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Champions-League-Qualifikation: 

Schalkes Millionenspiel in Madrid

27. Aug 2008 10:20
Wackelkandidat: Schalkes Jefferson Farfan (l.)
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Mit dem Polster aus dem Hinspiel und drei Hoffnungsträgern haben die Königsblauen die Reise in die spanische Hauptstadt angetreten. «Wenn wir ausscheiden würden, wäre das eine riesige Enttäuschung», sagte Christian Pander.

Die frühzeitige Genesung von Jefferson Farfan und die Rückkehr des «Abtrünnigen» Rafinha sollen dem FC Schalke 04 im Ausscheidungsspiel bei Atlético Madrid einen zusätzlichen Schub und noch mehr Selbstvertrauen verleihen.

Der vor zwei Wochen beim 1:0 im Hinspiel schwer an der Schulter verletzte Farfan saß am Dienstag ebenso mit in der Maschine mit der Flugnummer «AB 1000» Richtung spanische Hauptstadt wie der in der Bundesliga verletzte Jermaine Jones und Olympia-«Flüchtling» Rafinha.

«Luxusproblem» Rafinha

Fred Rutten hofft noch, dass er den peruanischen Stürmer Farfan im «Spiel des Jahres» zumindest zeitweise einsetzen kann. Doch der Coach ließ sich bei der Pressekonferenz vor dem Abschlusstraining im rund 55.000 Zuschauern fassenden Stadion «Vicente Calderon» nicht in die Karten schauen. «Es gibt sicher Hoffnung, aber es wird schwer für ihn. Aber wir haben genügend Spieler mit großer Erfahrung», sagte Rutten, der zudem erstmals auf den aus Peking heimgekehrten Bronzemedaillen-Gewinner Rafinha zurückgreifen kann.

Der Brasilianer ist zwar fit und gehört zum Kader, aber Rutten müsste seine zuletzt erfolgreiche Elf umbauen, um den Rechtsverteidiger unterzubringen. Gleichwohl sei auch das eine Option, sagte Rutten. «Es geht darum, elf Spieler zu finden, die das Ziel erreichen.»

Jones wenig zuversichtlich

Jones, der sich erst vor eineinhalb Wochen zum Bundesliga-Auftakt gegen Hannover einen Syndesmosebandriss zugezogen hatte, war eher pessimistisch, was seinen Einsatz im Rückspiel an diesem Mittwoch (20.45 Uhr/ARD und Premiere) angeht. «Ich habe zwar trainiert. Aber bei langen Bällen habe ich noch Probleme. So wie es derzeit aussieht, werde ich nichts riskieren.»

Alle Verantwortlichen wissen, dass das 1:0 aus dem Hinspiel ein äußerst dünnes Polster gegen den ambitionieren Tabellen-Vierten der zurückliegenden Primera-Division-Saison ist. Andererseits ist Schalke gut in die Spielzeit gestartet. Erst ein Gegentor (am Samstag beim 1:1 in Bremen) in vier Pflichtspielen ist eine gute Bilanz. «Wir führen 1:0. Unsere Ausgangslage ist nicht schlecht. Jeder weiß, dass wir schwer zu schlagen sind», betonte Rutten. Christian Pander lässt keinen Zweifel daran, dass sich die Mannschaft für das große Ziel zerreißen wird. «Wenn wir ausscheiden würden, wäre das eine riesige Enttäuschung», sagte der Torschütze des Hinspiels.

Atletico setzt auf Aguero

Allen ist die große Bedeutung der Partie bewusst. Rund 15 Millionen Euro beträgt laut Klubchef Josef Schnusenberg der Unterschied, ob Schalke die Gruppenphase der «Königsklasse» erreicht oder im Uefa-Pokal spielt. Doch auch aus Prestige- und rein sportlichen Gründen ist das Mitmischen bei den 32 besten Teams in Europa von unschätzbarem Wert. «Nur die sportliche Entwicklung bringt mittel- und langfristigen Erfolg. Jeder Spieler verbessert sich durch die Spiele auf höchstem Niveau», betonte Schnusenberg, der diesmal auf die Gesellschaft von Andreas Müller verzichten muss. Der Manager muss sich nach seiner Schulter-Operation zu Hause auskurieren. Natürlich drückt er am Fernseher die Daumen. «Wir können immer ein Tor schießen, egal wann, egal bei welchem Spielstand», sagte Müller.

Die Spanier knüpfen ihre Zuversicht vor allem an die Rückkehr des frisch gebackenen Olympiasiegers Sergio Aguero. Der 20 Jahre alte argentinische Stürmer fehlte beim Hinspiel wegen einer Rotsperre, erzielte in der Vorsaison 19 Tore in der Liga und ist der große Hoffnungsträger von Trainer Javier Aguirre. «Ich werde alles geben. Aber ich bin kein Heilsbringer. Einer alleine kann es nicht schaffen, wir müssen als Team auftreten», sagte Aguero. Der Coach bemängelte in den letzten Testspielen zu viele Unsicherheiten in der Abwehr: «Gegen Schalke dürfen wir uns solche Patzer nicht leisten.»

Atlético Madrid – Schalke 04 (20.45 Uhr)

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Atlético Madrid: Leo Franco - Perea, Heitinga, Ujfalusi, Pernia - Assuncao - Maxi Rodriguez, Raul Garcia, Simao - Forlan, Aguero

FC Schalke 04: Schober - Westermann, Höwedes, Bordon, Pander - Ernst, Kobiaschwili - Rakitic - Farfan (Asamoah), Kuranyi, Altintop

Schiedsrichter: Frank de Bleeckere (Belgien) (dpa/nz)

 
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