netzeitung.deAssauer: Das Ding ist völlig offen

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Ralf Rangnick (l.), Rudi Assauer. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ralf Rangnick (l.), Rudi Assauer.
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Vor dem Schalker «Endspiel» in der Champions League gibt sich Trainer Ralf Rangnick betont optimistisch. Manager Rudi Assauer hat dagegen ein mulmiges Gefühl.

Von Ulli Brünger

Der FC Schalke 04 hofft auf das zweite Wunder von Mailand. «1997 war Schalke auch Außenseiter. Warum sollte uns dort nicht das zweite Wunder gelingen? Wir sind stark genug, auch bei einer der besten Mannschaften Europas zu bestehen und hier ein richtig gutes Spiel zu machen», sagte Trainer Ralf Rangnick vor dem Gruppen-Finale in der Champions League am Dienstag (20.45 Uhr/Sat.1 und Premiere) beim AC Mailand. «Wir spielen auf Sieg, nur so können wir es aus eigener Kraft schaffen.»

Die Mannschaft gibt sich ähnlich selbstbewusst. «Es ist das große Spiel des Jahres. In San Siro bei solch einer wichtigen Begegnung dabei zu sein, ist für jeden Profi ein Traum», schwärmte Christian Poulsen, der beim 2:2 im Hinspiel gegen Mailands Spielmacher Kaka eine großartige Partie geboten hatte. Das Erfolgsrezept des Dänen lautet: «Wir müssen cool bleiben, aber trotzdem aggressiv in die Zweikämpfe gehen.»

Kritische Konstellation
Um erstmals in der «Königsklasse» zu überwintern und das Achtelfinale am 21./22. Februar unabhängig vom Ausgang des Spiels zwischen dem PSV Einhoven und Fenerbahce Istanbul zu erreichen, benötigt der Fußball-Bundesligist einen Sieg oder ein Remis von mindestens 3:3. Angesichts der engen Konstellation in Gruppe E trat Rudi Assauer die Reise zum «Endspiel» zwischen dem italienischen Spitzenreiter (8 Punkte) und den punktgleichen Schalkern mit einem etwas mulmigen Gefühl an.

«Das wird eine ganz enge Kiste. Das Ding ist völlig offen. Ich kann nicht einschätzen, was passiert», sagte der Manager nach der Ankunft im leicht verschneiten Mailand. Gleichwohl freut sich Assauer auf die Partie im Meazza-Stadion, zumal die Arena im Stadtteil San Siro positive Erinnerungen weckt. Am 21. Mai 1997 hatten die «Königsblauen» gegen Inter Mailand dort sensationell den Uefa-Pokal geholt. «Das war der größte Erfolg in unserer Clubgeschichte», schwärmt Assauer noch heute.

Bordon wohl dabei
Doch die «Eurofighter» sind Geschichte, aus der Mannschaft von damals ist kein Spieler mehr dabei. Am Dienstag müssen es andere richten. Mit von der Partie ist wohl auch Marcelo Bordon, der am Samstag in Bielefeld (1:0) wegen einer Oberschenkelverhärtung zur Halbzeit ausgewechselt wurde, aber am Montag Entwarnung gab. «Ich denke schon, dass es geht», sagte Bordon. Auch aus Sicht des Mannschaftsarztes Thorsten Rarreck gibt es «berechtigte Hoffnungen», dass der Brasilianer die Schalker Abwehr gegen die gefährliche Milan-Offensive um den zuletzt gegen Fenerbahce Istanbul (4:0) vier Mal erfolgreichen Andrej Schewtschenko organisieren kann.

Während Milans Stürmer gefürchtet sind, werden dem Champions-League-Finalisten der Vorsaison große Abwehrprobleme nachgesagt. Die Defensive um Alessandro Nesta und Kapitän Paolo Maldini, der trotz Muskelproblemen spielen will, sei überaltert, kritisieren italienische Medien. Trainer Carlo Ancelotti hat mit seiner Elf in der Serie A schon acht Zähler Rückstand auf Juventus Turin. Ein frühes Aus in der Champions League würden weder die Fans noch Clubchef Silvio Berlusconi akzeptieren, zumal am Sonntag auch noch das schwere Derby gegen Inter auf dem Programm steht. Trotz des enttäuschenden 1:2 am Samstag bei Chievo Verona ist Ancelotti sicher, dass seine Elf gegen Schalke eine anderes Gesicht zeigt: «Uns reicht ja ein Unentschieden.» (dpa)