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Nach den Fan-Ausschreitungen: 

Eintracht und FCN müssen zahlen

08. Apr 2008 20:46
Rauchschwaden über dem Nürnberger Fanblock in Frankfurt
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Der Deutsche Fußball-Bund hat den 1. FC Nürnberg und Eintracht Frankfurt wegen der Vorkommnisse am vergangenen Spieltag mit saftigen Geldstrafen belegt. Im Wiederholungsfall drohen dem «Club» noch härtere Sanktionen.

Geldstrafe statt Platzsperre: Mit einem blauen Auge ist Fußball-Bundesligist 1. FC Nürnberg nach den schweren Ausschreitungen einiger «Fans» im Spiel bei Eintracht Frankfurt am vergangenen Samstag davongekommen. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ahndete am Dienstag die gravierenden Vorfälle in der Frankfurter Commerzbank-Arena mit einer Geldstrafe von 50.000 Euro für Nürnberg und mit 25.000 Euro für die Eintracht verhältnismäßig glimpflich. Beide Klubs akzeptierten das Urteil umgehend, das damit rechtskräftig ist. Die Franken und die Hessen wurden wegen «mangelnden Schutzes des Schiedsrichters, der Schiedsrichter-Assistenten und des Gegners in Tateinheit mit einem unsportlichen Verhalten» bestraft.

«Wir akzeptieren das Urteil»

Dem «Club» wurde zudem in der schriftlichen Urteilsbegründung eine Platzsperre, ein Teilausschluss der Öffentlichkeit oder eine Spielansetzung unter Ausschluss der Öffentlichkeit bei einem erneuten gravierenden Vorfall angedroht, hieß es in einer DFB-Mitteilung. Strafmildernd wurde beiden Vereinen angerechnet, dass sie sich in der 20-minütigen Spielunterbrechung erfolgreich bemüht haben, weitere Ausschreitungen und somit eine weitere Eskalation zu verhindern. Besonders positiv wurde vom Gericht das Verhalten von Nürnbergs Präsident Michael A. Roth, Frankfurts Vorstandsvorsitzendem Heribert Bruchhagen und des stellvertretenden Veranstaltungsleiters Philipp Reschke in der Urteilsbegründung gewürdigt.

In der ersten Halbzeit waren im Nürnberger Zuschauerblock mehrfach Feuerwerks- und Knallkörper gezündet worden, die auch in den Stadion- Innenraum geworfen wurden. In der 30. Spielminute musste Schiedsrichter Peter Gagelmann das Spiel daher für 20 Minuten unterbrechen. «Wir akzeptieren das Urteil und hoffen, dass so was nicht mehr vorkommt», sagte Nürnbergs Manager Martin Bader. Nach der «sehr hohen Geldstrafe» hofft der «Club» weiterhin darauf, die Täter haftbar zu machen. «Das ist klar mit dem DFB und der Polizei besprochen», sagte Bader. Das Bildmateriel werde gesichtet. Sollte dabei ein Übeltäter identifiziert werden, soll er auch zur Kasse gebeten werden.

Bader hofft auf Selbstreinigungsprozess

«Das Urteil entspricht der Schwere des Delikts und den Bestimmungen. Dass ich darüber nicht begeistert bin, ist klar. Aber wir haben eine Veranstaltungspflicht, von der wir nicht entbunden werden können. Die haben alle 18 Bundesligaclubs», meinte Frankfurts Vorstandschef Bruchhagen. «Club»-Manager Bader will mit dem 1. FC Nürnberg weiter auf das Verhalten der Fans einwirken. «Wir haben viel getan und werden auch in Zukunft viel dafür tun, das einzudämmen. Aber dass die Vereine machtlos sind, hat man auch beim Spiel Köln gegen Gladbach gesehen», meinte der Manager. Bader sieht in dem Fan- Verhalten ein «grundsätzliches Problem» und will noch mehr auf die «vernünftigen Fans» einwirken, damit es bei den Anhängern einen Selbstreinigungsprozess gibt.

Strafverschärfend wirkte sich für beide Vereine aus, dass sie in dieser Saison bereits zu Geldstrafen wegen anderer Vorkommnisse im Stadion verurteilt worden waren. Zudem bestand bei den Vorfällen für die Zuschauer und die im Innenraum tätigen Personen durch die laute Detonation der Knallkörper eine erhebliche Gefährdung ihrer Gesundheit. So erlitt nach Medienberichten ein Stadionmitarbeiter einen Hörsturz und musste sich in ärztliche Behandlung geben. (dpa)

 
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