Fußball-Bundesliga:
Klasnic verklagt Werder-Ärzte
25. Apr 2008 19:48
 |  In der Zwickmühle: Ivan Klasnic | Foto: dpa |
|
Kaum hat sich der SV Werder sportlich wieder gefangen, brennt es an einer anderen Ecke. Der kroatische Nationalspieler Ivan Klasnic geht gegen zwei Mannschaftsärzte gerichtlich vor.
Fußball-Profi Ivan Klasnic geht gegen zwei Vereinsärzte des Bundesligisten Werder Bremen juristisch vor. Der Angreifer, dem im März vergangenen Jahres eine Niere implantiert worden war, hat nach einem Bericht der Tageszeitung «Die Welt» (Samstag-Ausgabe) über seinen Anwalt am Freitag Klage auf Schmerzensgeld vor dem Landgericht Bremen gegen die Mediziner eingereicht. Von den Werder-Verantwortlichen war der Schritt Klasnics erwartet worden.
Der Verein ist informiert
«Der Anwalt hat uns vor etwa einem Monat über seine Vorgehensweise informiert. Wir haben Ivan zu diesem Schritt ermutigt. Kein Spieler darf das Gefühl haben, dass irgendjemand geschützt wird», sagte Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs am Freitag nach dem Eintreffen der Mannschaft in Karlsruhe, wo Werder am Samstag beim KSC gastiert.
Klasnic wirft den Medizinern Fehler bei der Behandlung seiner Nierenerkrankung vor. Angeblich sei nicht festgestellt worden, dass Klasnics Nieren das Blut nicht mehr richtig gewaschen hätten. Der Bundesligist konnte den Eingang der Klage nicht bestätigen. Das Landgericht Bremen und der Anwalt von Klasnic waren für eine Stellungnahme am Freitagabend nicht zu erreichen.
Dimanski ist sehr enttäuscht
Allofs sprach aber gleichzeitig dem Mannschaftsarzt nachdrücklich das Vertrauen aus. Götz Dimanski äußerte sich am Freitagabend im «Sportblitz» von Radio Bremen. «Menschlich berührt es mich natürlich sehr. Sachlich gesehen gehe ich ganz gelassen ran. Glücklicherweise ist Ivan Klasnic Profi durch und durch, was ich von mir auch hoffe zu sein, und so gehen wir mit dieser ganzen Sache professionell um», sagte der Arzt.
Laut Klage soll es bereits bei der Einstellungsuntersuchung von Klasnic bei Werder Bremen im Mai 2001 möglich gewesen sein, von auffälligen Blutwerten auf eine Fehlfunktion der Niere zu schließen. Nach Angaben der «Welt» soll sich der Klage auf Schmerzensgeld, das sich im unteren sechsstelligen Bereich bewegen soll, eine Klage auf Schadenersatz anschließen. (dpa)