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Werder hofft auf das nächste Wunder: 

«Mit einem Auge in Athen»

09. Dez 2008 16:04
Soll Regisseur Diego ersetzen: Mesut Özil
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Mit einer Rumpfelf muss der SV Werder Bremen in der Champions League gegen Inter Mailand, Spitzenreiter der Serie A, antreten. Um die letzte Chance auf den Uefa-Cup zu wahren, reicht nicht nur ein eigener Sieg gegen die Italiener.

Schock vor dem letzten Spiel der Champions League: Die ohnehin seit Wochen kriselnden Bremer müssen am Dienstag beim Endspiel um die Uefa-Cup-Chance gegen das italienische Starensemble von Inter Mailand nicht nur den gesperrten Spielmacher Diego ersetzen, sondern auch die kurzfristigen Ausfälle von Verteidiger Naldo und Stürmer Hugo Almeida verkraften. Dabei ist die Aufgabe ohnehin nur schwer zu lösen, weil ein Sieg allein nicht reicht. Selbst für die Trostrunde benötigt Werder Bremen fremde Hilfe: Nach dem vorzeitigen Champions-League-Aus muss Werder darauf hoffen, dass dem Fußball-Nobody Famagusta bei Panathinaikos Athen kein Sieg gelingt. Nur so kann Werder den Schaden begrenzen und zumindest noch in den Uefa-Cup rutschen.

«Wenn ein oder zwei Stars ausfallen, dann können sich andere entfalten, von denen man es nicht erwartet hat» sagte Klubchef Jürgen Born, der wie die Fans auf ein «kleines Wunder» hofft. Ein besonderes Beispiel dafür war vor einem Jahr der unerwartete Sieg gegen Real Madrid, als Diego ebenfalls gesperrt war und Aaron Hunt den brasilianischen Spielmacher ersetzt hatte. «Jetzt müssen andere einspringen», sagte auch Torsten Frings.

Özil als Diego

Gegen Inter dürfte Mesut Özil die Diego-Rolle übernehmen, während Hunt im linken Mittelfeld spielt. Özil hatte bereits zu Beginn der Saison, als Diego bei den Olympischen Spielen kickte, als Regisseur überzeugt und wird auch in den kommenden Bundesligapartien diese Rolle übernehmen müssen, denn Diego droht nach dem Würgegriff gegen den Karlsruher Christian Eichner eine längere Sperre. Werder hat vor dem letzten Champions-League-Spiel aber noch andere Sorgen, denn Verteidiger Naldo und Stürmer Hugo Almeida fallen aus. Für Naldo könnte Sebstian Prödl spielen. Neben Claudio Pizarro, der in der Bundesliga drei Spiele gesperrt ist, dürfte wieder der Schwede Markus Rosenberg auflaufen. Doch eine eine weitere Sorge drückt Trainer Thomas Schaaf: Auch Kapitän Frank Baumann ist angeschlagen. Sein Einsatz entscheidet sich erst am Spieltag.

Die Vorzeichen vor dem Spiel gegen Inter sind andere als vor der Partie gegen Real, denn die Bremer lagen im November 2007 in der Liga gut im Rennen, während sie nun eine Achterbahnfahrt erleben und in der Champions League bereits mehrfach schwer enttäuscht haben. Deshalb geht es gegen die Mailänder «auch um unsere Ehre», wie Torwart Tim Wiese es formulierte. Für den Trainer geht es «nicht nur um einen Sieg, sondern auch um die Art und Weise wie wir spielen». Mit Verweis auf die Schlappe in Karlsruhe sagte der Coach: «Wir müssen zusehen, dass wir wieder aktiver werden.»

Imagefrage

Es geht vor allem um finanzielle Schadensbegrenzung. Mehr als 2,5 Millionen Euro Verlust haben die Bremer durch das Champions-League-Aus gemacht. Im Uefa-Cup könnten sie das Minus ein wenig ausgleichen. «Das hängt von den Gegnern ab und davon, wie weit man kommt», sagte Klubchef Born. Für ihn ist es darüber hinaus eine «Frage des Images», dass der Verein weiter international spielt. «Diese internationalen Spiele bringen Sympathie», erklärte der Werder-Boss.

Die Bremer haben es jedoch nicht mehr selber in der Hand. «Wir sind natürlich mit einem Auge auch in Athen», sagte Born und hofft auf Schützenhilfe durch Panathinaikos. Die Rechnung ist bei einem Werder-Sieg einfach: Spielt Famagusta unentschieden, ziehen die punktgleichen Bremer aufgrund des besseren Direktvergleichs ebenso in den UEFA-Cup wie bei einem Athener Sieg. Gewinnt Famagusta, sind die Bremer als Gruppenletzter ausgeschieden, weil Panathinaikos wegen des besseren Direktvergleichs in den UEFA-Cup zieht.

Die voraussichtlichen Aufstellungen

Werder Bremen: Wiese - Fritz, Mertesacker, Prödl, Pasanen - Baumann - Frings, Hunt - Özil - Rosenberg, Pizarro

Inter Mailand: Cesar - Santon Jimenez, Cordoba, Samuel, Maxwell - Zanetti, Cambiasso, Muntari - Quaresma, Mancini, Adriano.
(dpa)

 
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