Gruppensieg gesichert:
FC Bayern in Lyon mit zwei Gesichtern
Am Ende aber jubelten die Bayern, die im Achtelfinale im Februar und März in der K.o.-Phase nun im Rückspiel Heimrecht haben werden. «Das ist ein kleiner Vorteil», meinte Trainer Jürgen Klinsmann. Die Auslosung findet am 19. Dezember statt.
Trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt und dauerhaften Schneeregens kamen beide Mannschaften sofort auf Betriebstemperatur. Den besseren Start erwischten allerdings die Hausherren: Nach nur anderthalb Minuten hatte der Brasilianer Ederson die Führung auf dem Kopf, scheiterte aber an Bayern-Keeper Michael Rensing. 180 Sekunden später versuchte es der 15-Millionen-Einkauf von Lyon mit einem Distanzschuss - verfehlte das Ziel jedoch knapp.
Die ohne Lucio und Zé Roberto sowie Nationalstürmer Lukas Podolski nach Lyon angereisten Bayern überstanden unbeschadet die erste Druckphase der ersatzgeschwächten Franzosen. In der Abwehr konnte das komplett in kanariengelb angetretene Olympique-Team das Fehlen von Cris nicht kompensieren. Eine Verwirrung nutzte Klose mit einem Schuss mit der rechten Innenseite zum 1:0. Tim Borowski verfehlte es wenig später (18.), auf 2:0 zu erhöhen. Dafür zielte Ribéry, der von den einheimischen Fans teilweise ausgepfiffen wurde, genau: Mit diesmal ebenfalls kanariengelben Schuhen schlenzte er den Ball bei seinem ersten Spiel in Frankreich mit einer deutschen Mannschaft ins lange Eck.
Nach dem zweitem Tor des sehr lauffreundigen und engagierten Klose war den kurz zuvor durch Ederson gescheiterten Franzosen der Glaube an den Sieg fast geraubt. Bayern-Präsident geriet ganz im Gegensatz zu seiner legendären Brandrede von 2001 schon nach der ebenso effektiven (vier Schüsse - drei Treffer) wie spielerisch gelungenen ersten Halbzeit ins Schwärmen. «Alles ist in Bewegung. Ganz im Gegensatz zu den Spaziergängern von vor sieben Jahren», sagte der Fußball-«Kaiser» beim Pay-TV-Sender Premiere.
Kurz nach dem Seitenwechsel hatte Ribéry seinen zweiten Treffer auf dem Fuß, Jubel brandete aber wenig später bei Lyon auf, als Gouvou das 1:3 erzielte. Nun war es Olympique, das das Heft in die Hand nahm. Und den zweiten Treffer nur knapp verpasste, als Schweinsteiger auf der Linie und Rensing retten mussten (60.). Die Souveränität war so gut wie verflogen: Auch bei Benzemas Treffer war die Defensive nicht ganz auf der Höhe. Zehn Minuten vor Schluss hielt Rensing den Sieg mit einer weiteren starken Parade fest. (Christian Kunz, dpa)

