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Fußball International: 

Wettbieten um Superstars hat ein Ende

02. Sep 2008 15:27
Stimmt die sportliche Perspektive? Robinho geht jetzt für ManCity auf Torejagd.
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Auch international war der 1. September Stichtag im Transfergerangel: Für Dimitar Berbatow wird in Manchester «ein Traum wahr», dagegen stürmt Robinho überraschend in derselben Stadt. Beim FC Chelsea und Real Madrid ging dagegen Einiges schief.

Spät in der Nacht zum Dienstag stand Englands Fußballmeister Manchester United als Gewinner und der Rivale Chelsea London als Verlierer im Nervenkrieg um die größten Spielertransfers der Premier League fest. Während ManU nach wochenlangem Pokern seinen Wunschkandidaten, Stürmer Dimitar Berbatow von Tottenham Hotspur, für 30,75 Millionen Pfund (rund 38 Millionen Euro) verpflichtete, gingen die «Blues» bei der Schließung des Transferfensters um Mitternacht leer aus. Das kleine Manchester City schnappte dem Londoner Nobelklub den Brasilianer Robinho von Real Madrid mit einem Rekordgebot von 32,5 Millionen Pfund (40 Millionen Euro) vor der Nase weg.

Berbatows «Stil und Können»

«Das ist eine zentrale Verpflichtung für uns. Dimitar ist einer der besten und aufregendsten Stürmer der Welt», sagte Ferguson, der seinen 27-jährigen Schützling eigenhändig im Bentley vom Flughafen in Manchester abholte. «Sein Stil und Können werden dem Klub eine weitere Dimension geben», sagte Sir Alex, der mit Wayne Rooney und Carlos Tevez bereits zwei explosive Angreifer in seinen Reihen hat. «Für mich wird ein Traum wahr - ich will helfen, noch mehr Titel zu holen», sagte der frühere Leverkusen-Profi, den die «Spurs» zuletzt aus dem Kader verbannten.

Berbatow entging nur knapp einer Gegenofferte von Uniteds kleinem Stadtrivalen Manchester City, der am Montag in den Bieterkampf um den Bulgaren eingestiegen war. Dafür schlug ManCity, der Klub von England-Legionär Dietmar Hamann, Chelsea ein Schnippchen. Der 24-jährige Robinho, seit Wochen von den «Blues» umworben, unterschrieb überraschend für vier Jahre bei den «anderen Blues» aus Nordengland. «Ich bin völlig begeistert von der Chance, mit so einem unglaublichen Talent wie Robinho zu arbeiten. Es ist ein deutliches Statement unserer Ambitionen», so ManCity-Trainer Mark Hughes.

ManCtity nach Übernahme sehr flüssig

Manchester Citys Transferkasse hatte sich quasi über Nacht gefüllt, als das von der Herrscherfamilie des Golfscheichtums Abu Dhabi gestützte Investmentunternehmen «Abu Dhabi United Group for Development and Investment» (ADUG) den Klub vom früheren thailändischen Premierminister Thaksin Shinawatra übernahm. Mit dem Robinho-Coup deuteten die neuen Besitzer schon einmal an, womöglich noch tiefere Taschen zu haben als Chelseas Eigner, der russische Oligarch Roman Abramowitsch. Dessen Verpflichtung von Stürmer Andrej Schewtschenko vom AC Mailand vor zwei Jahren für 30 Millionen Pfund hielt den bisherigen Ablöserekord in der Premier League.

Nach Schewtschenkos kürzlicher Rückkehr nach Mailand und Claudio Pizarros Wechsel zu Werder Bremen sind Chelseas Sturmreihen nun dünner als erwartet. Robinho hatte noch am Sonntag in einer eigens einberufenen Pressekonferenz seinen Willen erklärt, zukünftig für Chelsea zu spielen. «Die Tatsache, dass er das Angebot von Manchester City akzeptiert hat, zeigt, dass er nicht aus sportlichen Gründen geht», zitierte der britische Sender BBC Real-Präsidenten Ramon Calderon. Der Brasilianer könnte am 13. September seinen Premier- League-Einstand für ManCity geben - ausgerechnet gegen Chelsea.

Schusters schwerer Stand bei Real

In Spanien erlebte Real Madrid ein Transfer-Desaster. Noch kürzlich hatte Vereinspräsident Ramón Calderón stolz behauptet, Real habe 100 Millionen Euro für neue Spieler zur Verfügung. Aber dann gaben die Madrilenen im Sommer nur 21,5 Millionen aus, die niedrigste Summe seit 13 Jahren. Davon entfielen allein 15 Millionen Euro auf den Ex-HSV-Kapitän Rafael van der Vaart.

Für Trainer Bernd Schuster bedeutet dies einen schweren Rückschlag. Der Coach hatte seit Monaten eine Stärkung der Offensive gefordert, wurde aber nicht erhört. Zudem habe er mit dem Sportdirektor Pedja Mijatovic einen Gegenspieler, der die Wünsche des Trainers permanent ignoriere. «Mijatovic war von Anfang an gegen Schuster», zitiert «El País» einen namentlich nicht genannten Real-Verantwortlichen. «Er wollte nie, dass Schuster Trainer wird. Nun glaubt er, ihn wieder loswerden zu können.» Insgesamt investierten die Klubs der spanischen Liga 264 Millionen Euro, nicht einmal halb so viel wie vor einem Jahr. Die Wirtschaftskrise in Spanien wirkt sich auch auf den Fußball aus. (nz/dpa)

 
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