17.09.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Debütant: Luca Toni steht vor seinem ersten Champions-League-Spiel
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Nach einem langen Jahr Pause kehrt der FC Bayern endlich in die geliebte Champions League zurück. Markus Lotter hat allerdings Zweifel, dass die Münchner in Europas Königklasse schon wieder Bäume ausreißen können.
In den hohen Hallen des Franz-Josef-Strauß-Flughafens kann die neue Medienpolitik des FC Bayern nicht greifen. Einfach unmöglich, das Durcheinander in einer Media-Lounge oder dergleichen in Ordnung zu bringen. Zu weitläufig der Check-In-Bereich im Terminal 1, als dass sich nicht wie ehedem da und dort Menscheninseln bilden. In der Mitte steht der Funktionär oder der Fußballprofi, eingekreist von Journalisten, die kurz vor dem Abflug der Bayern zu einem Auswärtsspiel noch auf ein frisches Zitat drängen.
Aus einer dieser Gesprächsrunden drang am Dienstagmorgen folgendes nach außen: «Jetzt spielen wir wieder Champions League, jetzt sind wir wieder glücklich.» Der das sagte, war Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsboss des FCB. Aus einer anderen, wenige Meter entfernten Runde konnte dies vernommen werden: «Die Freude ist wirklich groß, allerdings auch die Spannung. Bukarest ist mit Lyon und Florenz gleichzusetzen. Wir wollen mindestens die Gruppenphase überstehen.» Bayern-Manager Uli Hoeneß setzte dieses Ziel, bevor er in den Flieger nach Bukarest stieg, wo die Münchner am Mittwochabend (20.45 Uhr/Sat1 und Premiere live) in Gruppe F der Champions League auf Steaua treffen.
Sie wissen es nicht so rechtNach einem Jahr mit Reisen in unbekannte Regionen Europas, nach einem Jahr im Uefa-Pokal, in dem ein stolzer Klub wie Bayern München nur verlieren kann, wenn er ihn nicht gewinnt, wissen die Münchner nicht so recht, wo sie sich einzuordnen haben. Sind sie nun tatsächlich Außenseiter, wie der Vorstand angesichts der unendlich reichen Konkurrenz immer wieder gerne betont, oder doch noch ein klein wenig die Schwarze Bestie, wie der FCB in Spanien genannt wird.
Sie hätten sich im Uefa-Cup jedenfalls eingespielt, sagte Uli Hoeneß noch am Flughafen, und bot dann das bayerische Erfolgsmodell in zwei Sprachen an. 1.) In der Sprache seines neuen Nachbarn und In-die-Hand-Klatschers auf der Bank der Bayern, in der Sprache von Jürgen Klinsmann. «Wir wollen dieses Projekt im nächsten Jahr oder spätestens im übernächsten perfektionieren.» 2.) In seiner eigenen: «Wir werden das machen wie die Eichhörnchen. Wir werden das Schritt für Schritt machen.»
Nur 23 ProfisDie Vorsicht von Okkupant Hoeneß ist angebracht. Denn bei all den Risikofaktoren, mit denen die Bayern in die Champions League zurückkehren, wäre es zweifellos eine Überraschung, wenn sich der deutsche Meister schon jetzt wieder in den Kreis der europäischen Elite spielen könnte. Nur 23 Profis haben die Münchner im Kader. Eine Mannstärke, mit der sich Klinsmann wohl nur für den Moment zufrieden geben kann, hat doch die Konkurrenz aus Spanien, Italien und vor allem England nachgewiesen, dass sich mit einem breiten und qualitativ hochwertigen Kader, eben einem mit bis zu 35 Profis, Formkrisen am ehesten vermeiden lassen.
Eine Tatsache, die auch Uli Hoeneß in Betracht ziehen sollte, wenn er wirklich immer noch fürchtet, dass interner Konkurrenzkampf zwangsläufig zu Hauskrach führen muss. Bedenklich auch, dass den Münchnern mit Lukas Podolski, Miroslav Klose und Luca Toni nur drei Stürmer zur Verfügung stehen. Denn die Champions League ist eben vor allem für die Offensivkräfte vom ersten Spieltag an ein schonungsloser Abnützungskampf.
Schreckgespenst AC MailandFür Manager Uli Hoeneß wird sich die Chancenverteilung nach Überstehen der Gruppenphase durch den Losentscheid fürs Achtelfinale noch einmal entscheidend verändern. «Wenn du dann auf Milan triffst, wird es schwer, wesentlich leichter, wenn du auf Famagusta triffst», sagte er und musste erst darauf hingewiesen werden, dass sich der AC Mailand, sein Schreckgespenst, dieses Mal gar nicht für die Champions League qualifiziert hat.
Die voraussichtlichen Aufstellungen:Steaua Bukarest: Zapata - Ogararu, Goian, Ghionea, Marin - Lovin, Petre - Semedo, Dayro Moreno, Toja - Arthuro
FC Bayern München: Rensing - Lucio, Demichelis, van Buyten - Oddo, van Bommel, Lahm - Schweinsteiger, Zé Roberto - Klose, Toni
Schiedsrichter: Claus Bo Larsen (Dänemark)
Mit freundlicher Genehmigung übernommen aus der «Berliner Zeitung». Markus Lotter leitet das Sportressort.