Assauer: Das Ding ist völlig offen
05.12.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Der FC Schalke 04 hofft auf das zweite Wunder von Mailand. «1997 war Schalke auch Außenseiter. Warum sollte uns dort nicht das zweite Wunder gelingen? Wir sind stark genug, auch bei einer der besten Mannschaften Europas zu bestehen und hier ein richtig gutes Spiel zu machen», sagte Trainer Ralf Rangnick vor dem Gruppen-Finale in der Champions League am Dienstag (20.45 Uhr/Sat.1 und Premiere) beim AC Mailand. «Wir spielen auf Sieg, nur so können wir es aus eigener Kraft schaffen.»
Die Mannschaft gibt sich ähnlich selbstbewusst. «Es ist das große Spiel des Jahres. In San Siro bei solch einer wichtigen Begegnung dabei zu sein, ist für jeden Profi ein Traum», schwärmte Christian Poulsen, der beim 2:2 im Hinspiel gegen Mailands Spielmacher Kaka eine großartige Partie geboten hatte. Das Erfolgsrezept des Dänen lautet: «Wir müssen cool bleiben, aber trotzdem aggressiv in die Zweikämpfe gehen.»
«Das wird eine ganz enge Kiste. Das Ding ist völlig offen. Ich kann nicht einschätzen, was passiert», sagte der Manager nach der Ankunft im leicht verschneiten Mailand. Gleichwohl freut sich Assauer auf die Partie im Meazza-Stadion, zumal die Arena im Stadtteil San Siro positive Erinnerungen weckt. Am 21. Mai 1997 hatten die «Königsblauen» gegen Inter Mailand dort sensationell den Uefa-Pokal geholt. «Das war der größte Erfolg in unserer Clubgeschichte», schwärmt Assauer noch heute.
Während Milans Stürmer gefürchtet sind, werden dem Champions-League-Finalisten der Vorsaison große Abwehrprobleme nachgesagt. Die Defensive um Alessandro Nesta und Kapitän Paolo Maldini, der trotz Muskelproblemen spielen will, sei überaltert, kritisieren italienische Medien. Trainer Carlo Ancelotti hat mit seiner Elf in der Serie A schon acht Zähler Rückstand auf Juventus Turin. Ein frühes Aus in der Champions League würden weder die Fans noch Clubchef Silvio Berlusconi akzeptieren, zumal am Sonntag auch noch das schwere Derby gegen Inter auf dem Programm steht. Trotz des enttäuschenden 1:2 am Samstag bei Chievo Verona ist Ancelotti sicher, dass seine Elf gegen Schalke eine anderes Gesicht zeigt: «Uns reicht ja ein Unentschieden.» (dpa)

