FC Bayern am Rande der ersten Niederlage
«Ein Punkt in Dortmund ist nie schlecht, zumal wir nach dem Spiel in Belgrad sehr müde waren. Wir haben schwere Beine gehabt und nur 70 Prozent unseres Leistungsvermögens bringen können. Da kommt man unter Druck», sagte Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld. Er fand aber auch: »Wir hätten das Spiel gewinnen müssen.« Kollege Thomas Doll trauerte den vergebenen Zählern ebenso nach: «Auf Grund der zweiten Halbzeit hätten wir gewinnen müssen. Das ärgert mich ein bisschen. Das Quäntchen Konzentration hat im entscheidenden Moment gefehlt.»
Das mit Spannung erwartete Duell im Signal Iduna Park weckte erst in den zweiten 45 Minuten Erinnerungen an die großen Spiele beider Teams in den 80er und 90er Jahren. Drei Tage nach dem 3:2-Kraftakt in Belgrad fehlte den erneut ohne den angeschlagenen Regisseur Franck Ribéry spielenden Bayern über weite Strecken die Dynamik. Die Münchner spielten unterkühlt und setzten kaum Glanzpunkte. Eine enttäuschende Vorstellung lieferte der als Spielmacher vorgesehene Jose Ernesto Sosa. Rückkehrer Luca Toni kam im gesamten Spiel nur zu einer Chance, bei der er an Roman Weidenfeller scheiterte (56.). So überraschte es nicht, dass die seit April ungeschlagenen Bayern erstmals in dieser Saison ohne Torerfolg blieben.
Ein leichtfertiger Ballverlust von Brzenska gegen Miroslav Klose eröffnete dem Nationalstürmer schon nach 50 Sekunden die Chance zur Führung, doch der Münchner wurde im letzten Moment abgeblockt. Auf der Gegenseite musste Bayern-Keeper Michael Rensing einen Flachschuss von Mladen Petric (4.) entschärfen. Danach tat sich lange Zeit nichts mehr vor beiden Toren. Erst in der 36. Minute sorgte Martin Demichelis wieder für einen Aufreger, als er den Ball aus gut 40 Metern über den zu weit vor seinem Tor postierten Weidenfeller an die Latte jagte, der Nachschuss des nachsetzenden Klose landete ebenfalls am Aluminium des Dortmunder Gehäuses.
Auch der zweite Durchgang begann mit einem Fehler der Gastgeber. Als Jakub Blaszczykowski den Ball gegen Klose vertändelte, verhinderte Weidenfeller per Fußabwehr des neunte Saisontor des Bayern-Angreifers (48.). Es folgte die stärkste Phase des BVB: In der 62. Minute verfehlte Blaszczykowski knapp das Münchner Tor, zwei Minuten später rettete Rensing gegen Buckley, Florian Kringe traf im Nachsetzen den Pfosten. Wiederum 120 Sekunden später jagte Valdez den Ball aus bester Schussposition über das Tor. (dpa)

