Champions League - Gruppenphase:
Chelsea braucht Sieg, Morddrohung in Marseille
09. Dez 2008 15:44
 |  Große Aufgabe vor der Brust: Michael Ballack und der FC Chelsea müssen gewinnen | Foto: dpa |
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Beim FC Chelsea ist man nervös: Für ein Weiterkommen sind gegen den Underdog CFR Cluj aus Rumänien drei Punkte Pflicht. Atletico Madrid hat mit ganz anderen Problemen zu kämpfen.
Für Michael Ballack und seinen FC Chelsea geht es in der Champions League schon zum Ende der Gruppenphase ums Ganze. Vor dem Showdown gegen den unbequemen rumänischen Underdog CFR Cluj fordert der DFB-Kapitän Taten statt Worte. «Wir haben das letzte Spiel zu Hause, aber wir müssen darüber nicht viel reden, wir müssen gewinnen», sagte Ballack vor dem letzten Duell in der Gruppe A am Dienstagabend an der Stamford Bridge.
Als Letzter der vier englischen Vertreter wollen die «Blues» den Einzug in die K.o.-Runde der Königsklasse perfekt machen. Der Titelfavorit ist dabei auch Nachzügler, denn alle anderen Spitzenteams stehen schon im Achtelfinale. Nur ein Sieg würde das Weiterkommen definitiv sichern. Gibt es einen Ausrutscher wäre Chelsea auf Hilfe des AS Rom gegen Girondins Bordeaux angewiesen. «Normalerweise sind wir zu diesem Zeitpunkt schon qualifiziert, aber wir haben nicht jede Partie gut gespielt», gab Ballack zu.
Ballack wird besser
Nach seiner Fußoperation im Oktober kam der DFB-Kapitän bei Chelseas 2:0 bei den Bolton Wanderers am Samstag zum dritten Einsatz von Beginn an und zeigte weiter aufsteigende Form. Durch den Sieg wurde ein englischer Auswärtsrekord aufgestellt, doch im eigenen Haus war der Milliardärsklub zuletzt nicht immer eine Macht. «Es ist gut fürs Selbstvertrauen, das Spiel davor gewonnen zu haben», meinte Ballack.
Chelseas zuletzt etwas angespannte Nerven hat die Bestmarke noch nicht beruhigt. Dazu muss gegen Cluj, das Chelsea im Hinspiel im Oktober ein 0:0 abtrotzte, ein Sieg her - sonst, hatte Trainer Luiz Felipe Scolari vor zwei Wochen scherzhaft gedroht, würde er nach Brasilien zurückgehen. Doch nach Witzen ist Scolari derzeit nicht zu Mute. Nach der 1:2-Heimniederlage gegen den FC Arsenal vor acht Tagen reagierte er ungehalten auf den Hinweis, dass seine bisherige Bilanz bei Chelsea hinter der seiner Vorgänger zurückhinkt.
Scolari ist müde
Nach dem Sieg in Bolton schwänzte der brasilianische Weltmeister-Coach von 2002 die Pressekonferenz und schickte Co-Trainer Ray Wilkins vor die Medien, der das Fehlen seines Chefs mit «Müdigkeit» erklärte. «Seine Laune ist gut, aber er spürt natürlich den Druck», sagte Wilkins, «Cluj ist ein großes Match, aber jedes Spiel ist für uns wie ein Europacupfinale, und Felipe will gewinnen, wie immer.»
Er schlafe schlecht, wenn Chelsea nicht gewinne, vertraute Scolari am Montag dem Londoner Blatt «Evening Standard» an. «Wir brauchen nur einen Sieg über Cluj und wir haben es geschafft», sagte er, «das ist nicht unmöglich, und nicht so schwierig. Wir wissen, dass Cluj eine gute Mannschaft ist, aber wir haben eine fantastische Chance.»
Marseille-Anhänger verurteilt
Zur Nebensache droht der Fußball beim Spiel Olympique Marseille gegen Atlético Madrid zu werden. Die Partie wird von Morddrohungen überschattet, die radikale französische Fans nach der Verurteilung eines Olympique-Anhängers durch ein Madrider Gericht an die Spanier gerichtet hatten. Das schon fürs Achtelfinale qualifizierte Atlético riet seinen Fans dringend davon ab, nach Marseille zu reisen.
Die Madrider Spieler werden sich erst wenige Stunden vor dem Anpfiff auf den Weg in die französische Hafenstadt machen. Die Partie wird vom Bundesligaschiedsrichter Wolfgang Stark geleitet. Ein Gericht in der spanischen Hauptstadt hatte in der vorigen Woche einen Olympique-Anhänger zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt, weil der Franzose bei Ausschreitungen im Hinrundenspiel einen Polizisten angegriffen und verletzt hatte.
Atlético war wegen der Ausschreitungen beim Hinrundenspiel gegen Olympique am 1. Oktober (2:1) vom Internationalen Sportgerichtshof Cas dazu verurteilt worden, sein Champions-League-Spiel gegen den PSV Eindhoven (2:1) vor leeren Rängen auszutragen. (dpa)