netzeitung.deHamburger SV will in Europa auftrumpfen

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Benjamin Lauth (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Benjamin Lauth
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Die erfolgreiche Qualifikation für die Champions League hat dem Hamburger SV neues Selbstvertrauen gegeben. Die Millioneneinnahmen sollen in drei neue Spieler investiert werden.

Den Verantwortlichen des Hamburger SV war die Erleichterung nach der erfolgreichen Qualifikation für die Champions League deutlich anzumerken. «Wir werden in Europa unsere eigenen Fußstapfen hinterlassen, da bin ich ganz sicher», sagte Thomas Doll nach dem 1:1 im Qualifikations- Rückspiel gegen CA Osasuna, dass dem Klub Millioneneinnahmen sichert. Neben Bayern München und Werder Bremen werden die Hanseaten als dritte deutsche Mannschaft in der Hauptrunde der europäischen Königsklasse starten.
Dem Druck standgehalten
Nach dem nur mäßigen Start in die Fußball-Bundesliga mit zwei Unentschieden war man sich an der Elbe nicht sicher, ob die Mannschaft dem großen Druck in der spanischen Provinz standhalten könnte. «Wir wissen jetzt, dass wir uns auch in schwierigen Phasen auf uns verlassen können. Ich glaube an meine junge Mannschaft», stellte Doll zufrieden fest. Im torlosen Hinspiel war der deutsche Traditionsklub zwar die bessere Mannschaft, konnte aber selbst beste Möglichkeiten nicht zu einem Torerfolg nutzen. Beim Rückspiel in Nordspanien stand den Hamburgern dann das nötige Glück zur Seite.

Nachdem der HSV wie schon im Vorjahr mit Valencia erneut eine spanische Mannschaft ausgeschaltet hat, ist Doll nicht bange vor großen Gegnern. Der HSV wird am Donnerstag (18.00 Uhr) im Lostopf mit den vermeintlich schwächsten Teams den Topteams in der «Königsklasse» zugelost.

Spielerischen Impulse von zwei Holländern
«Ich wünsche mir Ajax Amsterdam oder Barcelona», sagte Rafael van der Vaart forsch. Gemeinsam mit seinem niederländischen Nationalmannschaftskollegen Nigel de Jong gab der Kapitän am Dienstag die entscheidenden spielerischen Impulse für das geduldige Anrennen gegen eine kompakte spanische Abwehrkette, nachdem bereits früh das Gegentor durch Carlos Cuéllar (6.) gefallen war.

«Ich habe zu Nigel gesagt: Amigo, wir haben mit Ajax schon einmal in der Königsklasse gespielt, wir machen das heute zusammen», erzählte der strahlende Regisseur, der wegen totaler Erschöpfung den kollektiven Disco-Besuch sausen ließ.

Stellungsfehler wettgemacht
Seinen besten Auftritt im Trikot der Hanseaten hatte der vielfach kritisierte de Jong abgeliefert, der mit seinem Kopfballtor (74.) den Stellungsfehler beim Gegentor wettmachte. «Wir haben eine klare Zuordnung bei den Standardsituationen, Nigel hatte am langen Pfosten zu stehen», monierte Doll, der darüber zu Hause noch reden wird.

Ein Bilderbuch-Comeback feierte Collin Benjamin, der durch den überraschenden Ausfall von Vincent Kompany nach zehn Minuten ins kalte Wasser geworfen wurde. «Das ist auf meinem Mist gewachsen, ich hätte Vincent nicht bringen dürfen», meinte Doll, der vom belgischen Neuzugang trotz dessen Adduktorenverletzung nach dem Aufwärmen das Okay bekommen hatte. Dafür lobte der Coach den lange am Knie verletzten Benjamin über alles. «So viele Hüte kann ich gar nicht ziehen. Er hat sich präsentiert wie ein Neuzugang.»

Auf der Position des Innenverteidigers soll bereits in der kommenden Bundesliga-Partie für den gesperrten Guy Demel ein Neueinkauf auflaufen. «Wir holen einen richtigen Kracher», versprach Doll, der am Mittwoch mit Beiersdorfer auch die weiteren ein bis zwei Spieler eingrenzen wollte. «Es wird jetzt sehr schnell gehen, aber wir werden bei unserer Geschäftspolitik bleiben und das Gehaltsgefüge nicht sprengen», sagte Beiersdorfer, der durch die garantierte Acht- Millionen-Euro-Einnahme allein durch die Teilnahme an der Elite-Liga hochkarätige Profis im Blick hat.

Auf einen Schub in der Bundesliga nach zwei Unentschieden hoffen nun alle Verantwortlichen: «Wir wollen da oben rein. Das Osasuna- Spiel wird uns jetzt monatelang begleiten und als Beispiel dienen», sagte Doll, der stolz war auf «seine Jungs». Und Bastian Reinhardt will sich sogar noch in einigen Jahren an die Partie erinnern: «Wir wissen, wir haben etwas Großes geleistet, darauf können wir später zurückblicken.» (nz)