das 4:0. (nz)