Zwischen Bundesliga und DFB-Pokal:
Bayern siegessicher, BVB taumelt nach Berlin
17. Apr 2008 14:53
 |  Überflieger am Ball: Luca Toni | Foto: AP |
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Am Sonnabend treffen sich der FC Bayern München und Borussia Dortmund zum Pokalfinale in Berlin. Die Vorzeichen beider Teams könnten auch nach dem letzten Bundesliga-Spieltag nicht unterschiedlicher sein.
Der FC Bayern München lässt sich auf dem Weg zum angestrebten Triple anscheinend nicht mehr aufhalten. Nach dem 3:1-Sieg in Frankfurt musste auch Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel eingestehen: «Toni kann man nicht ausschalten». Der treffsichere Italiener ist einer der Gründe, warum der sonst so zurückhaltende Ottmar Hitzfeld die Meisterschaft schon als gewonnen betrachtet. «Was die Konkurrenz in der Bundesliga macht, ist für uns nicht mehr so wichtig», so der Bayern-Coach.
Mit 33 Toren in 40 Pflichtspielen hat sich Luca Toni in Müllersche Dimensionen geschossen und sich schon jetzt unverzichtbar gemacht. «Wenn Frankfurt Toni gehabt hätte, wäre das Spiel anders ausgegangen. Er hat wieder Killerinstinkt gezeigt. Wir können uns bei ihm bedanken», lobte Hitzfeld seinen Torjäger. Denn das Spiel gegen gut agierende Frankfurter hätte durchaus auch anders enden können. Doch die Eintracht scheiterte an ihrer eigenen Abschlussschwäche, nicht unbedingt am übermächtigen Gegner.
Bayern sieht sich schon als Meister
«Wir waren nicht in der Lage, trotz guter Chancen das 2:0 zu machen. Und dem Ausgleich ging ein klares Foul von van Buyten an Galindo voraus. Den Treffer hätte der Schiedsrichter nicht geben dürfen», monierte Friedhelm Funkel. Am Ende kam es, wie es kommen musste. Der vierte Doppelpack von Luca Toni in der Bundesliga entschied das Spiel zugunsten des Rekordmeisters, der allerdings in Hälfte zwei auch wesentlich engagierter zu Werke ging. Danach ließ sich dann auch Uli Hoeneß zu einem vorzeitigen Bundesliga-Fazit hinreißen: «Uns kann nichts mehr passieren. Ich behaupte, wir werden deutscher Meister, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass wir die zehn Punkte noch aus der Hand geben. Wir können uns jetzt ganz auf den Pokal konzentrieren».
Auf den Pokal konzentriert sich der BVB schon lange. Es ist für die Dortmunder nicht nur der kürzeste Weg ins internationale Geschäft, sondern der einzige. Doch in der Sicherheit nächstes Jahr im Uefa-Cup zu spielen, vergisst man die Gegenwart. Und die bescherte dem kriselnden Verein gerade eine 1:3-Schlappe gegen Hannover 96 im eigenen Stadion. Ein desaströser Auftritt, der kaum Anlass zur Hoffnung auf ein glückliches Ende am Sonnabend im Berliner Olympiastadion gibt. Zumal dort mit dem FC Bayern eben jene Mannschaft wartet, die den Dortmunder am vergangenen Samstag nicht den Hauch einer Chance ließ und fünf Tore einschenkte.
«Berlin, Berlin, was wollt ihr in Berlin?»
Mehr als Durchhalteparolen sind deshalb auch nicht zu hören. «Wir haben zweimal richtig auf die Mütze gekriegt, damit ist es nun genug», wollte Thomas Doll seinen Mannen Mut machen. Aber so recht traut den Schwarz-Gelben keiner den dritten Pokalsieg nach 1965 und 1989 zu. Die Anhänger von Hannover 96 brachten es ganz treffend auf den Punkt. «Berlin, Berlin, was wollt ihr in Berlin?», schallte es hämisch aus dem Fanblock der Niedersachsen. (nz/dpa)