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Ribéry freut sich auf den Auftritt in der Heimat: 

Das Duell der «letzten Mohikaner»

10. Dez 2008 15:37
Wortspielalarm: Der FC Bayern zu Gast im Circus Krone
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Mit guter Laune hat Bayern München die Reise nach Lyon angetreten, wo es am Abend um die Ausgangsposition für das Champions-League-Achtelfinale geht. Allein die Europapokal-Arithmetik bereitet dem Rekordmeister noch Schwierigkeiten.

Vor dem Endspiel um den Gruppensieg in Frankreich tobten sich Franck Ribéry & Co. bei ihrer Weihnachtsfeier im Zirkus aus, jetzt heißt es in der Champions League auch ohne Ball-Zauberer Zé Roberto und Abwehr-Dompteur Lucio «Manege frei». Nach 14 Pflichtspielen ohne Niederlage und dem Sieg im Bundesliga-Gipfel gegen Hoffenheim will sich der deutsche Fußball-Meister Bayern München ohne die angeschlagenen Brasilianer Platz eins in der Königsklassen-Vorrunde holen.

Rummenigge ist verwirrt

Beim Abflug aus dem sonnig-frostigen München zum Gruppen-Endspiel am Mittwoch (20.45 Uhr/Premiere/Sat.1) bei Olympique Lyon rätselte die Reisegruppe um Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge aber noch, welches Ergebnis im Duell der beiden schon für das Achtelfinale qualifizierten Kontrahenten denn für den ersten Platz reichen würde. «Selbst beim 1:1 wären wir nur Zweiter. Wir müssen 2:2 spielen oder da gewinnen», dozierte Rummenigge und verwies auf das Uefa-Reglement. Ganz richtig lag er damit aber nicht, denn auch ein 1:1, also jedes Remis mit Toren, reicht zum Vorrunden-Sieg. Auch für Mark van Bommel eine Überraschung. «Ein 1:1 reicht uns nicht für den Gruppensieg», sagte der Kapitän und musste sich belehren lassen. Am besten daher ein Sieg und Platz eins würde dem Rekordmeister in der K.o.-Runde zunächst eine Auswärtspartie und dann ein Heimspiel bescheren.

Bei der Weihnachtsfeier der Münchner am Vorabend im Circus Crone ließ Trainer Jürgen Klinsmann noch die Peitsche knallen. Auf dem Platz sollen seine Kicker um Ribéry das stark ersatzgeschwächte Team mit dem Löwen im Vereinswappen dressieren. «Wir sind nach Lyon gekommen und haben sehr viel Lust hier zu spielen», sagte der 25-Jährige im verregneten Lyon vor seinem ersten Vereinsspiel in Frankreich. «Zum ersten Mal mit Bayern hier zu sein. Das ist etwas Besonderes, vor allem wenn man in der Champions League spielt.»

Lucio und Zé Roberto bleiben zuhause

Auch Klinsmann verspürte vor der Partie ein «Kribbeln» und will zum Hinrunden-Ende zwei Siege. «Für uns ist sehr wichtig, dieses Jahr erfolgreich ausklingen zu lassen: Als Gruppenerster in der Champions League, und das Südderby gegen den VfB Stuttgart erfolgreich zu bestreiten, um dort unser Ziel, Herbstmeister zu werden, noch wahr machen zu können», sagte der Coach. Auch mit Blick auf die Liga-Partie am Wochenende ließ er Zé Roberto (muskuläre Probleme) sowie die erkrankten Lucio und Christian Lell zu Hause. Auch Lukas Podolski trat wegen seiner Rückenprobleme die Reise nicht mit an.

Ribéry, der jüngst zum zweiten Mal in Folge zu Frankreichs «Fußballer des Jahres» gewählt wurde, will auch ohne seinen Mittelfeldpartner Zé Roberto wirbeln wie bei der Weihnachtsparty als Schlagzeuger, Luca Toni genauso präzise treffen wie der Messerwerfer, für den er sich vor die Zielscheibe gestellt hatte. «Wenn es einen Zirkus gibt, dann hoffentlich für uns», sagte Bastian Schweinsteiger. Der Gruppensieg hat tatsächlich Bedeutung: In 124 K.o.-Duellen der Königsklasse setzte sich 73-mal die Mannschaft durch, die zuerst auswärts antrat.

Erinnerungen an Beckenbauers Brand-Rede

Rückenwind erhielt der deutsche Meister von Franz Beckenbauer und Oliver Kahn, die ihrem Lieblingsclub schon in dieser Saison den großen Wurf in der Königsklasse zutrauen. Wie damals, beim Triumph im Jahr 2001, als die Münchner zuvor aber in Lyon 0:3 untergingen und der «Kaiser» eine seiner ganz großen Reden schwang. «Das ist nicht Fußball, das ist Uwe-Seeler-Traditionsmannschaft, Altherrenfußball», schimpfte Beckenbauer einst. «Der ist ja diesmal nicht dabei, da muss man keine Angst haben», scherzte Schweinsteiger und Klinsmann wollte einer Bankett-Ansprache von Rummenigge erst gar keine Chance einräumen. «Wir hoffen, dass wir ihm keinen Anlass dazu geben.»

Die Münchner sind selbstbewusst, für Lyon sieht es nach drei sieglosen Liga-Spielen, mit mehreren angeschlagenen Spielern sowie Gelb-Sperren für Abwehrchef Cris und Freistoß-Experte Juninho weniger gut aus. Eine Sache aber haben beide Klubs gemein. «Wir sind die letzten zwei Mohikaner, die unter den Großen aus Spanien, Italien und England übrig geblieben sind», sagte der Vorstandschef, der erneut das Interesse an HSV-Stürmer Ivica Olic bekräftigte.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Olympique Lyon: Lloris - Gassama, Mensah, Boumsong, Grosso - Makoun, Toulalan, Källström - Govou, Fred, Ederson (Benzema)

Bayern München: Rensing - Oddo, Demichelis, van Buyten, Lahm - Schweinsteiger, van Bommel, Ottl, Ribéry - Toni, Klose

(dpa)

 
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