08.02.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Wertvoller Neuzugang: Mladen Petric (r.)
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Mit einem Last-Minute-Sieg bleiben die Hamburger an der Bundesligaspitze. Der Ex-Dortmunder Mladen Petric entscheidet das Spiel kurz vor dem Abpfiff.
Der Hamburger SV hat seinen Cottbus-Fluch abgelegt und steht wieder an der Spitze der Fußball-Bundesliga. Mit seinem Treffer in der 90. Minute sicherte Mladen Petric den Norddeutschen am Sonntag den 2:1 (0:0)-Erfolg bei Energie Cottbus. Es war der sechste Treffer im vierten Pflichtspiel nacheinander für den kroatischen Torjäger.
Der HSV war beim Angstgegner durch Ivica Olic (54.) in Führung gegangen, die Branko Jelic (74.) für den Außenseiter egalisieren konnte. Kurz vor Abpfiff war dann Petric zur Stelle und machte den ersten HSV-Sieg in der Lausitz perfekt, der den Hanseaten (16) einen Drei-Punkte-Vorsprung vor den Verfolgern aus Hoffenheim und Stuttgart beschert. Cottbus (5) liegt an drittletzter Stelle.
«Strauß Blumen nach Dortmund»«Wir hätten unsere Chancen konsequenter nutzen müssen, zum Glück hat es am Ende noch gereicht», meinte Matchwinner Petric strahlend. Auch nach Ansicht von Coach Martin Jol war sein HSV klar besser. «Wir hätten mit zwei oder drei Toren Unterschied gewinnen müssen. So war der Sieg letztlich klar verdient, aber schwer erkämpft.» Manndecker Bastian Reinhardt freute sich im Nachhinein noch einmal über die Verpflichtung des ehemaligen BVB-Profis Petric, der immer wertvoller wird: «Wir sollten noch einen Strauß Blumen nach Dortmund schicken.»
Drei Tage nach dem Einzug in die Uefa-Pokal-Gruppenphase versuchten die Hamburger vor 17 007 Fans lange mit kontrollierter Offensive und gedrosseltem Tempo den Cottbuser Beton zu zerbröckeln. Doch die Lausitzer Defensive fand immer wieder Zeit, sich zu formieren, zumal die meisten Hamburger Angriffe über die Mitte liefen. Richtige Gefahr für das Tor von Energie-Keeper Gerhard Tremmel gab es so nur nach einem Direktschuss von Paolo Guerrero (37.), der knapp über den Balken strich und einem Fernschuss-Versuch von David Jarolim (43.).
Ohne Skela fehlt die KreatvitätEnergie war vor allem der Ausfall von Spielmacher Ervin Skela (Grippe) anzumerken. Dusan Vasiljevic als Ersatz des Albaners war nie der nötige Ruhe- und Ideen-Geber. Bei einer Eingabe von Ivica Iliev scheute der Serbe ein Kopfball-Duell, das in dieser Szene durchaus Erfolg versprach (30.). Ansonsten aber blieben die Gastgeber, die sich vorrangig auf ihre Defensiv-Aufgaben konzentrierten, vom ersten Saison-Heimsieg und dem 50. Bundesliga-«Dreier» lange weit entfernt.
Der HSV musste früh umstellen, da sich Thimothee Atouba in der Startphase ohne Einwirkung eines Gegenspielers eine Verletzung im Oberschenkel zuzog. Doch auch der müde wirkende Nationalspieler Marcell Jansen konnte über den linken Flügel keine Akzente setzen und erlitt ebenfalls eine Oberschenkelbessur (50.). So wird Bundestrainer Joachim Löw für den anstehenden «Doppelpack» in der WM-Qualifikation gegen Russland und Wales wohl auf Jansen verzichten müssen.
Torjäger Petric macht den Sack zuNach der Pause war von beiden Seiten wesentlich mehr Biss im Spiel. Energie forderte nach einem Duell zwischen Reinhardt und Jelic vergeblich einen Elfmeter (51.). Dann narrte Guerrero zwei Cottbuser Abwehr-Spieler, seinen Schuss ließ Tremmel genau vor die Füße von Olic abklatschen und der Kroate schob den Ball ins leere Tor. Der Schock wirkte bei Energie nach: Der eingewechselte Jerome Boateng (58.), Olic per Kopfball (62.) und Torjäger Petric per Pfostenschuss (63.) verpassten die schnelle Entscheidung. So konnte Energie doch noch zurückschlagen: Nach einer weiten Flanke des eingewechselten Igor Mitreski in den Rücken der Hamburger Abwehr traf Jelic. Am Ende jubelten dank Tor-Maschine Petric aber die Gäste. (nz/dpa)