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Fußball-Fans greifen Polizisten an

10. Dez 2007 11:20, ergänzt 12:18
Wieder kam es in deutschen Stadien zu Ausschreitungen
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Bei gewalttätigen Ausschreitungen am Rande des Bundesligaspiels Bochum-Karlsruhe wurde ein Beamter schwer verletzt. In Frankreich lieferten sich Fans derweil eine Straßenschlacht mit Ordnungskräften.

In Deutschland ist es am Wochenende wieder zu gewalttätigen Ausschreitungen von Fußball-Fans gekommen. Am Rande der Bundesliga-Begegnung zwischen dem VfL Bochum und dem Karlsruher SC verletzten KSC-Hooligans einen Polizisten schwer und zwei weitere leicht. Die Gewalttäter waren nach Polizeiangaben mit äußerster Brutalität zu Werke gegangen. Ein Polizist musste daraufhin mit einem gebrochenen Lendenwirbel ins Krankenhaus eingeliefert werden. Glücklicherweise bestehe jedoch im Moment keine Gefahr einer Lähmung. «Er wird vermutlich keine bleibenden Schäden zurückbehalten», sagte der Sprecher. Es werde nun ermittelt, ob der Beamte durch einen unglücklichen Sturz oder einen Tritt verletzt wurde. Einem weiteren am Boden liegenden Beamten waren mehrere Tritte gegen Kopf und Körper versetzt worden. Er und ein dritter, leicht verletzter Beamter hatten das Krankenhaus nach ambulanter Behandlung wieder verlassen können.

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  • Zu den Ausschreitungen war es gekommen, nachdem der Ordnungsdienst vor dem Spiel einem Karlsruher Fan den Zutritt zur Tribüne verweigert hatte. Aufgebrachte Karlsruher Anhänger der Fangruppe Ultras versuchten daraufhin, diesen Fan doch noch ins Stadion zu bringen. Als sich darüber eine Schlägerei mit den Ordnern entwickelte, griffen die Polizisten ein. Dabei habe der 46-Jährige einen Schlag in den Unterleib bekommen und sei zu Boden gegangen. Wenig später seien die beiden anderen verletzt worden, so der Sprecher. Zwei an der Schlägerei beteiligte Fans wurden vorübergehend festgenommen. Die Polizei geht jedoch davon aus, dass sie nicht für die Körperverletzungen verantwortlich sind. Um die Täter ausfindig zu machen, soll nun eine Videoaufnahme ausgewertet werden.

    KSC will zur Aufklärung beitragen

    Der Karlsruher SC reagierte mit Bestürzung auf die Gewalttaten. «Wir sind zutiefst schockiert ob dieser Eskalation der Gewalt», sagte Manager Rolf Dohmen am Montag in einer Presseerklärung des Aufsteigers. «Wir als Verantwortliche des Vereins hatten im Stadion unmittelbar nichts von den Vorfällen mitbekommen und erst im Nachhinein davon erfahren.» Der KSC kündigte an, alles in seiner Macht stehende zu tun, um zur Aufklärung der Vorfälle beizutragen. «Solch eine unfassbare Tat muss für diejenigen, die dies zu verantworten haben, mit aller Härte und Konsequenz geahndet werden», forderte Dohmen. Die Karlsruher richteten Genesungswünsche an die betroffenen Polizeibeamten. «Wir hoffen sehr, dass der Vorfall für die Beamten zumindest gesundheitlich ohne Folgen bleibt. Das steht zunächst an oberster Stelle», sagte Dohmen.

    Ein Zwischenfall ereignete sich auch beim Regionalliga-Spiel zwischen Rot-Weiß Essen und Fortuna Düsseldorf, als Düsseldorfer Fans im Gästeblock Feuerwerkskörper zündeten und Raketen auf das Spielfeld schossen. Daraufhin unterbrach der Schiedsrichter die Partie für zehn Minuten. Die Bilanz der Ausschreitungen in Essen: Vier Ordner und sieben Zuschauer wurden verletzt, vor dem Stadion gab es zudem zwölf Festnahmen.

    Pariser Hooligans hatten es auf die Spieler abgesehen

    In Frankreich haben gewaltbereite Fans ebenfalls für Unruhe gesorgt. Vor dem Auswärtsspiel des Erstligisten Paris Saint Germain bei AJ Auxerre lieferten sich fast 200 Anhänger des Hauptstadtvereins eine gut 45 Minuten lange Schlacht mit der Polizei, berichtete die Tageszeitung «Le Parisien». Die Ordnungskräfte hätten Tränengas eingesetzt, die Fans mit Projektilen geschossen. Zwei Männer seien wegen Trunkenheit festgenommen worden, ein dritter wegen der Misshandlung eines Polizeihundes. Ernsthaft verletzt worden sei niemand.

    Dem Verein zufolge hatten es die Gewalttäter auf die Spieler abgesehen. «Ihr Ziel war es, Druck zu machen, wenn der Mannschaftsbus ankommt», sagte der Sicherheitsbeauftragte Jean-Philippe d'Hallivillée dem «Parisien». «Wir mussten deshalb einen Geheimweg zum Stadion nehmen, um Übergriffe zu verhindern.» (nz/dpa)

     
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